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  • 02. Dezember 2021, 08:44:35

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Autor Thema: Undichter Rotationsverdampfer  (Gelesen 5139 mal)

Stepfan

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Undichter Rotationsverdampfer
« am: 28. Juli 2016, 19:29:51 »
Moin Leute,
ich frag euch mal auch und zwar habe vor einiger Zeit einen gebrauchten IKA RV06 ML inkl. Glassatz geholt. Allerdings musste ich bei der Inbetriebnahme vor einigen Tagen bemerkt wie schlecht der Roti das Vakuum hält. Ohne Flüssigkeit beladen und einer Hysterese von 30 mbar klackert das Magnetventil alle 5 Sekunden los.
Ich habe schon die undichte Stelle entdeckt, es liegt wohl an der Verbindung des Kühlers/der Dichtung oder dem Dampfdurchführungsrohr/der Dichtung (Wasser blubbert dort).
Ich habe bereits versucht das Dampfdurchführungsrohr mit einigen Lagen Teflonband zu verdicken (mir kommt die Dichtung relativ lasch vor), aber brauchbarer macht es das ganze nicht wirklich. Die Dichtung sieht optisch relativ gut aus und ist auch mit meinem guten viskosen Hochvakuumfett von Dow eingeschmiert.

Hat einer eine Idee wie ich das System abdichten kann? Ich könnte zwar eine neue Dichtung kaufen, aber da die momentane noch recht gut aussieht, weiß ich nicht ob es bei diesen Preisen lohnenswert wäre. Bilder folgen...

Vielen Dank im vorraus,
Stepfan

[gelöscht durch Administrator]

kwecksilber_klaus

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #1 am: 28. Juli 2016, 19:53:46 »
Die Dichtung sieht optisch relativ gut aus und ist auch mit meinem guten viskosen Hochvakuumfett von Dow eingeschmiert.

Das ist die Todsünde Nummer Eins. Die Dichtung muß immer trocken sein und straff auf dem DD-Rohr aufsitzen, da es sonst verstärkt zu Abrieb und Verschleiß kommt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für die Undichtigkeit. Ich habe noch passende neue Dichtungen vorrätig, bei Interesse einfach ne PN schreiben.

PlanetScience

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #2 am: 29. Juli 2016, 12:43:51 »
Stepfan, mit deinem Anhang gab es ein Problem, das dazu geführt hat, dass man das Thema nicht mehr anzeigen konnte. Deshalb habe ich ihn gelöscht. Du kannst gerne versuchen, den Anhang erneut hochzuladen. Es würde aber auch nicht schaden, die Abmessungen des Bilds vorher zu verkleinern.
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Mephisto

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #3 am: 29. Juli 2016, 14:01:43 »
Es ist erstaunlich, aber man kann rein optisch eine schlechte nicht von einer guten Dichtung am Dampfdurchführungsrohr unterscheiden. Außer sie ist chemisch so angegriffen, dass die Sache klar ist. ;-) In meiner WiMi-Zeit an der Uni habe ich nebenbei Rotis gewartet. Da hatte ich oft Dichtungen die aussahen wie neu, wohingegen nur wirklich neue den Unterdruck hielten. Bei Dir wird auch nur eine neue Dichtung Abhilfe schaffen. Und dann wie kwecksilber_klaus schrieb (Karma +1): ohne Fett.
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Stepfan

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #4 am: 29. Juli 2016, 14:28:31 »
Alles klar, danke dafür. Ich habe mich schon gewundert warum man den Thread nicht aufrufen konnte.
Der Abrieb erklärt dann wohl auch warum die Dichtung relativ locker auf dem Dampfdurchführungsrohr saß, so konnte das ja nicht dicht sein. Ich hoffe mit der neuen Dichtung wird das besser. Die Dichtung war schon vorgefettet und auf folgender Seite der FU-Berlin wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Dichtung gut gefettet sein muss.
Vielen Dank für eure Hilfe!

kwecksilber_klaus

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #5 am: 29. Juli 2016, 17:03:35 »
Es ist erstaunlich, aber man kann rein optisch eine schlechte nicht von einer guten Dichtung am Dampfdurchführungsrohr unterscheiden.

Hm, da wage ich zu widersprechen. Zumindest bei den KD-22 von Büchi ist der Fall dann klar, wenn sich das Dampfdurchführungsrohr ohne Widerstand in der Dichtung drehen läßt oder sogar ein Spalt erkennbar ist. Außerdem ist die innere Dichtlippe zum Dampfdurchführungsrohr hin V-förmig zugespitzt, bei Verschleiß bildet sich hier eine glatte, zur Glasfläche des Dampfdurchführungsrohrs parallele Fläche.

Dichtungen älteren Typs (vollständig aus schwarzem Polymer) waren verschleißanfälliger, die neuen mit bräunlichem (Fluor?)Polymereinsatz in der Mitte sind deutlich widerstandsfähiger. Und verdammt teuer  >:-(

Danke für's Karma!
« Letzte Änderung: 29. Juli 2016, 17:38:16 von kwecksilber_klaus »

Phil

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #6 am: 29. Juli 2016, 17:19:26 »
Ja die Dichtungen kosten ein Vermögen. Aber fetten darf man nicht, wegen dem Abrib.
Da die Dichtung bei Dir optisch gut ausschaut mach volgendes, montire sie so wie es nach der gebrauchsanleitung sein muss, prüfe das Vakuum nochmal, sollte es wieder schlecht gehalten werden, nimm nur das Dampfrohr heraus, setze es wieder ein nach dem Dus gereinigt hast, eventuell ist es nun dicht.
Bevor Du das ganze zusammenbaust enferne das Fett. Silikonfett ist eine echte sauerei und sollte nicht im Labor verwendet werden, wenn immer möglich darauf verzichten.
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kwecksilber_klaus

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #7 am: 29. Juli 2016, 17:30:54 »
Silikonfett ist eine echte sauerei und sollte nicht im Labor verwendet werden, wenn immer möglich darauf verzichten.

Zumindest die Baysilone-Pasten kann man mit Ethern ganz gut von Glasgeräten runterspülen und sind insofern für meinen Geschmack nicht problematischer als Paraffin/Vaselin. Wobei die ja ganz gut mit normalen Detergenzien runtergehen im Gegensatz zu den Silikonen ;)

Stepfan

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Re: Undichter Rotationsverdampfer
« Antwort #8 am: 29. Juli 2016, 17:41:04 »
Ja die Dichtungen kosten ein Vermögen. Aber fetten darf man nicht, wegen dem Abrib.
Da die Dichtung bei Dir optisch gut ausschaut mach volgendes, montire sie so wie es nach der gebrauchsanleitung sein muss, prüfe das Vakuum nochmal, sollte es wieder schlecht gehalten werden, nimm nur das Dampfrohr heraus, setze es wieder ein nach dem Dus gereinigt hast, eventuell ist es nun dicht.
Bevor Du das ganze zusammenbaust enferne das Fett. Silikonfett ist eine echte sauerei und sollte nicht im Labor verwendet werden, wenn immer möglich darauf verzichten.
Hab ich schon gemacht, aber mittlerweile pfeift die Luft hörbar durch, vermutlich hat sich durch das Teflonband noch mehr abgerieben bzw. einfach verbreitert.
Aber schon von Beginn an lies sich die Dichtung sehr leicht durch das Dampfdurchführungsrohr schieben, was mich schon ziemlich stutzig gemacht hat.