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Chemie Allgemein => Organische Chemie => Thema gestartet von: Aqua-regia am 26. Januar 2008, 01:01:50

Titel: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 26. Januar 2008, 01:01:50
Hallo!

Ich möchte wenig 3-Ethyamino-p-Cresol herstellen. (http://www.sigmaaldrich.com/catalog/search/ProductDetail/ALDRICH/275239)
Plan: Alkylisierung  von 3-brom-4-methylphenol mit et NH2 . HCl + Pyridin, + CuCl2 + H2O. Frage: wie kann ich ohne Autoklav arbeiten und wie kann ich das Produkt isolieren? Gefahr Zwilling, oder Zwitterion Habt euch andere Vorstellung ew. ein gute Synthesevorschrift?
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: PlanetScience am 26. Januar 2008, 01:19:20
Aqua-regia, willkommen im Forum! Leider hast du dein Thema in der falschen Kategorie erstellt. in Synthesediskussion kommen nur fertige Synthesevorschriften und Diskussion darüber, sodass man darin "blättern" kann und möglichst schnell zu den wesentlichen Informationen kommt (siehe auch hier (http://forum.lambdasyn.org/index.php?topic=34.0)). Bitte achte auch auf Rechtschreibung usw., das verhindert Missverständnisse und erleichtert die Kommunikation. Tut mir leid, dass ich gleich anfange herumzumäkeln, aber wir müssen die Qualität der Beiträge im Forum hoch halten, nimm's mir nicht übel.

Was dein Problem angeht kann ich dir jetzt nicht direkt weiterhelfen, aber Mephisto und Hyperion kennen sich bei solchen Fragen besser aus als ich :-).
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Hyperion am 26. Januar 2008, 02:49:53
Nun Isolierung kann wie mit allen anderen Aminen erfolgen, man bildet das Salz oder das freie Amin (freebase). Das Salz ist gewoehnlich in unpolaren Loesungsmitteln nicht loeslich und kann daher mit HCl Gas direkt aus einem Loesungsgemisch, wie zB EtOH/H2O/Aceton prezipitiert werden.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Mephisto am 26. Januar 2008, 18:26:22
Dein Plan sieht vielversprechend aus. Ich habe mit SciFinder die CAS-Datenbank bemüht, in der Hoffnung ein Paper zu finden, das unterschiedliche Reaktionsbedingungen und Katalysatoren bei der Umsetzung von Arylhalogeniden mit Ethylamin-Hydrochlorid vergleicht. Bis jetzt konnte ich leider noch nichts finden. Ein Blick in die Houben-Weyl Reihe könnte auch hilfreich sein.

Ich suche etwas allgemeiner, weil weder in der CAS- noch in der Beilstein-Datenbank die Synthese des Produkts auf diesem Wege beschrieben ist. Beschriebene Wege sind die industriellen Darstellungen ausgehend von 2-Methylanilin, das dann sulfoniert wird (usw.). Wie gesagt, ich werde noch nach einem allgemeinen Paper suchen.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 26. Januar 2008, 23:30:02
Danke Mephisto voraus! Es ist sehr wichtig, ein Weg zu finden , wo man kein Autoklav braucht.
Ich habe leider keine Zugang für Scifinder, oder Beilstein. Wenn ich das gewünschte Produkt mal selber herstelle, werde ich posten eine Synthese von Rhodamin 6G.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Mephisto am 29. Januar 2008, 01:52:13
Wenn ich das gewünschte Produkt mal selber herstelle, werde ich posten eine Synthese von Rhodamin 6G.
Sehr schön!

