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Autor Thema: Alternativen für "Lösungsmittel"  (Gelesen 1454 mal)
nukezone
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« am: 07. März 2010, 18:53:57 »

Oft wird in chemischen Anweisungen "Methanol" verlangt. Nur komisch das man fast jedes Lösungsmittel problemlos bekommt nur Methanol nicht.
Wieso ist das so?
Kann man es ersetzten wie Diethylether mit Methyl-tert-butylether ?
Wenn wiederrum "Ethanol" verlangt wird kann man dann (in der Regel, meistens!) z.B Bioethanol benutzen oder muss man das teure Zeug kaufen?
Ist es ratsam billigen Aldischnaps  zur Herstellung zu nutzen?
Kann man "Arene" als Lösungsmittel wie Benzol, Toluol, Xylol und Styrol untereinander  (in der Regel, nicht z.B bei einer Solvolyse) untereinander austauschen?
« Letzte Änderung: 07. März 2010, 19:06:20 von nukezone » Beitrag melden   Gespeichert
Mephisto
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« Antworten #1 am: 07. März 2010, 20:54:20 »

Das kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Es hängt von der Rolle des Lösungsmittels in der Reaktion ab, wie etwa ob ein Übergangszustand stabilisiert werden soll.

Generell gilt als Faustformel, dass fast immer Ether durch MTBE und Benzol durch Toluol ersetzt werden kann. Oft zeigt erst der praktische Versuch, ob eine Reaktion in einem ähnlichen Lösungsmittel abläuft. Fürs Extrahieren und Waschen können die Lösemittel aber wesentlich breiter variiert werden als bei Reaktionen.

Zum Thema Bioethanol: ich habe mal ein anorganisches Salz mit Bioethanol gefällt und selbst nach dem Trocknen hatte das Salz einen furchtbaren Geruch des Bioethanols. Daher würde ich nur mit MEK vergälltes Ethanol benutzen, egal wofür.

Nur komisch das man fast jedes Lösungsmittel problemlos bekommt nur Methanol nicht.

Schon im Bezugsquellen-Thread nachgesehen?
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« Antworten #2 am: 08. März 2010, 10:07:41 »

Oft wird in chemischen Anweisungen "Methanol" verlangt. Nur komisch das man fast jedes Lösungsmittel problemlos bekommt nur Methanol nicht.
Wieso ist das so?
Weil Methanol giftig ist.
Kaufen kann man es meistens nur gegen Endverbleibserklärung. Dafür dass es sich um einen giftigen Stoff handelt, ist Methanol in Deutschland im Gegensatz zu anderen giftigen Stoffen noch relativ einfach zu bekommen.

Zitat
Kann man es ersetzten wie Diethylether mit Methyl-tert-butylether ?
Bei den meisten Reaktionen kann man Methanol mit Ethanol oder Isopropanol ersetzen. Gibt aber auch enige Ausnahmen. Kommt auf jede einzelne Reaktion für sich drauf an. Wenn du eine explizite Vorschrift vor Augen hast, frag doch einfach.

Zitat
Wenn wiederrum "Ethanol" verlangt wird kann man dann (in der Regel, meistens!) z.B Bioethanol benutzen oder muss man das teure Zeug kaufen?
Wieso "teuer"? Der normale Spiritus mit 94-96% aus dem Supermarkt für 2-3€/L ist in der Regel mit MEK vergällt und eignet sich viel besser als der Bioethanolschlunz vonner Tanke (ich denke mal der ist hier gemeint). Der Wassergehalt ist niedrig. Für die meisten Anwendungen ist die Qualität mehr als ausreichend. Für alles andere kann man den Spritus allerdigns auch noch aufarbeiten. Dazu gibts hier einige Freds...

Zitat
Ist es ratsam billigen Aldischnaps  zur Herstellung zu nutzen?
Ethanol bildet mit Wasser ein Azeotrop. Die Verluste bei der Destillation und bei der Absolutierung sind groß. Würde eher davon abraten und falls nötig direkt den unvergällten absoluten für 25€/L kaufen (Kriegt man im Inet und in den meisten Apotheken problemlos).

Zitat
Kann man "Arene" als Lösungsmittel wie Benzol, Toluol, Xylol und Styrol untereinander  (in der Regel, nicht z.B bei einer Solvolyse) untereinander austauschen?
Benzol kann man in 95% der Fälle mit Toluol austauschen. Toluol kann man oft mit Xylol austauschen. Styrol... naja... keine Ahnung ehrlich gesagt..

Mfg
« Letzte Änderung: 08. März 2010, 10:14:44 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
nukezone
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« Antworten #3 am: 08. März 2010, 10:15:02 »

Danke für die Antworten und den Tip mit dem Bezugsquellen- Thread   Daumen hoch
Ich dachte eigentlich an Bioethanol für Kamine. den gibts auch mit 100% aber wenn es so ist......
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Phil
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« Antworten #4 am: 08. März 2010, 18:43:06 »

Styrol wird meines Wissens recht selten als LM verwendet, es ist in der Regel ein Edukt, da es auch zu reaktiv ist.

