Neuigkeiten: Wie verwendet man Datei-Anhänge richtig: Das und mehr in FAQ.

  • 17. Januar 2022, 17:23:20

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Blei und Zinn trennen?  (Gelesen 8674 mal)

ThruMyEyez

  • Wasserstoff
  • *
  • Beiträge: 4
  • Karma: 0
Blei und Zinn trennen?
« am: 28. Februar 2009, 15:00:19 »
Hallo,

Ich bin zur zeit am Überlegen wie man am besten eine Pb40Sn60 Legierung trennen kann, eine überlegung wäre von mir gewesen es vllt zu oxidieren und dann mit Essigsäure reagieren zu lassen um Zinnacetat und Bleiacetat zu erhalten. Das Zinnacetat würde wieder zu essigsäure und Zinnsäure werden in Kontakt mit Wasser, während Bleiacetat gut Löslich ist in Wasser ist Zinnsäure nur einwenig löslich.

Meint ihr das kann funktionieren?

lg, ThruMyEyez

Mephisto

  • Chemicus Diabolicus
  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.686
  • Karma: 0
    • Die deutschsprachige Synthesensammlung
Re: Blei und Zinn trennen?
« Antwort #1 am: 28. Februar 2009, 23:22:46 »
Ohne jetzt etwas nachzuschlagen, denke ich dass die Acetate beide gut löslich sein können. Ach ja, Zinnacetat wird nicht zu "Zinnsäure" hydrolisieren. Schau mal nach den Löslichkeitsangaben der Chloride oder Sulfate; da wird, so denke ich, ein schwerlösliches Blei- und ein leichtlösliches Zinn-Salz dabei sein. Mit denen klappt dann die Trennung.

Edit: Dass hydratisiertes SnO2 tatsächlich Zinnsäure heißt, wusste ich nicht (siehe Stannic acid). Sorry, sah anfangs so aus wie typische Fehler, die Anfänger in der Stöchiometrie begehen.
« Letzte Änderung: 11. März 2009, 22:22:31 von Mephisto »
"Every breath you take, Every move you make,
Every bond you break, Every step you take,
I'll be watching you" - The Police

Hyperion

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 391
  • Karma: 0
  • Gaia's Nachwuchs
Re: Blei und Zinn trennen?
« Antwort #2 am: 01. März 2009, 00:39:55 »
Da gibt es mehrere Moeglichkeiten...

Das Chlorid und Sulfat von Sn ist loeslich, jedoch die Pb Version nicht (oder wenig).

Darauf basierend kannst Du eine Trennung durchfuehren, zB  die Legierung direkt in HCl aufloesen (funktioniert das uebrigens? Theoretisch sollte Pb Pulver uebrigbleiben) oder mit HCl/H2O2, dann geht auch das Pb in Loesung. Am besten die Legierung schmelzen, und (vorsichtig!) in kaltes Wasser giessen, um kleine Stuecke zu erhalten, dann dieses ein paar Tage in HCl stehen lassen. Wenn sich nichts tut, gebe H2O2 dazu (Phosphorsaeure-frei!), und lasse es stehen bis alles in Loesung ist. Loesung immer schoen sauer halten, damit nicht basische Salze ausfallen.
Dann einkochen und umkristallisieren, PbCl2 ist deutlich besser loeslich in heissem Wasser als im kalten, ZnCl2 *xH2O ist gut loeslich.
« Letzte Änderung: 01. März 2009, 00:45:41 von Hyperion »

ThruMyEyez

  • Wasserstoff
  • *
  • Beiträge: 4
  • Karma: 0
Re: Blei und Zinn trennen?
« Antwort #3 am: 01. März 2009, 13:27:08 »
Das mit der Hydrolyse zur Zinnsäure kommt nicht von ungefähr, das habe ich selber nachgeschlagen im Brauer:

Zitat
Eigenschaften:
Weiße, kristalline Substanz; sehr feuchtigkeitsempfindlich. F. 253 °C.
Hydrolysiert mit Wasser zu Zinnsäure und Essigsäure; gut löslich in Benzol und Aceton,
mäßig löslich in CC14.

Deswegen eigentlich auch mein allererster Gedanke zur umsetzung mit Essigsäure und H2O2. Die Chlorid methode steht nicht zur Verfügung. Die Sulfatmethode könnte ich auch probieren. Hab auch an den Elektrolytischen weg gedacht nur haben Zinn und Blei fast das selbe Elektrochemische Potential.

Das mit dem Gießen der Legierung ist unnötig, ist schon als feines gespinnst vorhanden. Ich denke ich probiere nachher die Acetat Methode mit H2O2 und die Sulfat Methode aus, schade keine HCl vorhanden ist im moment. 

Stefan

  • Gast
Re: Blei und Zinn trennen?
« Antwort #4 am: 11. März 2009, 03:28:38 »
Wenn man die Legierung in HNO3 löst, geht Blei gänzlich in Lösung, während Sn zur unlöslichen Zinnsäure oxidiert wird. Mit reichlich Wasser verdünnen, filtrieren, waschen.
Also theoretisch ganz einfach. Der Haken bei der Sache ist, dass Zinnsäure eine Art schleimiges Gel bildet das jeden Filter sofort zusetzt. Wenn du dir die Filtration solcher problematischer Substanzen zutraust, dann probiers. Eine Filtrationstechnik, die mit Zinnsäure fertig wird, würde mich wirklich interessieren.

Alternativ könntest du unter Luftabschluss die feinteilige Legierung mit HCl behandeln. Beides wird reagieren, Pb zu PbCl2 (ja, das funktioniert! Geht halt langsam.) und Sn eben zum leicht löslichen SnCl2 (ein gutes Reduktionsmittel, deshalb Sauerstoff fernhalten und kein H2O2 zufügen).
PbCl2 ist recht schwerlöslich, Filtration entfernt den größten Teil, den Rest fällst du im Filtrat mit Schwefelsäure zu Bleisulfat. Das Filtrat daraus stellt nun eine weitgehend reine Sn(II)-Lösung dar, die du auf irgendeine Weise reduzieren kannst (mir fällt leider gerade nichts geeignetes ein).