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06. Juli 2008, 22:35:26
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Autor Thema: Nickelphthalocyanin (mit Fotos)  (Gelesen 918 mal)
Mephisto
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« am: 11. Januar 2008, 23:20:16 »

Zum Start des neuen Forums wurde ich gebeten eine erste Synthese als Beispiel zu schreiben. Bei der Gelegenheit sage ich auch etwas zum generellen Vorgehen beim Posten von Synthesen und Extraktionen (der eigentliche Synthesetext ist schwarz, Erklärungen farbig). Gute Anleitungen werden mit der Zeit als vollwertige Synthesen in die bekannte Synthesensammlung von LambdaSyn aufgenommen. Daher würde ich mich freuen, wenn der dortige Stil hier Einzug findet, obwohl das natürlich jedem selbst überlassen ist. Dazu zählt u.a., dass weder Gerätschaften noch Chemikalien zuvor gesondert gelistet werden. Auch gehen wir davon aus, dass der Leserschaft der Umgang mit Chemikalien bekannt ist (GUV -  "Sicheres Arbeiten in chemischen Laboratorien"). Deshalb sind Sicherheitsinformationen auf das nötigste reduziert; nur besondere Gefahren werden aufgezählt. Mit anderen Worten, kommt man schnell zur eigentlichen Durchführung ohne langen Prolog. Gewöhnlich ist folgende Gliederung vorteilhaft:

  • "Zur Synthese:" eventuell etwas zum Reaktionsmechanismus
  • "Durchführung:"
  • "Beschreibung:" oder "Eigenschaften:" Beschreibung des Produktes, eventuelle historische Gegebenheiten (oft bei Pharmaka interessant)
  • "Quelle:" Literaturquelle


* NiPC-upload-01.gif (7.29 KB. 662x222 - angeschaut 74 Mal.)

Zur Reaktion: Phthalsäureanhydrid kondensiert im Beisein von Ammoniak zum Phthalocyanin-Grundkörper. Katalysiert wird die Reaktion durch Ammoniummolybdat. Harnstoff liefert durch seinen Zerfall oberhalb der Schmelztemperatur von 133 °C den nötigen Ammoniak. Eine Präparation ausgehend von Phthalsäure wäre alternativ ebenfalls möglich.

Durchführung: Die folgende Darstellung ist unter einem Abzug oder im Freien durchzuführen. Vorsicht, Nickelsulfat steht im Verdacht kanzerogen zu sein. In einer Reibschale werden 14.8 g (0.1 mol) Phthalsäureanhydrid, 60.1 g (1 mol) Harnstoff, 50 mg Ammoniummolybdat und 6.6 g Nickel(II)-sulfat Hexahydrat innig miteinander verrieben. Anschließend wird die Mischung mit Hilfe eines Heizpilzes in einem 500-ml-Rundkolben für 5 Stunden auf 180 - 200 °C erhitzt. Ab 150 °C ist eine starke Ammoniak-Gas Entwicklung zu verzeichnen. Der Harnstoff wurde im Überschuss eingesetzt, da ein Teil vor der gewünschten Reaktion zerfällt oder sublimiert. Nach Ablauf der 5 Stunden lässt man abkühlen und kocht das Reaktionsgemisch mit 200 ml 10%-iger Salzsäure 2 Stunden lang aus. Der dunkelblaue Feststoff wird abgesaugt, etwa 2 Stunden mit 200 ml 2 N Natronlauge ausgekocht, wieder abgesaugt, nochmals mit 200 ml 10%-iger Salzsäure ausgekocht, abgesaugt und mit Wasser chloridfrei gewaschen. Abschließend wird der Farbstoff im Exsikkator über Calciumchlorid oder Silicagel getrocknet.

Beschreibung: Nickelphthalocyanin bildet tief dunkelblaue sehr temperaturbeständige Mirkokristalle. Die Farbigkeit rührt, genau wie die des verwandten Kupferphthalocyanins, vom Π-Elektronensystem des [18]Annulens. Die Strukturformel lässt die Ähnlichkeit mit dem im Häm (Hämoglobin) und Chlorophyll enthaltenen Porphyrin-Kern erkennen. Allgemein erhält man durch Sulfonierung lösliche Phthalocyanin-Farbostoffe, während durch Einführung von Halogenen die Farbe beeinflussbar ist (siehe wikipedia/Phthalocyaningrün). Siehe auch die Eigenschaften des sich ähnlichen verhaltenden Kupferphthalocyanins.

Quelle: erarbeitet basierend auf Russ. Patent, 2148582, 10 Mai 2000 und Indian Journal of Chemical Technology, 13(4), 341-346; 2006

Generell sind bei selbst durchgeführten Synthesen Fotos sehr gern gesehen. Tipps zur Komprimierung von Fotos sind im Thread "Hinweise zur Komprimierung eigener Fotos" zu finden.

