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Autor Thema: Synthese von Kaliumformiat  (Gelesen 1473 mal)
bitrex
Wasserstoff
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« am: 17. August 2009, 19:48:19 »

Hallo!
Ich bin gerade dabei Kaliumformiat herzustellen und möchte meine Fragen und Erfahrungen mit euch teilen.
Weil ich aus Erfahrung weiß, dass Ameisensäure mit starken Basen wie KOH sehr heftig reagiert habe ich mir überlegt die Reaktion in EtOH durchzuführen.

Ich habe in einem 800ml Becherglas 120ml Ameisensäure 85% in 200ml mit MEK vergälltem EtOH 94% gelöst und langsam 112g KOH 85% hinzugegeben.

Die 5-8mm breiten und 4mm dicken Pellets, die ich zuerst in das EtOH vielen ließ, lösten sich binnen weniger als je einer halben Sekunde und einem sehr lauten "heulen" auf (Nachbar kam rüber um zu sehen, was ich da mache Cheesy -> Potentieller Showversuch)!
Da schon nach wenigen Gramm KOH die Siedetemperatur erreicht war, entschloss ich mich für ein großes Wasserbad mit mehren Kühlakkus als Kühlung. Die Reaktion ging ab da ann relativ flott (komplette Zugabe dauerte weniger als 10min).

Interessanterweise war zu beobachten war, das sich nicht unerhebliche Mengen Gas bildeten (leichtes Aufschäumen) und obwohl die Ameisensäure als Überschuss vorlag ich noch reichlich Ameisensäure nachkippen musste um auf einen leicht sauren pH zu kommen.

Hat sich die Ameisensäure unter Wasserstoffabspaltung und Bildung von KHCO3 und H2 bzw. H2 und CO2 zersetzt, was den Unterschuss an Ameisensäure am Ende erklärt. Oder hatte das KOH einen deutlich höheren Gehalt als 85%? und enthielt trotz der Packungsangabe "reinst" auch noch größere Verunreinigungen an KHCO3!?
(KOH 85% war "reinst" und von Lippert, Ameisensäure 85% war techn. und von Kremer Pigmente)

So, ich bin jetzt gerade dabei Ethanol und das entstandene Wasser abzudampfen.
Ich will um sicher zu gehen dass das Kaliumformiat wasserfrei ist noch auf ca. 165°C hochheizen um es zu schmelzen. Wie rekristallisiere ich die Schmelze am besten um (möchte wieder Kristalle haben)?
Ich kann leider keinerlei Löslichkeitsdaten von Kaliumformiat außer in Wasser finden. Eignet sich 96% Ethanol, oder ist Kaliumformiat zu gut in EtOH löslich, bzw. trocknet das Kaliumformiat vielleicht den Alkohol und wird dadurch wieder feucht? Was eigent sich statt Alkohol noch? Wie siehts z.B. mit Aceton, Ethylacetat, MeOH, iPrOH, Acetonitril und co. aus?

Freue mich über jede Anregung!



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Hyperion
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Gaia's Nachwuchs


« Antworten #1 am: 18. August 2009, 02:14:09 »

Hat sich das Gas auch unter Kuehlung gebildet? Ansonsten wuerde ich auf verdampfendes/kochendes EtOH tippen.
Deine Loesungen sind ja schon gut konzentriert, und die Waermeentwicklung ist durchaus zu erwarten.
Zitat
Hat sich die Ameisensäure unter Wasserstoffabspaltung und Bildung von KHCO3 und H2 bzw. H2 und CO2 zersetzt,
Das glaube ich weniger - denn das braeuchte weit hoehere Temperaturen, das passiert mit Sicherheit nicht in Loesung.
Zitat
und obwohl die Ameisensäure als Überschuss vorlag ich noch reichlich Ameisensäure nachkippen musste um auf einen leicht sauren pH zu kommen.
KOH ist eine staerkere Base als Ameisensaeure als Saeure, daher reagiert KCOOH basisch (-->Puffer).
Wurde das KOH als Pulver oder als Loesung geliefert? WAs sind die uebrigen 15%? Wasser? Oder K2CO3? Wink
Kaliumformat ist laut Wiki in EtOH loeslich- demnach auch in 96% EtOH (da der Rest Wasser ist). Ich wuerde einfach die zerpulverte Schmelze in EtOH loesen (reflux?), abfiltern/zentrifugieren, und die Loesung dann langsam verdampfen lassen.
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bitrex
Wasserstoff
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« Antworten #2 am: 18. August 2009, 12:33:46 »

Ich habe mein Kaiumformiat vermutich überhitzt! Mein Thermometer geht leider nur bis 150°C. Jedenfals war das Ding kurz vorm Platzen. Die Schmelze sprudelte ziemich heftig und roch fischartig. Zu was zersetzt sich Kaiumformiat in der Hitze? 
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Mephisto
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« Antworten #3 am: 18. August 2009, 23:02:08 »

Zu was zersetzt sich Kaiumformiat in der Hitze? 

Zuerst zu Kaliumoxalat unter Wasserstoffabspaltung, aber ich denke erst bei deutlich höherer Temparatur (vermutl. > 300 °C). Bei Dir verlor die Schmelze vielleicht nur ihr Kristallwasser. In Deinen ersten Post erklärt der hohe Anteil an K2CO3 im Kaliumhydroxid einige Deiner Beobachtungen (Schäumen etc.). Und das mit dem fischartigen Geruch: naja ab und zu riechen z.B. technische Lösemittel auch nach Amin; das hat nichts mit dem Kaliumformiat zu tun.
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Gast
« Antworten #4 am: 20. August 2009, 18:14:06 »

Nicht die Lösung verdünnen!

Ich habe vor Jahren mal ein Kilo Natriumformiat hergestellt und wenn man in die 100 % iger Säure direkt portionsweise das feste NaOH als Plätzchen gibt wird es fast gar nicht warm, geschweige denn von sieden.

Bis zu vollständigen abreagieren hat es sogar mehrere Stunden gedauert (habe mit Säureüberschuss gearbeitet) und hinterher den erstarrten block in Wasser gelöst und umkristallisiert.
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