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Autor Thema: Alternative Methylierungsmittel?  (Gelesen 2780 mal)
Viva_Polonium
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« am: 23. Juli 2009, 20:37:14 »

Moin!
Ich wollte mal fragen welche Stoffe sich neben Dimethysulfat, Trimethylphosphat, Methyiodid und Dimethylcarbonat noch so zur Methylierung eignen.
Wie sieht's mit den sehr einfach darstellbaren Borsäuretrimethylester oder Dimethylsulfit aus? Kann man auch Phopshorpentoxid in Methanol als Trimethylphopshatquelle direkt benutzen, ohne vorherige Destillation?

Mfg
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Patrick
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« Antworten #1 am: 23. Juli 2009, 21:18:25 »

Ich kenne noch methyllithium, hab aber keine ahnung wo man das bekommen kann.

Hat vllt jemand ne anleitung wie man aus dimethylsulfat und NH3 Methylamin herstellen könnte?

« Letzte Änderung: 23. Juli 2009, 21:39:14 von Patrick » Beitrag melden   Gespeichert
hefefurz
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« Antworten #2 am: 23. Juli 2009, 21:35:49 »

Ich kenne noch methyllithium, hab aber keine ahnung wo man das bekommen kann.



Wo ist hier der Fehler?
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Patrick
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« Antworten #3 am: 23. Juli 2009, 21:48:29 »

Was meinst du Hefefurz?

« Letzte Änderung: 23. Juli 2009, 21:52:54 von Patrick » Beitrag melden   Gespeichert
Viva_Polonium
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« Antworten #4 am: 23. Juli 2009, 23:25:10 »

Methyllithum könnte man "einfach" aus MeI und feingepulvertem Lithium in Ether als Lömi herstellen. Allerdings bildet das Produkt mit dem ebenfalls entstehenden LiI einen Komplex glaube ich. Für die meisten präparativen Zwecke sollte dieser aber geeignet sein.

Mir ist aber neu, dass es sich zu Methylierung eignet, wie soll das gehen? Unter Fällung von Lithiumhydrid!? Das wäre wohl zu schön wenn's klappen würde...

Weißt du eigentlich was mit Methylierung gemeint ist? Einführung von Methoxygruppen! Z.B. aus Phenol, Dimethylsulfat(-phosphat, carbonat, iodid...) und einer starken Base wie KOH unter Bildung von Kaliumsulfat(-phosphat, carbonat, iodid...) und Wasser Methoxybenzol herzustellen. Falls du den Reaktionsmechnismus nicht verstehst, frag einfach nochmal nach...

Das Problem bei der Sache ist dass Dimethylsulfat äußerst giftig ist (T+). Deshalb frage ich nach allgemeinen alternativen.
Trimethylph osphat hat leider einen sehr hohen Siedepunkt die Herstellung ertschwert und Dimethylcarbonat ist ebenfalls nur recht schwer erhältlich und schwer hezustellen (wüsste nichtmal wie). Methyliodid ist wiederum sehr flüchtig, auch giftig (aber nicht so fies wie DMS) was der Ertrag mindert.

Und gerade so sachen wie Borsäuretrimethylester wären tolle alternativen, wegen der guten Verfügbarkeit und nicht zuletzt wegen des extrem günstigen Preises.
« Letzte Änderung: 23. Juli 2009, 23:38:08 von Viva_Polonium » Beitrag melden   Gespeichert
Kanonenfutter
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« Antworten #5 am: 24. Juli 2009, 08:51:42 »

Weißt du eigentlich was mit Methylierung gemeint ist? Einführung von Methoxygruppen! Z.B. aus Phenol, Dimethylsulfat(-phosphat, carbonat, iodid...) und einer starken Base wie KOH unter Bildung von Kaliumsulfat(-phosphat, carbonat, iodid...) und Wasser Methoxybenzol herzustellen. Falls du den Reaktionsmechnismus nicht verstehst, frag einfach nochmal nach...

Auch wenn das erst dein zweiter Post ist, muss ich hier mal ernsthaft etwas richtig stellen, denn mir streuben sich die Haare !

Zum einen ist eine Methylierung nicht die Einführung einer Methoxygruppe sondern generell die Einführung einer Methylgruppe (-CH3). Es heisst ja auch nicht Methoxylierung und in Wasser wird hier gar nichts gemacht... Von daher, nicht so übermütig !

Methyliodid ist wiederum sehr flüchtig, auch giftig (aber nicht so fies wie DMS) was der Ertrag mindert.
Das Methyliodid mit einem Sdp. von ~42°C sehr flüchtig ist, stimmt wohl schon aber bitte sag mir nicht das du die Gefahren an MeI nicht erkennst und den Nachteil des Reagenzes bei der Flücjtigkeit siehtst !? Methyliodid methyliert (ha, da haben wirs wieder!) deine DNA Ruck-Zuck wenn du damit in Kontakt kommst was bei der späteren Transskription der DNA eine Menge unangenehme Folgen haben kann. Bei Dimethylsulfat wird es sogar noch extremer, weil du das Zeug noch nicht mal riechst und trotzdem sehr schnell vergiftet (s.o) werden kannst.
Die Beiden Reagenzien eignen sich somit ohne guten Abzug (der bei Hobbychemikern oft fehlt) offentlichtlich nicht für die Hobbychemie zu Hause. In einem richtigen Labor kann man die Stoffe so Handhaben das man "keiner" Gefahr ausgesetzt ist.
Vielleicht möchte noch jemand etwas dazu sagen ?

