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Autor Thema: Wasserfreies Ethanol herstellen aus Spiritus?  (Gelesen 6901 mal)
Nitromethan
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« am: 22. August 2008, 12:56:33 »

Hallo!
Ich benötige zur Synthese von Aluminiumtriethanolat reinen Ethanol.

Das Vergällungsmittel (MEK) kann man ja leicht mit Zink/HCl entfernen.

Aber wie trocknet man Ethanol danach am besten? Mit CaCl2?

Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen denaturiertem und normalen Spiritus?
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Jackal
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« Antworten #1 am: 22. August 2008, 15:12:20 »

Absoluten Alkohol bekommst durch die Trocknung mt nem Molekularsieb porengröße 3 Ǻ; auch verwendbar CaO;Mg oder MgO
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Gruß

Jackal
Peter
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« Antworten #2 am: 22. August 2008, 16:39:03 »

auch verwendbar CaO;Mg oder MgO

Branntkalk wird meistens dazu verwendet, den Großteil der restlichen 4 % Wasser zu entfernen. Absolut wasserfreien EtOH gewinnt man, indem man den vorgetrockneten EtOH mit Natrium und und einen hochsiedenten Ethyl-Ester umsetzt. Ich glaube Phthalsäurediethylester wird dazu recht gerne verwendet.

Das Vergällungsmittel (MEK) kann man ja leicht mit Zink/HCl entfernen.

Ob man das MEK somit vollständig entfernen kann bezweifel ich. Jedenfalls sollte man das Produkt mit DNPH auf Ketonrückstände testen.

Mit CaCl2?

Nein, Calciumchlorid ist für Alkohole kein geignetes Trockenmittel, da es diese in Analogie zu Wasser in seinem Kristallgitter einbaut.
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Nitromethan
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« Antworten #3 am: 22. August 2008, 18:11:51 »

Großes THX! Selten so kompetente Antworten bekommen!
Werd's mit CaO probieren!

Leider weiß ich immernoch nicht was beim Spiritus "Denaturiert" bedeutet! Bei Proteinen is ja klar, aber bei Ethanol!?
« Letzte Änderung: 22. August 2008, 18:24:31 von Nitromethan » Beitrag melden   Gespeichert
Mephisto
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« Antworten #4 am: 22. August 2008, 22:32:51 »

Großes THX! Selten so kompetente Antworten bekommen!
Werd's mit CaO probieren!

Leider weiß ich immernoch nicht was beim Spiritus "Denaturiert" bedeutet! Bei Proteinen is ja klar, aber bei Ethanol!?

denaturiert = vergällt

Schon gesehen? → www.lambdasyn.org/synfiles/ethanol.htm
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« Antworten #5 am: 23. August 2008, 09:02:47 »

Denaturierter Alkohol enthält auch: Toluol, Pyridin, Campher, Cyclohexan, usw. Bei diesen Produkten wird keine Alk-steuer erhoben, weil er ungeniessbar ist.
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« Antworten #6 am: 23. August 2008, 16:52:05 »

Hi, Nitromethan!
Die Trocknung wasserhältigen Alkohols(Spiritus)mit CaO erfordert erfahrungsgemäß mehrtägiges refluxieren,ist arbeitsaufwendig  und verlustreich(20-25% des eingesetzten Alkohols).

Einfacher und billiger kann stark wasserhältiger Spiritus(mehr als 1% Wasser)mit CaC2 behandelt werden.
So gewonnener Alkohol ist nach sorgfältigem Abdestillieren selbst für Grignardreaktionen geeignet.

Der Zusatz des CaC2 (300-350g) zu 1000ml Spiritus(95%) erfolgt zweckdienlich unter einem Abzug oder am offenen Fenster.in Teilportionen zu je 50g.
Während des Zusatzes soll der Kolben mit dem vorgelegten Alkohol weder gerührt noch geschüttelt werden da sonst jeder neue Zusatz vom abgeschiedenen Ca(OH)2 ummantelt und die Reaktion stark verlangsamt würde.
Wenn der letzte Zusatz CaC2 unverändert bleibt,läßt man noch 2-3 Stunden stehen,dekantiert vorsichtig ab und destilliert.