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Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Das Kamel das durch die Wüste rennt, erreicht die Oase nie!
Erfolg steigt nur zu Kopf, wenn dort der erforderliche Hohlraum vorhanden ist.
Ich beeile mich nicht mehr, ich komme noch früh genug zu spät.
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« Antworten #5 am: 10. März 2010, 12:45:23 »

Also das mit dem Methanol will mir einfach nicht in den Kopf gehen.
Hab gerade mal einen Schriftwechsel mit Herrn Wendt vom gleichnamigen Technikhandel gehabt.
Der würde es gerne anbieten aber das wäre nur zur Selbstabhohlung und damit verbundener Unterschrift ins "Giftabgagebuch" möglich.

Ist das Zeug den wirklich giftiger wie z.B Xylol oder Diethylether?
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« Antworten #6 am: 10. März 2010, 13:24:28 »

Ist das Zeug den wirklich giftiger wie z.B Xylol oder Diethylether?

Giftiger ALS Xylol oder Ether ist es allemal, das hättest Du aber auch leicht selbst rausfinden können...
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« Antworten #7 am: 10. März 2010, 16:17:16 »

 Jop =>Stibimt ja! Interessant ist auch:

Für den Abbau von Methanol ist - wie beim Ethanol auch - die Leber zuständig. Es ist sogar dasselbe Enzym am Werk: Die sogenannte Alkoholdehydrogenase verarbeitet im Körper Methanol und Ethanol gleichermaßen. Nur: Aus Methanol entsteht dabei Formaldehyd und in einem weiteren Schritt Ameisensäure. Die Substanzen können im gesamten Körper verheerende Auswirkungen haben. "Es drohen neurologische Schäden, so können etwa die Sehnerven geschädigt werden, so dass der Betroffene erblindet
Aber das positive ist: Achtung!
Kommt jemand mit einer Methanolvergiftung ins Krankenhaus, können die Ärzte zum Beispiel per Dialyse das Methanol aus dem Blut filtern. Zuerst sorgen sie allerdings dafür, dass die Substanz im Körper nicht weiterverarbeitet wird. Daher wird als Gegenmittel tatsächlich Ethanol eingesetzt.
Das ist doch mal ne feine Therapie, oder?
« Letzte Änderung: 10. März 2010, 16:24:57 von nukezone » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #8 am: 10. März 2010, 21:27:43 »

Jop =>Stibimt ja! Interessant ist auch:

Für den Abbau von Methanol ist - wie beim Ethanol auch - die Leber zuständig. Es ist sogar dasselbe Enzym am Werk: Die sogenannte Alkoholdehydrogenase verarbeitet im Körper Methanol und Ethanol gleichermaßen. Nur: Aus Methanol entsteht dabei Formaldehyd und in einem weiteren Schritt Ameisensäure. Die Substanzen können im gesamten Körper verheerende Auswirkungen haben. "Es drohen neurologische Schäden, so können etwa die Sehnerven geschädigt werden, so dass der Betroffene erblindet
Aber das positive ist: Achtung!
Kommt jemand mit einer Methanolvergiftung ins Krankenhaus, können die Ärzte zum Beispiel per Dialyse das Methanol aus dem Blut filtern. Zuerst sorgen sie allerdings dafür, dass die Substanz im Körper nicht weiterverarbeitet wird. Daher wird als Gegenmittel tatsächlich Ethanol eingesetzt.
Das ist doch mal ne feine Therapie, oder?
Soweit ich weiß wird man bei einer "richtigen" Methanolvergiftung über Tage hinweg bei min. 3 Promille per Ethanol-Lösungs-Tropf im Bett gehalten. Könnte ich mir schöneres vorstellen. Beispielweise Sex mit mehreren scharfen Krankenschwestern auf einmal. Das wäre doch mal ne feine Therapie. Leider gegen Major Depression noch keine Zulassung erhalten. Die Studie für die Zulassung wäre einfach zu aufwändig. Qualität der Schwestern müsste nämlich auch immer gut sein... nix mit billigem Chinaimport von Alibaba. Wink

Falls du dir aber mal nur was über die Haut schüttest hast du gleich ne Ausrede dich auch mal in der Woche zu betrinken! Das kann dann mal positiv sein.
« Letzte Änderung: 10. März 2010, 21:40:00 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #9 am: 12. März 2010, 15:07:58 »

Um noch mal auf die Frage dieses Threads zurück zu kommen möchte ich noch folgendes beitragen :
Methanol wird als Lösungsmittel wohl auch dann gerne benutzt wenn es den Reinigungsprozess der Umkristallisation am Ende eines Prozesses unterstützt wobei eine heiß gesättigte Lösung langsam abgekühlt wird.
Dies geschieht am besten wenn das LM die zu reinigende Substanz in der Hitze gut und bei Raumtemperatur oder bei 0°C möglichst wenig löst. Außerdem sollte das Lösungsmittel natürlich nicht mit der Substanz reagieren und gut von ihr zu trennen sein.
Die Reinigungswirkung wird unterstützt je langsamer die Abkühlung stattfindet da die Kristalle dadurch größer werden und eine kleinere Oberfläche für Verunreinigungen zu bieten.
Ich werde das Angebot wahrnehmen =>
Zitat
Wenn du eine explizite Vorschrift vor Augen hast, frag doch einfach.
da sonst mangels Erfahrung wohl nur der experimentelle Weg bleiben würde Augen rollen
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