Kanonenfutter
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hefefurz
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« Antworten #6 am: 24. Juli 2009, 09:59:38 »

Vielleicht möchte noch jemand etwas dazu sagen?

Ich möchte noch dazu sagen, dass ich hoffe, dass sowohl der Threadersteller als auch der Zweitposter bitte die Finger von jeglichen Alkylierungsmitteln lassen, solange sich ihr theoretisches (und demnach auch praktisches) Wissen auf dem momentanen Niveau befindet.
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HCN
Gast
« Antworten #7 am: 24. Juli 2009, 14:45:12 »

Zitat
Hat vllt jemand ne anleitung wie man aus dimethylsulfat und NH3 Methylamin herstellen könnte

Methylamin sollte sich recht einfach durch Decarboxylierung aus Glycin herstellen lassen. Glycin gibt es ziemlich billig in großen Mengen, das entstehende Gas könnte man gleich zum Hydrochlorid umsetzen.

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hefefurz
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« Antworten #8 am: 24. Juli 2009, 18:14:46 »

Methylamin sollte sich recht einfach durch Decarboxylierung aus Glycin herstellen lassen.

Spekulation.
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HCN
Gast
« Antworten #9 am: 24. Juli 2009, 23:48:23 »

Zitat
Spekulation

Also zumindest die aromatischen Aminosäure sowie Valin und Alanin lassen sich in einem hoch siedenden Lösumgsmittel bei hohen Temperaturen ohne Probleme decarboxylieren. hab ich nämlich erst neulich gemacht um ne Reihe biogener Amine für bestimmte Testzwecke zu gewinnen.

Ich gehe also einfach mla daovn aus, dass es mit Glycin auch geht. Ist ja nicht sooo schwer das bei Bedarf mal im RG aus zu probieren, Methylamin riecht man schon wenns entsteht.
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Stefan
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« Antworten #10 am: 25. Juli 2009, 00:08:55 »

Methylbromid ist ein ganz ausgezeichnetes Methylierungsmittel, das man sehr leicht selber machen kann (H2SO4, KBr und MeOH) und in der Reaktivität dem Methyliodid viel näher steht als dem Methylchlorid. PainKilla von Sciencemadness hat in hervorragender Ausbeute 1,4-Dimethoxybenzol aus Hydrochinon, Alkali und Methylbromid (gasförmig) hergestellt.
Man kann MeBr zum Zwecke der Lagerung entweder in Methanol oder in Diethylether lösen. Ersteres eignet sich gut wenn man es zur Methylierung einsetzen will, zweiteres dann wenn man daraus Methylmagnesiumbromid herstellen will.
MeBr lässt sich durch Waschen mit konz. H2SO4 in einer Waschflasche reinigen, dies entfernt sowohl Wasser als auch Methanol.
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megasynthese
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« Antworten #11 am: 03. August 2009, 16:14:58 »

Dimethylsulfit (aus Thionylchlorid und MeOH) sollte recht gut funkioneren und ist ungiftig! Das dabei enstehende trockene HCl-Gas kann man noch in IPA oder Ether lösen und für andere Zwecke "speichern". Kann dazu im Internet aber keine Vorschrift finden!

Also zumindest die aromatischen Aminosäure sowie Valin und Alanin lassen sich in einem hoch siedenden Lösumgsmittel bei hohen Temperaturen ohne Probleme decarboxylieren. hab ich nämlich erst neulich gemacht um ne Reihe biogener Amine für bestimmte Testzwecke zu gewinnen.

Ich gehe also einfach mla daovn aus, dass es mit Glycin auch geht. Ist ja nicht sooo schwer das bei Bedarf mal im RG aus zu probieren, Methylamin riecht man schon wenns entsteht.
Kannst du mir sagen, wie du Valin und Alanin decarboxilierst?
Welches Lömi, welche Zeit, welcher Katalysator?
« Letzte Änderung: 03. August 2009, 16:23:59 von megasynthese » Beitrag melden   Gespeichert
Phil
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« Antworten #12 am: 03. August 2009, 19:34:18 »

Hier ist ein Link http://lambdasyn.org/synfiles/dimethylsulfit.htm wie Du den Ester herstellen kannst.
Oder meintest Du etwas anderes?
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megasynthese
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« Antworten #13 am: 03. August 2009, 21:48:37 »

Hier ist ein Link http://lambdasyn.org/synfiles/dimethylsulfit.htm wie Du den Ester herstellen kannst.
Oder meintest Du etwas anderes?
Ich meinte natürlich, dass ich keine Anleitung für die Methylierung mit Dimethylsulfit im Netz gefunden habe. Wie man Dimethylsulfit herstellt war mir ziemlich klar! Trozdem danke!
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rhodium
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« Antworten #14 am: 04. August 2009, 18:51:53 »

@HCN

Die Decarboxylierung von Glycin zu Methylamin ist in der Literatur bekannt:

- bei 210 - 220° C in Diphenylamin

- in Gegenwart von Bariumoxid (Justus Liebigs Annalen der Chemie, 1859, 109, 29)

- Oxidation von Glycin an einer Platinelektrode liefert Ammoniak, Methylamin, Dimethylamin und Trimethylamin

- Glycin zerfällt bei 270 bar / 310° C in Salzsäure unter Decarboxylierung

- Decarboxyliert in Gegenwart von Natriumethanolat

- Bildet bei pH 3-4 in Gegenwart von Fe(III) und Peroxid Methylamin-Carbonat
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