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Autor Thema: Birchreduktion - Ein paar Fragen  (Gelesen 3384 mal)
bromovox
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« am: 07. Mai 2009, 03:35:11 »

Hallo!
Ich habe mal ein paar Fragen zu Birch-Reduktion

- Werden nur konjugierte Doppelbindungen reduziert oder auch andere (Carbonyl, Hydroxy, etc)?

-Gibt Stoffe die NH3 komplett ersetzen können (Ethylendiamin?)?

-Gibt es geeignete Lösemittel, die genug NH3 Lösen um die Reaktion bei Raumtemperatur stattfinden zu lassen (Ethylendiamin?)?

 Mfg
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rhodium
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« Antworten #1 am: 08. Mai 2009, 09:11:18 »

http://www.organische-chemie.ch/OC/Namen/Birch.htm
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HF
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« Antworten #2 am: 30. Mai 2009, 22:56:03 »

Hätte da auch mal ein Paar fragen, wenn ich deinen Thread hier mal kurz missbrauchen darf Grin

Wieviel Flüssigen Ammoniak bekommt man aus 1L 25%iger Ammoniaklösung wenn man das als Gas austreibt und verflüssigt? (sind das dann  250ml?)

Gibt es irgendwelche Einschränkungen für Privatpersonen was den kauf von Flüssigem Ammoniakgas angeht?
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Cuny
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« Antworten #3 am: 30. Mai 2009, 23:37:42 »

Prozent ist immer sofern nicht anders angegeben in Gew./Gew. beziffert d.h. 250 g NH3.
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bromovox
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« Antworten #4 am: 31. Mai 2009, 03:02:50 »

Ammoniak ist giftig und deshalb nicht so leicht zu bekommen.
250g NH3 sind übrigens ca. 330 Liter Gas, also deutlich mehr als 250ml Smilie
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« Antworten #5 am: 31. Mai 2009, 09:52:30 »

Hi,

~330 Liter GAS ! aber meiner Rechnung nach ~190 ml flüssiger NH3.
 (http://www.linde-gas.at/spezialgase/spezialgase/ammoniak_3.8.html)
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HF
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« Antworten #6 am: 31. Mai 2009, 17:45:46 »

Danke, für die schnellen Antworten!
Wie sieht es eigentlich mit dem Alkalimetall aus wenn man das nun löst... das Alkalimetall wird doch unter Parafinöl
gelagert, gibt es hier einen Trick um das Parafinöl von den Alkalimetallstücken zu entfernen, beeinflussen die Reste die Reaktion nicht oder muss man die Stücke nur gut Abtropfen lassen um das Parafinöl zu entfernen?
Und welchen Unterschied macht es welches Alkalimetall man verwendet geht es hier rein um die Elektronegativität wie errechnet man die benötigte Menge an Alakalimetall und NH3?
« Letzte Änderung: 01. Juni 2009, 06:14:42 von HF » Beitrag melden   Gespeichert
schamane
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« Antworten #7 am: 21. November 2009, 15:18:41 »

hab mal was von abtupfen und dann gleich benutzen gelesen Grin
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cogere
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« Antworten #8 am: 21. November 2009, 18:17:16 »

nach abtupfen der paraffinölreste muss man noch mit einem scharfen messer oder sklapell das alkalimetall entrinden und anschließend sofort verwendet.

insbesondere ältere gebinde haben häufig eine dicke oxid/peroxid/hydroxidschicht die unbedingt vor verwendung zu entfernen ist, da diese sehr unangenehme eigenschaften haben kann wenn man sie vor verwendung nicht entfernt.

lagern unter petroläther ist sowiso besser da hierbei nicht so viel flüssigkeit am metall hängenbleibt, bzw. relativ schnell verdampft
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Phil
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« Antworten #9 am: 21. November 2009, 19:10:30 »

Nach dem Abtupfen, mit Toluol oder Petrolether abspülen, die Lösemittel lösen Paraföl auch gut auf.
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Nicht die Gewalt einiger weniger ist gefährlich, sondern das Schweigen der Masse.
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« Antworten #10 am: 05. Dezember 2009, 16:01:32 »

Was Deine anfängliche Frage angeht, solltest Du hier mal schaun:
http://www.patentstorm.us/patents/5675038/description.html
Der Artikel bezieht sich insbesondere auf die Verwendung eines Gemisches aus kurzkettigem Alkylamin und einem Polyamin (insbes. Ethylendiamin), als Ersatz für den flüssigen Ammoniak bei der Birch- / Benkeser-Reduktion...
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Lieber heimlich schlau als unheimlich blöd.


« Antworten #11 am: 11. Februar 2010, 23:03:28 »

Der letzte Eintrag ist zwar schon lange her, was zu sagen hab ich trotzdem. Natrium kann man super mit Toluol waschen und danach noch die Kruste mit 2-Propanol entfernen. Bei Kalium nimmt man besser Butanol. Bitte immer die Temperaturen im Auge behalten, damit die Reaktion nicht durchgeht. Alkohol-Waschlösung danach mit Wasser vorsichtig mischen und mit verdünnter Säure neutralisieren und dann wegkippen. So machen die es in den Farbwerken.
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Das Geheimnis des Erfolgs? Anders sein als die anderen, sich nie damit zufriedengeben, daß man zufrieden ist.

https://privacybox.de/butandiol.msg
Patrick
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« Antworten #12 am: 14. März 2010, 22:33:52 »

Ich hätte auch noch mal ein paar Frage, wenn das in Ordnung ist.

