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Fotochemie - Bilder selbst machen
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Nitromethan:
Hallo!
Wollte mal fragen ob sich jemand von euch mit Fotochemie auskennt....
Ich möchte mir ne alte Plattenkamera bei Ebay kaufen, und wollte wissen ob es möglich ist sich das Fotopapier selbst herzustellen...
Habe ein bisschen gegoogelt aber nicht genug gefunden...
Ich weiß bisher nur das man AgCl oder AgBr auf das Papier aufbringt und dieses unter Lichteinfluss in Ag und Chlor/Brom zersetzt.
Jedoch habe ich nicht herausgefunden wie man das Papier stabilisiert und des Glanz herbekommt.
Für den Anfang würden mir Negative reichen!
Mephisto:
Ich erinnere mich vage, dass die Herstellung von Fotopapier mit genauer Anleitung u.a. in einer älteren Ausgabe von "Chemische Experimente, die gelingen" von Römpp und Raaf beschrieben wird. Das Buch wird längst nicht mehr gedruckt, ist aber in den meisten öffentlichen Stadtbibliotheken zu finden. Ich denke es war dieses Buch, aber meine Angaben sind ohne Gewähr ;-)
Mephisto:
Ich wollte überprüfen, ob ich mich noch richtig erinnern kann und habe anderthalb Stunden nach einer Kopie der Anleitung gesucht – aber auch gefunden ;-D. Hier ist sie:
»Selbstgemachte Fotopapiere
V1. Wir stellen unter Erwärmen eine 10%ige, wässerige Gelatinelösung her, lösen darin 10% Kochsalz auf, streichen die Lösung mit einem Schwamm auf ein Stück gewöhnliches, weißes Schreibpapier vom Format 9x12 cm, warten bis zum Trocknen und lassen dann das Papier in der Dunkelkammer bei gelbem Licht 2 Minuten auf einer 10%igen wässerigen Silbernitratlösung schwimmen. Das Papier enthält jetzt in einer Gelatineschicht lichtempfindliches Silberchlorid; man hängt es in der Dunkelkammer an einer Klammer zum Trocknen auf und preßt es hernach (immer im Dunkeln) zwischen Glasplatten. Nun schneiden wir aus einem dünnen Karton vom Format 9 x 12 cm allerlei Schriftzeichen, Zahlen, Figuren usw. heraus, legen diese Schablone auf die Schichtseite des lichtempfindlichen Papiers, bringen beides in einen Kopierrahmen und setzen diesen 10 Minuten dem Sonnenlicht aus. Dann schneidet man das Papier im Dunkeln in zwei Hätten, bringt die Hälfte I weiterhin ins Sonnenlicht und legt die Hälfte II unter Umdrehen 10-15 Minuten in eine Schale mit 20%iger, wässeriger Natriumthiosulfatlösung (Fixieren). Beider Hälfte I werden auch die weißen Stellen zwischen den Schrittzeichen allmählich dunkel, während bei der Hälfte II die nicht belichteten Stellen weiß, bleiben, so daß sich die dunklen Figuren der Schablone deutlich vom weißen Hintergrund abheben.
Erklärung: Die Gelatine dient zur Befestigung der lichtempfindlichen Silberchloridschicht, die bei der Reaktion zwischen Kochsalz und Silbernitrat entsteht. Gleichung: NaCI + AgNO3 → AgCI + NaNO3. Bei der starken Belichtung werden die vom Licht getroffenen Stellen in dunkles Silber und in Chlor gespalten. Das Natriumthiosulfat löst das vom Licht nicht getroffene, vom Karton verdeckte Silberchlorid unter Bildung eines leicht wasserlöslichen Komplexsalzes heraus, so daß an diesen Stellen bei der späteren Aufbewahrung des Bildes im Licht keine Nachdunkelung (infolge Abspaltung von Silber) mehr stattfinden kann. Die echten Fotopapiere werden nach sehr komplizierten Vorschriften hergestellt; sie sind sehr viel lichtempfindlicher und müssen vordem Fixieren entwickelt werden
V2. Mit echten Fotopapieren können wir ohne Fotoapparat sehr schöne Bilder von Blättern, Gräsern. Zahnrädern usw. herstellen. Dazu werden die genannten Objekte auf das Papier bei gelbem Licht gelegt, dann belichtet, entwickelt mit Metol-Hydrochinon, fixiert und gewässert.«
Zitat: Römpp, Raaf; Chemische Experimente, die gelingen, 20 Aufl. 1980, Franckh Stuttgart
--- Zitat von: Nitromethan am 29. September 2008, 00:15:45 ---Jedoch habe ich nicht herausgefunden wie man das Papier stabilisiert und des Glanz herbekommt.
--- Ende Zitat ---
Den Glanz erreichst Du ausgehend von normalem Papier wohl nur, wenn Du Dein selbst hergestelltes Fotopapier mit einem Spray wie Klarlack besprühst.
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