Nachdem einige Stichwort-Suchen keinen Erfolg brachten, habe ich es mit einer variablen Struktursuche versucht, bei der ein Arylhalogenid mit Ethylamin (-Hydrochlorid) zum N-alkylierten Produkt reagiert. Der Einfachheit halber habe ich Screenshots gemacht (siehe Anhang, die festgelegte Struktur ist rot). Über den Reaktionspfeilen stehen die Reaktionsbedingungen, die Dich interessieren könnten. Das sind nicht so allzu viele Informationen, aber in den Abstracts stand nichts wirklich Nützliches mehr. Um komplette Artikel zu beschaffen und zu sichten fehlt mir die Zeit, aber ich hoffe es sind ein paar Anstöße mit dabei, um eine bereits vorhandene analoge Prozedur zu finden.  Ansonsten hört sich Dein bisheriger Plan schon vielversprechend an. Vielleicht solltest Du Dir die Patente zuerst ansehen, da diese über das Europäische Patentamt zu erreichen sind.

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Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 29. Januar 2008, 20:14:12
Danke Mephisto!
Ich hoffe, das  deine Bemühung und beiligende Skizze wird mir helfen. Ich muss wahrscheinlich mehrere Synthesewege mal ausprobieren. Ich melde mich, wenn's fertig ist. Wovon ist Angst habe, das ist die Isolierung des Produktes, denn es sehr wahrscheinlich Zwilling, -o. Zwitterionisch. (Hoffentlich so heisst es auf Deutsch!)
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Mephisto am 29. Januar 2008, 22:01:01
Danke Mephisto!
Ich hoffe, das  deine Bemühung und beiligende Skizze wird mir helfen. Ich muss wahrscheinlich mehrere Synthesewege mal ausprobieren. Ich melde mich, wenn's fertig ist. Wovon ist Angst habe, das ist die Isolierung des Produktes, denn es sehr wahrscheinlich Zwilling, -o. Zwitterionisch. (Hoffentlich so heisst es auf Deutsch!)
Ein Zwitterion hat an seinem isoelektrischen Punkt keine Nettoladung und ist in unpolaren Lösungsmitteln gut, in polaren Lösungsmitteln schlecht löslich. Dieser Ansatz kann generell bei der Isolierung von zwitterionischen Stoffen verwendet werden.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 30. Januar 2008, 22:43:10
Hallo Mephisto,

ich versuche auch ein Industrieweg-Methode durchzuführen: Ethylalkylisation von o-aminotoluol, dann Sulphonierung, und mit Alkalischmelz die gewünschte Phenolgruppe zu bekommen. Link: http://v3.espacenet.com/textdoc?DB=EPODOC&IDX=CN1304926&F=0
Das  ist alles von Patentliteraturen, über den Ding, was ich gefunden habe. Die Beschreibung ist leider China-Sprache. Ist eigentlich einfach, nur die Aminogruppe ethylieren mit Mangelhafte Ausbäute, das ist ein schweres Problem. Wenn über diesen Schritt ein gute Vorschrift hast oder mitteilen kannst, dann wird bestimt funktionieren.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Mephisto am 31. Januar 2008, 00:53:40
Dieses Verfahren wurde so schon um die Jahrhundertwende von der BASF patentiert:
http://v3.espacenet.com/origdoc?DB=EPODOC&IDX=DE69074&F=0&QPN=DE69074
http://v3.espacenet.com/origdoc?DB=EPODOC&IDX=DE69596&F=0&QPN=DE69596
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 31. Januar 2008, 12:23:34
Ja, das ist schon klar für mich. Was mich interresiert, wie kann ich Ethylamino produkte, zb. o-ethylamino-toluol, oder in deinem BASF Patentlink genannte monoethyl-o-toluidine mal bekommen.
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Mephisto am 31. Januar 2008, 22:01:37
Ja, das ist schon klar für mich. Was mich interresiert, wie kann ich Ethylamino produkte, zb. o-ethylamino-toluol, oder in deinem BASF Patentlink genannte monoethyl-o-toluidine mal bekommen.
Z.B. aus Acetaldehyd, Zink, schwefliger Säure und dem o-Toluidin (2-Methylanilin), siehe Beispiel 2:
http://v3.espacenet.com/origdoc?DB=EPODOC&IDX=DE376013&F=0&QPN=DE376013
Titel: Re: Syntheseprobleme von 3-ethylamino-p-cresol
Beitrag von: Aqua-regia am 31. Januar 2008, 23:09:27
Aha, so geht's. Jetzt weiss ich Bescheid. Danke.