Test: kristallisiertes KMnO4 gibt mit 99,5% Alkohol nach 5 Minuten eine schwache,blaßrosa Färbung!
        Alkohol mit über 99,63% zeigt hingegen keinerlei Verfärbung
        Ausbeute: fast 95%d.Th   
(Science 62 (1925)  Seite 224)
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Phil
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« Antworten #7 am: 23. August 2008, 17:04:17 »

CaCl2 gibt mit Ethanol Komplexe, so kann zB. Ethylacetat von Ethanol befreit werden. Wenn Du den Alkohol trocknen willst würde ich NaSO4 oder Molekularsiebe nehmen. Oder die Methode von alberich (ich habe sie aber noch nie ausprobiert), mit Calciumcarbid, nur wie leicht kommst Du an CaC heran?
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« Antworten #8 am: 23. August 2008, 18:09:39 »

In einem 2-l-Schliffkolben mit Rückflusskühler, der durch ein CaCl2 verschlossen ist wird 1-l Ethanol mit 250 gr gebranntem Kalk 8 Stunden gekocht.da die Suspension stösst sollte gerührt, am Rotovab oder einen 25 cm langen Holzspan in den Kolben gestellt werden.
Wenn nicht gerührt wird, den Kolben mehrere male schütteln bevor es kocht.
Anschliessend destilliert man unter verwendung eines Vakuumvorstosses, an dessen Ende ein CaCl2-Rohr hangt, ab. Etwa 20 ml Vorlauf werden verworfen.
Es ist Zweckmässig, in den Schenkel des Destaufsatzes einen lockeren Glaswollepfropfen zu schieben, der das mitgerissene CaO abfängt.

Benötigt man völlig wasserfreien Alk. Verfahre so weiter.
C2H5ONa + H2O = C2H5OH + NaOH
C6H4(CO2C2H5)2 + 2NaOH = C6H4(CO2Na)2 + C2H5OH

In einem 2-l-Schliffkolben mit Rührer Rückflusskühler CaCl2 Rohr.
Durch den Dritten Tubus wird 1,5-l mindestens 99,5% Ethanol einige Siedesteine sowie nach und nach insgesammt 10,5 g Na zugegeben biss es vollständig gelöst ist. dann versetzt man mit 37,2 ml Phtahlsaeure-diethylester, wartet einige min. und kocht dann zum sieden. (keine Zeitangabe).
Dann wird über eine Kurze Kolonne destilliert.
Der so behandelte Ethanol enthält weniger als 0,05% Wasser.
Die Praxis des org. Chemikers. 43. Aufl.
 
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« Antworten #9 am: 24. August 2008, 01:03:10 »

So gewonnener Alkohol ist nach sorgfältigem Abdestillieren selbst für Grignardreaktionen geeignet.

Was hat der Alkohol in einer Grignard zu suchen? Grignards werden durch Alkohol immer zersetzt, egal wie viel Wasser dieser enthält.

R1MgX + R2OH Reaktionspfeil R1H + R2OMgX
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« Antworten #10 am: 01. Oktober 2008, 18:17:32 »

Man kann Spiritus auch wunderbar vortrocknen, indem man ihn zusammen mit Alufolie und NaOH rückflusskocht. Die Mengen berechnet man so, dass alles Wasser theoretisch mit dem Al reagieren kann, und das NaOH alles Al als Na[Al(OH)4] binden kann. So bekommt man schon mal einen Großteil des Wassers heraus ohne teure Chemikalien verwenden zu müssen. Außerdem wird so auch ein guter Teil des Vergällungsmittels gebunden.
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« Antworten #11 am: 03. Mai 2011, 18:21:36 »

Eigentlich könnte man auch über ALOX chromatografieren.
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« Antworten #12 am: 09. Mai 2011, 18:17:26 »

Früher konnte man mit Diethylphthalat vergällten Alkohol bei jedem grösseren Laborchemikalienhändler beziehen, mittlerweile hat zumindest Sigma das Zeug nicht mehr im Programm. War ideal um abs. Ethanol herzustellen.
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« Antworten #13 am: 14. Mai 2011, 21:57:17 »

Eigentlich könnte man auch über ALOX chromatografieren.

Ja, mit ALOX oder Molsieb gefüllte Säulen eignen sich dafür hervorragend. In der Arbeit haben wir so ein kommerzielles System zur Lösemitteltrocknung (siehe Bild), aber man kann es auch leicht selbst basteln. Jedenfalls ist es viel praktischer als ständig eine Absolut-Destille zu betreiben.
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« Antworten #14 am: 19. Juni 2011, 16:37:21 »

Dumme Idee eines Unbedarften  Zwinkern

Könnte man den MEK mittels Haloform-Reaktion in etwas leichter trennbares umwandeln bevor der Alkohol auch umgewandelt wird?
Anders formuliert. Würde z.B. NaOCl dem MEK den vorzug geben und zumindest einen Großteil des Alkohol unberührt lassen?
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