Hallo,
habe die Anfrage Weihrauchdestillation erst heute gesehen.
Falls einer die Frage schon beantwortet hat, so möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben.
Destillation von ätherischen Ölen (u. dgl.) hat eine Besonderheit, nämlich, auch wenn der Siedepunkt erheblich höher liegt als der von Wasser so ist immer eine Wasser(dampf)Destillation von Nöten. Die Besonderheit macht sich insofern bemerkbar, dass das Kondenswasser diese Öle bzw. Inhaltsstoffe mit in die Vorlage reißt und dort kondensiert - ist ein Paradoxum, aber Realität. Man destilliert somit ein Gemisch aus Verbindungen aus einem pflanzlichem Rückstand oder organischem Material. Zum Isolieren verwendet man diesbezüglich noch bestimmte Salze. Ich schau mal, vielleicht finde ich noch so ein Kochrezept - kann aber nichts versprechen. Wenn ja, so kommt das heute noch dazu.
Flo
So, es gibt ein breites Feld über die Einteilung der Harze und damit verbundene Gewinnung und Reinigung. Ich gehe davon einmal aus, das dein Harz ein an der Luft verdickter Pflanzensaft ist (Bernstein kommt somit nicht in Frage).
Wie oben erwähnt verwendet man eine Wasserdestillation, um das Ölgemisch zu gewinnen.
Den Schleim und Gummi entfernt man durch Behandeln mit Alkohol (meist Weingeist), dabei wird der Schleim gebunden. Der Verfasser hat das so blöd geschrieben - ich mutmaße mal, daß das eine Vorbehandlung war, vor der Destillation, weil die Überschrift lautet: Reinigung und Gewinnung der Harze. Bei dieser Behandlung mit Alkohol löst sich auch gleichzeitig das Harz selber, was wieder aus der alkoholischen Lösung durch Wasser gefällt werden kann. Die Harze selber im Gemisch haben unterschiedliche Löslichkeitsverhältnisse und man trennt diese in kaustischen und kohlesauren Alkalien, in kalten und kochendem Alkohol.
Ich gehe davon einmal aus, daß das Harz in Wasser löslich ist. Damit das Harz oder Pflanzenteile nicht anbrannte verwendete man eine Destillierblase mit Doppelten Boden - es steht davon nichts von Destillieren auf dem Wasserbad etc.
Ihr könntet euch revanchieren und mir mal erklären wie diese Destillierblase mit doppelten Boden aussehen könnte - ich habe kein Plan.
Das kondensierte Öl in der Vorlage wird mechanisch vom Wasser getrennt - ein Scheidetrichter dürfte genügen. Das Wasser hat den Geruch und Geschmack des Öles angenommen und wurde von den Drogeristen verkauft, kam unter Namen wie Aqua Destillate .... , z.B. Aqua Destillate Valerianae in den Handel. In der Pharmazie verwendete man eine Kurzform Aqua Laurocerasi, Aqua Amygdalar usw.
Sollte man auf das Trennen der Harze voneinander von Vornherein verzichten, weil der Pflanzensaft mit Harze vermengt ist, so verwendete man alkoholische oder etherische Auszüge die man dann anschließend der Destillation unterwarf.
Eine trockene Destillation von Harze wird deine Destille verkleben und es ist nicht ausgeschlossen, daß das Destillat in der Vorlage wieder zum Harz verkleistert - bin mir aber nicht sicher, habe im Buch nichts gefunden. Daher Destillation immer mit Wasser wobei dabei der Geruch sich etwas ändert.
Eine trockene Destillation (so wie ich es aus dem Buch verstanden habe) kam nur in die Anwendung, um diesen "Pflanzen-Gummi" durch Fällen mit Alkohol oder CHloroform vor der eigentliche Destillation zu fällen und im Anschluß bei der DEstillation in der Rücklage Bitumen zu erhalten, Säuren und Öle gingen dann über.