Edit by Mephisto: Diese Syntheseanleitung wurde unter der URL www.lambdasyn.org/synfiles/nickelphthalocyanin.htm zur Synthesensammlung aufgenommen.
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« Letzte Änderung: 02. Mrz 2008, 19:17:39 von Mephisto » Beitrag melden   Gespeichert

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« Antworten #1 am: 01. Februar 2008, 20:34:59 »

Mit dem gleicher Methode kann man Kupfer-, und Mg-Phthalocyanin herstellen.
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cogere
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« Antworten #2 am: 02. Februar 2008, 14:39:11 »

kann man statt ammoniummolybdat auch natriummolybdat als katalysator verwenden ?
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Mephisto
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« Antworten #3 am: 02. Februar 2008, 21:24:46 »

Mit dem gleicher Methode kann man Kupfer-, und Mg-Phthalocyanin herstellen.
Ja, wobei ich überrascht (und etwas enttäuscht) war, dass Kupferphtalocyanin und Nickelphthalocyanin einen ähnlichen Farbton haben. Es wäre interessant, ob das Kobaltphthalocyanin etwas violetter ist. Man kann es wie gesagt analog herstellen.

kann man statt ammoniummolybdat auch natriummolybdat als katalysator verwenden ?
Das ist sehr wahrscheinlich. Ich habe die Reaktion mit und ohne Katalysator durchgeführt und konnte keinen Unterschied feststellen (die Ausbeute habe ich aber nicht bestimmt, das war nur 'just for fun').
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« Antworten #4 am: 02. Februar 2008, 22:06:39 »

kann man statt ammoniummolybdat auch natriummolybdat als katalysator verwenden ?
Hier ist ausschlaggebend die Molybdat-ion als Katalysator, Kation kann andere Alkalimetall auch sein.
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Cyclomethan
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« Antworten #5 am: 24. Februar 2008, 16:40:30 »

Moin!

Mein erster beitrag hier, Endlich gibts ein Forum zu Lambdasyn:)


Cobaltphthalocyanin soll laut einigen Berichten, die ich gelesen habe, vom Farbton fast gleich sein wie das Kupferphthalocyanin.

Aber Ganz schön ist übirgens sonst noch das analog darstellbare Zinkphthalocyanin:  Es bildet schwarze Kristalle, die beim Zerreiben türkisfarbene Spuren hinterlassen. Falls ich den Versuch nocheinmal durchführe(in grösserer Menge), dann werde ich das hier dokumentieren.
Mangan(II)-phthalocyanin  Habe ich auch einmal darzustellen versucht, das bildet aber leider nur ein matschfarbenes Pulver. Ob es wirklich das Phthalocyanin war, lässt sich natürlich nicht abschliessend klären im Heimlabor, aber die Eigenschaften haben eigentlich eines solchen entsprochen. Hab leider kein NMR im Keller stehen:(

Zitat
kann man statt ammoniummolybdat auch natriummolybdat als katalysator verwenden ?
Ich sehe da auch kein Problem. Bei mir hats auch mit Molybdäntroxid funktioniert.
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JeTraQ
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« Antworten #6 am: 13. Juni 2008, 21:37:58 »

In dieser Synthese wird ähnlich der Kupferphtalocyanin-Synthese Ammoniummolybdat verwendet. Leider kann ich weder bei Merck noch bei anderen Herstellern Ammoniummolybdat finden. Lediglich Ammoniummolybdat(VI) konnte ich ausfindig machen.

Kurze Frage: Ist das die richtige Substanz?  Zwinkern

Noch besser wäre, wenn jemand eine Bezugsquelle oder Synthesevorschrift posten könnte!  Cool

Wäre im Falle des Natriummolybdat's(VI) (welches um einiges Preisgünstiger ist) auch dessen Dihydrat (MoNa2O4 * 2 H2O) als Alternative ratsam?
« Letzte Änderung: 13. Juni 2008, 22:50:16 von JeTraQ » Beitrag melden   Gespeichert
Cuny
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« Antworten #7 am: 13. Juni 2008, 23:28:23 »

Kurze Frage: Ist das die richtige Substanz?  Zwinkern

Ja du hast die richtige Substanz gefunden. VI ist die Wertigkeit des Molybdäns.
Du kannst jedes Molybdat nehmen, das du finden kannst. Katalytisch aktiv ist wohl nur das MbVI-Atom. Daher funktioniert auch das Molybdäntrioxid, wie Cyclomethan sagte.

Wäre im Falle des Natriummolybdat's(VI) (welches um einiges Preisgünstiger ist) auch dessen Dihydrat (MoNa2O4 * 2 H2O) als Alternative ratsam?

Klar, man nimmt bei sowas halt Ammoniumverbindungen weil diese beim Erhitzen Ammoniak abspalten. Bei Natriummolybdat hast du dann eben noch Natriumionen im Produkt, was aber niemanden stören sollte.

LG Cuny
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