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Autor Thema: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?  (Gelesen 8247 mal)

Phil

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Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« am: 29. September 2015, 11:39:02 »
Mein Labor ist ein ebenerdiger Raum der Abzug ist für eine Sturmlüftung vorgesehen, er öffnet sogar Türen, wenn sie nicht im Schloss ist 
Der Reaktor steht auf einem Auffangbehälter und dann kommt es auf die Umstände an was gerade gekocht wird, wenn er brechen sollte.
Es ist fliessend Wasser zur Kühlung der Apparaturen mit Ablauf, so wie einem Schacht zur Trennung von nicht Wasser löslichen Produkten die schwerer sind zum Absaugen. Mehrere Feuerlöscher wie CO2 Staub und eine Löschdecke sind vorhanden. Ein Lömi-sicherheitsschrank, der im Brandfall selber schliesst.
Gasmasken mit diversen Filtern. Schutzbrille mit schweren Schutzhandschuhen so wie Leichte Schutzhandschuhe und Handcreme die wie ein flüssiger Handschuh wirkt.
Sollte etwas in die Augen gehen ist Previnspray vorhanden. 
Wie habt ihr das gelöst?
« Letzte Änderung: 30. September 2015, 09:50:41 von Phil »
Nicht die Gewalt einiger weniger ist gefährlich, sondern das Schweigen der Masse.
Wer suchet der findet. Wer drauftritt, verschwindet. Alte Mienenregel.
Heute ist nicht alle Tage ich komm wieder keine Frage.
Die Indianer konnten die Einwanderung nicht stoppen, darum leben Sie heute in Reservaten.

synthon

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #1 am: 29. September 2015, 21:31:38 »
Klingt doch schon recht vernünftig. Denke, Ordnung und Sauberkeit tragen auch viel zur Sicherheit bei.

Hast du Rauchmelder bzw. Gas-Melder installiert?

Phil

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #2 am: 30. September 2015, 09:49:56 »
Nein der Raum ist zwangsgelüftet und der Ventil läuft immer durch. Rauchmelder ist eventuell ein Thema.
Klar Sauberkeit ist das A und O. Crosskontamination ist ein grosse Thema auf das lege ich fiel wert.
Nicht die Gewalt einiger weniger ist gefährlich, sondern das Schweigen der Masse.
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synthon

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #3 am: 02. Oktober 2015, 20:25:09 »
Sturmlüftung klingt vernünftig. Lassen sich deine Sicherheitsmaßnahmen auch ferngesteuert auslösen, wenn du z.B. den Raum verlassen musst oder gibt es Bedienelemente in Türnähe? Grundsätzlich kann man natürlich alle möglichen Gas-Sensoren installieren, ein Rauchmelder sollte aber schon sein.
Vernünftige Lagerung von Gefahrstoffen, getrennt nach Kompatibilität, in eher kleinen Gebinden (Vermeidung einer "kritischen Masse")...
Es gibt ja auch Möglichkeiten der Heimautomatisierung, z.B. Fernsteuerung per Handy-App von irgendwelchen Dingen daheim - vielleicht eine IP-Kamera ins Labor, die per Handy abrufbar ist?

Irgendwann wirds overkill, aber bis dahin kann man ja spielen ^^

cogere

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #4 am: 04. Oktober 2015, 01:49:41 »
Abgesehen von den üblichen bereits erwähnten Sicherheitsstandarts, ist es mir immer wichtig zu wissen
mit was für Stoffen ich da genau Arbeite. Ich habe mir angewöhnt, mich erst einmal in der
CD "Gefährliche chemische Reaktionen" von ecomed über eventuelle unerwünschte
reaktionen zwischen den eingesetzten Stoffen zu Informieren, ehe ich sie einsetzte. Da sind auch recht
interessant Unfallberichte, was in so mancher Chemiefabrik falsch gelaufen ist, mit dabei.
Ansonsten ist Sauberkeit und genauigkeit beim Arbeiten das beste mittel für ein langes gesundes leben in unserer Branche...
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2015, 02:26:22 von cogere »

Phil

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #5 am: 04. Oktober 2015, 07:30:17 »
Das ist sicher eine gute CD leider habe ich sie nicht. Ich informiere mich bei gestis da steht auch fieles. Ein Grund ist auch darum dass ich bei meinen Produkten die Physikalischen Eigenschaften angebe so wie GHS Symbole usw. Ich habe ein Etikettenprogram so dass die Produkte auch richtig beschriftet werden können über die Etikette klebe ich ein Tesaband um sie zu schützen.
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cogere

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #6 am: 04. Oktober 2015, 14:29:32 »
Zitat
über die Etikette klebe ich ein Tesaband um sie zu schützen.

