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Autor Thema: Essigsäureanhydrid aus Essigsäure  (Gelesen 3674 mal)
cyberchemie
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« am: 13. April 2010, 16:16:38 »

Bei den Synthesen wird Essigsäureanhydrid aus Acetylchlorid und einen Salz der Essigsäure aus der ersten Hauptgruppe hergestellt.

Wer dies machen möchte benötigt Acetylchlorid, welches nicht umbedingt leicht verfügbar ist.
Zudem ist eine Acetylchlorid-Synthese auch nicht für jedermann machbar, da man Phosphorchloride braucht, und diese sind praktisch immer T+ und dazu auch noch richtig gefährlich.

Ein interessanten Weg habe ich jetzt gefunden:

Wie wäre es mit der Dehydratisierung von Essigsäure.

Es wird anscheinend eine Temp. von 800° C benötigt, was durchaus machbar ist.

Wenn man sich nun einfach aus dem Supermarkt Essigessenz besorgt, diese aufkonzentriert (Destillation) und mit wasserfreiem Kupfersulfat das Restwasser herausholt, hat man ja Eisessig. Dies könnte man nun auch über den Gefrierpunkt testen.

Wenn man nun es schaffen würde eine geringe Menge Eisessig im Reagenzglas extrem stark zu erhitzen würde ja unter Wasserabspaltung Essigsäureanhydrid entstehen. Um die Reaktion mit dem Wasser zu verhindern, könnte man ja mit einem Haufen Trocknungsmitteln und wasserfreiem Kupfersulfat das Wasser binden.

Würdet ihr sagen praktisch möglich (wie in der Industrie), aber als Hobbychemiker nicht machbar?
Oder denkt ihr, dass man es schaffen könnte?

Verbesserungsvorschläge bezüglich des Aufbaus?

Gruß
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Hyperion
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« Antworten #1 am: 14. April 2010, 02:07:47 »

Zitat
Es wird anscheinend eine Temp. von 800° C benötigt, was durchaus machbar ist.
Wo hast Du dies gelesen?

Also schau mal - hast Du mal mit flammbaren Gasen bei 800 Grad experimentiert?
Alles andere als einfach machbar.
Du brauchst Druckgefaesse/Leitungen, stabile Temperaturregelung ueber die ganze Apparatur, Ar/N2 Schutzgas, und ein Trockenmittel funktioniert bei 800 Grad auch nicht, da es genauso dehyrdatisiert wird (CuSO4*5H2O verliert sein Wasser bei mehreren 100 Grad C).

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Phil
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« Antworten #2 am: 14. April 2010, 08:50:37 »

Ich denke auch dass Essigsäureanhydrid bei diesen Temp. Zerfallen würde in Ethan, CO, CO2, H2O, Ethin. Im Technischen Massstab ist es mit geeigneten Katalysatoren eventuell möglich, aber im Labor kaum oder nur sehr schwierig durchzuführen, wie Hyperion schon sagte.

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« Antworten #3 am: 15. April 2010, 14:50:23 »

Hab schonmal versucht aus Essigessenz die reine Essigsäure abzudestillieren. Keine Chance ist ein Azeotrop
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hefefurz
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« Antworten #4 am: 15. April 2010, 19:09:00 »

Wenn man sich nun einfach aus dem Supermarkt Essigessenz besorgt, diese aufkonzentriert (Destillation)

Daran scheitert es schonmal. Nächstes mal vorher ein bisschen gründlicher recherchieren!
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cyberchemie
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« Antworten #5 am: 16. April 2010, 15:08:06 »

Hab schonmal versucht aus Essigessenz die reine Essigsäure abzudestillieren. Keine Chance ist ein Azeotrop


Mit Trocknungsmitteln lassen sich auch Azeotrope trennen!  Zwinkern

@ hefefurz
Daran scheitert es schonmal. Nächstes mal vorher ein bisschen gründlicher recherchieren!

Das habe ich doch schon vom Anfang an getan (siehe oben).
« Letzte Änderung: 17. April 2010, 00:36:36 von cyberchemie » Beitrag melden   Gespeichert
hefefurz
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« Antworten #6 am: 16. April 2010, 18:53:23 »


Mit Trocknungsmitteln lassen sich auch Azeotrope destillativ trennen!  Zwinkern

@ hefefurz
Das habe ich doch schon vom Anfang an getan (siehe oben).

