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  • 22. September 2018, 23:07:27

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Autor Thema: DC von Cannabisextrakt  (Gelesen 522 mal)

Kanonenfutter

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DC von Cannabisextrakt
« am: 08. Februar 2018, 18:10:08 »
Hallo Zusammen,

vor ein paar Tagen hatte ich die Idee mal eine Dünnschichtchromatographie von einem Cannabisextrakt zu machen um grob zu sehen aus wie vielen Komponenten es besteht. Ich musste den Wissensdurst befriedigen :)
Das Extrakt wurde aus Pflanzenmaterial gewonnen, welches mit Pentan bei Raumtemperatur extrahiert wurde. Die gelbe Lösung wurde dann auf die DC-Platten aufgetragen.

Literatur war dazu schnell gefunden. Der Artikel "Separation and Identification of Cannabis Components by Different Planar Chromatography Techniques (TLC, AMD, OPLC)" (https://pdfs.semanticscholar.org/6137/2b5683729f9f42d0dfa6d82178679293be33.pdf) gibt erste Orientierungspunkte bzgl. des Lösungsmittelgemischs, wobei ich grundsätzlich recht unpolar angefangen hätte zu testen. Im Artikel werden Gemische von Hexan/Isooctan/EtOAc/HOAc sowie Hexan/Et2O, Aceton/iPr2O, CH2Cl2 usw. angegeben, wobei Hexan/Et2O wohl am besten funktioniert.
Aus Interesse habe ich auch mal ein sehr unpolares DC mit reinem Hexan laufen lassen, das Färbemittel war bei mir verdünnte KMnO4-Lösung. Das Fast-Blue-Reagenz aus dem Artikel hatte ich leider nicht zur Hand.

Auf den Bildern seht ihr von rechts nach links: Reines Hexan (nicht angefärbt), Toluol (KMnO4), Hexan/Et2O 4:1(KMnO4, Aus dem Artikel), Hexan/Et2O 3:1 (KMnO4). Die Bleistiftmarkierungen stammen von der Betrachtung des DCs vor dem Anfärben unter UV-Licht.
Das im Artikel empfohlene Lösungsmittelgemisch (Hexan/Et2O 4:1) war bei mir etwas zu unpolar. Ein 3:1 Gemisch erzielte eine bessere Auftrennung. Im Artikel wurden die Untersuchungen auf HPTLC-Platten durchgeführt, ich hatte hingegen nur übliche Silikaplatten mit Fluoreszensindikator zur Verfügung. Der Unterschied ist bei den sehr eng aneinander laufenden Flecken im oberen Teil des DCs zu erkennen. Die Trennung ist hier nicht so deutlich.

Die Flecken waren unter UV-Licht nur mittel gut zu erkennen, beim Anfärben hingegen sind sie deutlich. Dies ist schön beim Unterschied der äußerst linken Platte auf den beiden Bildern zu erkennen. Wo unter UV-Licht nur ein dünner Schatten (gestrichelte Kreise) zu erkennen sind, ergibt sich beim anfärben ein deutlicher gelber Fleck.

Vergleicht man meine DCs mit dem Arikel (Figure 1) kann sieht man das auch mein verwendetes Extrakt sehr wahrscheinlich aush CBN, CBD und 9-THC besteht. Was eine Erkenntnis :) Leider sind keine Rf-Werte angegeben, sonst hätte man ggf. weiter vergleichen können.


Ich hoffe dieser kurze Einblick in das Extrakt von Cannabis hat euch interessiert. Ich habe es als sehr spaßiges, kurzes Experiment empfunden.


Kanonenfutter
« Letzte Änderung: 08. Februar 2018, 18:13:34 von Kanonenfutter »

Phil

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Re: DC von Cannabisextrakt
« Antwort #1 am: 08. Februar 2018, 19:00:08 »
Super gemacht danke. [fun]
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