Hatte ich bisher auch so gemacht....bis ich bei mir in der Arbeit vor einiger Zeit auf ein Gebinde mit Polyvinylbutyral gestoßen bin. Ich habe damit dann eine Ethanolische (Brennspiritus) lösung hergestellt (bis Sirupartige Konsistenz), wenn man hierin die Chemikaliengebinde eintaucht, wird die Flasche nach dem trocknen, mit einem durchsichtigen Glasklaren ( im gegensatz zu den matten PVC in THF- beschichtung) Film überzogen, der nicht nur die Flasche bei Glasbruch schützt, sondern auch in das Papier des Etiketts eindringt, und es so durch  eine quasi "Plastifizierung" schützt.Je nach konzentration der lösung, muss man ggf mehrmals eintauchen um eine dicke schutzschicht zu erhalten.
PVB wir übrigens auch in Windschutzscheiben bei Autos eingesetzt, da es sich durch eine splitterbindende Wirkung und hohe Reißfestigkeit auszeichnet.

kann man z.B. hier kaufen : http://www.kremer-pigmente.com/de/mal---binde--und-klebemittel/polyvinylbutyral-30-67600.html?x12780=d6416dc44f850a8ae79816435cf95952

Phil

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #7 am: 04. Oktober 2015, 15:31:09 »
Cooler tipp muss ich mal probieren, wie fiele Flaschen kannst Du mit 100g machen und welche grössen der Flaschen?
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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #8 am: 04. Oktober 2015, 16:05:01 »
Also mit 100g kannst du so ungefähr 1 - 1,5 L Lösung herstellen, hat bei mir für ca 20x 100ml Flaschen und 5x 250ml und 2x 1L Flaschen  gereicht. Die kleineren Flaschen hab ich getaucht, die größeren übergossen, sind aber nur geschätze angaben, da ich die lösung nach gefühl (Viskosität) hergestellt hatte und nich eingewogen....

Wenn du die bestellmöglichkeit über eine Firma hast, kannst du dir für erste Versuche auch  kostenlose Mustergebinde a 500g direkt vom Hersteller Kuray schicken lassen :  http://www.kuraray.eu/produkte/sortiment/mowital-standardsortiment/musteranfrage-mowital-standardsortiment/

Polyvinylbutyral 30  = Mowital B 30   

man kann auch mehrere verscheiden Typen, je nach Viskosität und Polaymeristationsgrad und gehalt an  Alkohol/Acetatgruppen bestellen...
Höchste Viskosität hat B 60 T

Phil

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #9 am: 04. Oktober 2015, 16:13:02 »
Danke das sind nützliche Angaben, guter Tipp. [daumenhoch] [hooray]
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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #10 am: 04. Oktober 2015, 17:55:54 »
Danke, freut mich helfen zu können  :-)

hier mal ein bild eines 100ml Fläschchens mit mehrfacher PVB schicht. Eigentlich sieht man,
das man nichts sieht ;-D , nur an der Verschlusskappe sieht man einen leichten Lackglanz, und etwas unterhalb
des Etiketts (Tintenstrahldruck) die leicht wellige struktur(vom tauchvorgang)... manche Gebinde habe ich komplett mit Verschluss getaucht, um sie zu versiegeln, hält auch absolut dicht !


* PVB-Schutz.jpg (128.37 KB . 800x799 - angeschaut 465 Mal)




Mephisto

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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #11 am: 04. Oktober 2015, 20:44:54 »
Danke für den guten Tipp mit Foto und Bezugsquelle! Karma +1. Und zufälligerweise auch Glückwunsch zum 100. Beitrag.
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Re: Wie sind Eure sicherheitsmassnahmen im Labor?
« Antwort #12 am: 22. September 2016, 02:34:31 »
Ich habe einen Apothekenabzug im Labor, der funktioniert auch ganz gut als Raumentlüfter, wenn etwas im Raum freigesetzt wurde. Außerdem ist neben der Gasflasche auf Bodenhöhe ein Gasmelder angebracht, der (wie ich festgestellt habe) auch auf Lösemitteldämpfe reagiert.
Ansonsten sind im Raum noch eine Augenspülflasche, ein Eimer mit Löschsand, eine Löschdecke sowie ein kleines "Feuerlöschspray". Der große ABC-Feuerlöscher hängt direkt vor der Türe im Flur. Ein Rauchmelder ist natürlich auch installiert.

Was die Lagerung der Chemikalien angeht, werden diese in PP-Wannen aufbewahrt (Ausnahme: Alle Salze außer Oxidationsmittel sowie Referenzsubstanzen). Die Wannen, welche Lösemittel, Säuren oder Laugen enthalten sind am Boden mit Katzenstreu als Bindemittel befüllt. Es werden folgende Kategorien getrennt aufbewahrt: Oxidationsmittel, Säuren, Laugen, Organische Lösemittel und/oder Feststoffe (in mehreren Wannen) sowie Organische Säuren.
Zusätzlich ist für kleinere Mengen an giftigen Substanzen (bis 250 mL-Flasche) ein Giftschrank vorhanden. Einige der Referenzsubstanzen werden auch im Kühlschrank aufbewahrt. Größere Flüssigkeits-Gebinde (> 1 L) werden in zwei großen Kisten (1x Säuren, 1x Lösemittel) in der Garage gelagert.

Zur persönlichen Schutzausrüstung (bzw. auch für Gäste) sind 2 Laborkittel, mehrere Schutzbrillen und Nitrilkautschuk-Handschuhe vorhanden. Falls notwendig ist auch eine Gasmaske mit Aktivkohlefilter vorrätig.

Das war's soweit, ich hoffe, ich habe nichts vergessen ;).

Liebe Grüße,
Florian
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