Angenommen ich will eine hydroxy-Gruppe reduzieren. Könnte ich dann nicht einfach eine wasserfreie NH3Lösung herstellen indem ich NH3 in MeOH/EtOH einleite anschließend die Ausgangssubstanz hinzugeben und  die doppelte molare Menge an Na stückchenweise hinzufügen, natürlich unter Rühren und Kühlen und das Gemisch dann anschließend aufarbeiten? Oder sind in diesen Gedankengängen grobe Fehler? Wenn ja korrigiert mich bitte!

Noch eine Frage: Wo bekomme eine evtl. schon fertige wasserfreie NH3 Lösung her?

Wäre es evtl. auch möglich eine alkoholiosche NH4Cl-Lösung zu nehmen?

Gruß
« Letzte Änderung: 14. März 2010, 22:42:07 von Patrick » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #13 am: 16. März 2010, 23:19:00 »

Ich hätte auch noch mal ein paar Frage, wenn das in Ordnung ist.
Klar

Zitat
Angenommen ich will eine hydroxy-Gruppe reduzieren. Könnte ich dann nicht einfach eine wasserfreie NH3Lösung herstellen indem ich NH3 in MeOH/EtOH einleite anschließend die Ausgangssubstanz hinzugeben und  die doppelte molare Menge an Na stückchenweise hinzufügen, natürlich unter Rühren und Kühlen und das Gemisch dann anschließend aufarbeiten? Oder sind in diesen Gedankengängen grobe Fehler? Wenn ja korrigiert mich bitte!
-Es wäre extrem gute Kühlung notwendig (Trockeneisschrot mit wasserfreiem IPA, Aceton oder sowas), da entstehende Wärme und der hochsteigende Wasserstoff das NH3-Gas schnell austreiben würden.
-NaOMe bzw. NaOEt etc. würde evtl. bei der Reaktion vielleicht stören.
-Ansonsten würde ich denken das es klappen müsste.

Zitat
Noch eine Frage: Wo bekomme eine evtl. schon fertige wasserfreie NH3 Lösung her?
Nur im größeren Stahlflaschen vom Gashändler. NH3-Gas ist allerdings nicht ungefährlich, deshalb als Privatmensch eher schwierig zu bekommen.

Zitat
Wäre es evtl. auch möglich eine alkoholiosche NH4Cl-Lösung zu nehmen?
Joaaa... man müsste bloß noch 1/3 äquivalente mehr Alkalimetall einsetzen und das "HCl" im NH4Cl zu entfernen.

2 Na + 2 EtOH --> 2 NaOEt + H2 Pfeil nach oben

NaOEt + NH4Cl --> NaCl + EtOH + NH3

Es entsteht nur so viel NH3 wie man Na hinzugibt. Normalerweise nimmt NH3 lieber im Überschuss. Könnte sonst vielleicht zur Fällung von Natrium kommen. Außerdem besteht die Lösung dann mehr aus einem NaCl-NaOEt-NH3-Natriumschleimt als um eine schöne effektive Reagenz.

Wäre ein Rückwurf an der erste Frage im Fred ob das wirklich interessant ist --> Kann man ein zusätzliches Lösungsmittel bei der Birch benutzen?

Die klassische Methode Ammoniumcarbonat (billig, OTC) oder so mit Abflussreiniger (billig, OTC) reagieren zu lassen und den entstehden NH3-Gasdampf über CaCl2 (billig, OTC) zu trocknen und mit Aceton/Trockeneis (billig, OTC (Trockeneis gibt z.B. im Citti-Markt etc.)) zu kondensieren ist deutlich ökonomischer und die Reagenz ist auf jeden Fall sauber genug für die meisten Reaktionen. BTW Lithium kann man auch anstatt Natrium nehmen, das gibt's in z.B. in Energizer-Li-Batterien metallisch, ist also auch OTC.

Zitat
Gruß
Gruß zurück.
« Letzte Änderung: 16. März 2010, 23:34:12 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
Patrick
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« Antworten #14 am: 17. März 2010, 12:17:28 »

Würde also folgende Anleitung funktionieren...

Konz. NaOH wird auf NH4Cl( oder ein anderes Salz) getropft wobei NH3 Gas entsteht. Dieses leitet man durch zwei mit CaCl2 gefüllte Trockentürme und anschließend verflüssigt man das NH3- Gas durch ein Aceton/ Trockeneis- Bad. Auf diese Weise stellt man 50 g flüssiges NH3 her und gibt anschließend stückchenweise 1mol Li/Na hinzu wobei sich die Lösung tiefblau färbt. Nun gibt man unter Rühren 0,5 Mol der Ausganssubstanz in 1Mol MeOH/ EtOH hinzu.
Nach 10 min entfernt man das Kältebad und absorbiert das verflüchtigende NH3- Gas in verdünnter Säure. Schlussendlich füllt man mit 100 ml 2% NaOH auf und ethert 3x mit 100ml Diethylether aus, trocknet über MgSO4, entfernt den Ether und fertig.

Das wäre ja mal ne schöne Reaktion für Privatpersonen die sich nicht beim Chemikalienkauf ständig rechtferigen wollen( Ether ist übrigens in Motorstarthilfen enthalten und das noch in recht reiner Form)  Zwinkern
Gruß Patrick
« Letzte Änderung: 17. März 2010, 13:33:46 von Patrick » Beitrag melden   Gespeichert
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