Wie soll das mit den Trocknungsmitteln funktionieren? Ich vermute, dass du nicht verstanden hast, was ein Azeotrop ausmacht. Und wenn du von Anfang an gut recherchiert hättest wäre dir aufgefallen, dass die ganze Idee nicht durchführbar ist.
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cyberchemie
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« Antworten #7 am: 17. April 2010, 00:36:19 »


Ohne streiten zu wollen, kann ich dir sagen, dass ich gefunden habe, das man Azeotrope mit Trocknungsmitteln trennen kann.
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hefefurz
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« Antworten #8 am: 17. April 2010, 08:50:47 »

Ohne streiten zu wollen, kann ich dir sagen, dass ich gefunden habe, das man Azeotrope mit Trocknungsmitteln trennen kann.

Sinnvoll wäre hierbei die Angabe einer Quelle. Dir ist sicher bekannt, dass auch Stoffgemische Azeotrope bilden können, die die bekannten Trocknungsmittel nichtmal "mitm Arsch anschauen". Von daher halte ich deine Aussage in ihrer pauschalisierten Form für äußerst zweifelhaft.
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Phil
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« Antworten #9 am: 17. April 2010, 09:18:07 »

Hallo Cyberchemie, Du hast recht Du kannst Azeotrope schon mit Trockenmitteln trocknen, aber Du kannst sie nicht zusammen mit dem Trocknmittel destillieren da hat hefefurz recht. Sie werden entfernt.
Bei Veresterungen wird oft ein Schleppmittel verwendet, das nimmt Wasser als Azeotrop mit. Das Schleppmittel kann mit Natriumsulfat getrocknet, dann abfiltriert und destilliert werden. Bei Brennspiritus funktioniert dies aber nicht so einfach, da Vergählungsmittel mit dem Ethanol ein Azeotrop bilden wo sich nicht einfach so trennen lässt, da muss man Fraktionierenddestillieren. Im Organikum ist beschrieben, wie gross so eine Kolonne sein muss.
Darum, in der Chemie gibt  1+1 manchmal 7 oder 4 oder 2 Je nach Bedingungen. Daher ist es wichtig das ganze Bild anzusehen. Genaue Beschreibungen von Problemen und Bedingungen.
Es ist wie beim PC Welches Betriebsystem mit welchem Programm und anderen Hard und Software verursacht Probleme.
Du siehst also Du und Hefefurz haben recht je nach dem von wo aus man das ganze betrachtet und wie Ihr beide es gemeint habt.
Was mir bei Euch beiden aber gefiel, Ihr habt einen anständigen Umgangston gehabt. 
 
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« Antworten #10 am: 17. April 2010, 10:12:30 »

Naja um das ganze mal von der Diskussion über Trockenmittel und der Eisessigherstellung aus wässriger Essigsäure wieder zum Kernthema zurückzuführen, was an sich viel interessanter ist, sollte man sich mal mit der Technik der Essigsäureanhydridherstellung in der Industrie befassen. Eisessig wird nämlich Mithilfe von Acetanhydrid hergestellt das hat, wie wir aus der vorherigen Diskussion gesehen haben auch seinen Grund.
Geht man jedoch von Eisessig aus, so ist es trotzdem im Heimlabor nahezu unmöglich ohne über Acetylchlorid zu gehen direkt Acetanhydrid herzustellen. Ich weis, dass bei Wikipedia steht, Acetanhydrid werde aus Essigsäure bei 800° hergestellt. Wenn das so einfach wäre, könnte ich das ohne weiteres im Rohrofen durchführen. Allerdings ist es in der Tat nicht einfach, ich weis allerdings nicht mehr so genau warum, weis aber noch, dass das industriell genutzte Verfahren in einigen Lexikas beschrieben ist. Es wäre interessant einen solchen Artikel hier mal in zusammengefasster Form vorliegen zu haben, die Frage nach der Acetanhydridherstellung stellt sich ja immer wieder.
Ich habe grade mal kurz gesucht und das Verfahren gefunden. Man nennt es Wacker-Verfahren und es funktioniert folgendermaßen:
Zunächst wird Essigsäure bei 750° und vermindertem Druck unter Eindüsung von Triethylphosphat zu Keten und Phosphorsäure umgesetzt. Phsphorsäure wird in der Gasphase mit Base z.B NH3 entfernt um das Gleichgewicht zugunsten der Ketenbildung zu verschieben. Anschließend muss sehr schnell gekült und die restliche Essigsäure und anderes werden wieder in den Prozess zurückgeführt. Das Keten wird verflüssigt und in Essigsäure eingeleitet.
Man sieht also, es ist im Labor nicht zu machen, es sei denn man verwendet ein anderes Verfahren zur Ketenherstellung.
« Letzte Änderung: 17. April 2010, 10:22:58 von 2bestyle » Beitrag melden   Gespeichert

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« Antworten #11 am: 17. April 2010, 15:38:58 »

@ Phil

Danke für den Exkurs bezüglich den Azeotropen.  Smiley
Hierzu möchte ich noch sagen, dass mir mein Fehler mit dem Trocknungsmittel und dem Destillieren aufgefallen ist, als ich mir die Quelle noch einmal verinnerlicht habe. Darum habe ich auch noch einmal einen meiner Beiträge korrigiert.

@ 2bestyle
Danke für das erklärte Verfahren

Außerdem möchte ich meine Frage auf ein gefundenes Experiment ausweiten:

Ethylen lässt sich durch Dehydrierung von Ethanol herstellen.
Hierzu wurde Ethanol-getränkter Sand erhitzt und das entstehende Gas in einer pneumatischen Wanne aufgefangen.

Könnte man nicht das Ethanol durch Essigsäure ersetzen!?

(Wasser in der Wanne müsste natürlich durch Öl ersetzt werden, da ja Acetanhydrid mit H2O reagiert)

Also, würde es doch vielleicht so funktionieren (die Dehydratisierung von Essigsäure)?
« Letzte Änderung: 17. April 2010, 15:45:00 von cyberchemie » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #12 am: 17. April 2010, 16:07:14 »

Nein, das geht einfach nicht! Da wird dir dein Sand auch nix nützen Cheesy . Glaub mir alle wege zum Acetanhydrit laufen mittelbar über Keten. Also mach dich über die Ketenherstellung schlau und vergiss deine Essigsäure mal, das wird damit nie im Leben was.
Nochwas zur Verfahrensweise, sich versuche auszudenken, erstmal überlegen, wie plausibel ein Verfahren ist, dann posten/testen. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!
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cyberchemie
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« Antworten #13 am: 17. April 2010, 16:31:14 »

Warum sollte es denn explizit nicht funktionieren?   Huh?

Mir fallen da eigentlcih keine Gründe ein ...
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Phil
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« Antworten #14 am: 17. April 2010, 16:55:57 »

Das von Dir beschriebene Verfahren zur Ethan Herstellung, geht meines Wissens nur mit Schwefelsäure und Sand oder direkt mit Schwefelsäure.
Essigsäure und Schwefelsäure werden weiter zu Wasser und Kohlenoxiden zersetzt. Ameisensäure und Schwefelsäure bildet Kohlenmonoxid.
Du musst ja das Gleichgewicht nach rechts also zum Anhydrid verschieben, dies geht aber mit Sand und Essigsäure nicht.
Schwefelsäure und Ethanol bildet Diethyleter bei niedrigen Temperaturen, wenn sie aber höher ist bildet sich Ethan. Deine Grund Idee kann ich nachvollziehen, aber die Mechanismen laufen nicht so einfach wie man es sich vorstellt, darum ergibt in der Chemie 1+1=7 oder 3 oder 2 je nach Blickwinkel. Darum ist es wichtig das der richtige Blickwinkel gewählt wird, so bekommst DU das richtige Resultat. Es ist mir Bewusst das man dies nicht so einfach lernen kann, am besten fragst Du mal Deinen Chemielehrer, es ist einfacher Dir das vor Ort zu zeigen mit den Reaktionsgleichungen, als so im Forum zu diskutieren. Ich möchte aber dies nicht verstanden haben das Du nicht fragen sollst, Du sollst Fragen das ist wichtig und richtig nur so kann man lernen, aber ich vermute das Du eine falsche Denkweise bekommen hast und die kann Dein Lehrer Dir besser aufzeigen.
Diese Erfahrung musste ich auch machen, ich hatte früher auch so Gedanken wie Du, darum verstehe ich Dich und will Dir helfen.
Schau auch mal im Wicki, die CAS Nummer, mit der findest Du ganz fiele Infos zu den Produkten, diese Nummer ist eine ID Nummer von den Produkten.
Du kannst es natürlich auch mal im kleinen versuchen.
Liebe Grüsse
Phil
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