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Autor Thema: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese  (Gelesen 6793 mal)

Kanonenfutter

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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #30 am: 19. November 2016, 09:59:51 »
Hey,

ich musste nun erstmal nachsehen was du genau mit dem IBX gemacht hast und wozu du genau das MeNH3Cl gegeben hast.
Amine kann man oft sehr gut aus einem Reaktionsgemisch isolieren / entfernen wenn man eine Säure/Base Extraktion durchführt.
Das funktioniert wie folgt:
Das Reaktionsgemisch wird leicht sauer (pH etwa 3) eingestellt. Dabei geht das Amin als Ammoniumsalz in die wässrige Phase und es können die nicht basischen, organischen Verbindungen einfach mit einem hydrophoben Lösungsmittel deiner Wahl (Et2O, EtOAc, MTBE etc.) extrahiert werden. Um nun wieder das Amin freizusetzen stellst du den pH auf ~10 ein und extrahierst wieder mit einem hydrophoben, organischen Lösungsmittel. Diesmal geht das  freigesetzte Amin in die organische Phase und kann so isoliert werden.

Je nachdem wie gut dein Amin in Wasser löslich ist musst du recht oft die wässrige Phase im zweiten Schritt extrahieren.

lab-equip

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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #31 am: 19. November 2016, 14:05:06 »
Ich habe das Methylamin gebraucht um aus Cycloheptadienon das Tropinon zu machen. Mein Sumpf besteht aus Wasser, DMSO und Diethylether, darin ist eine Menge anorganischer Verbindungen die erstmal raus müssen bevor ich an die organischen komme. Für mich heißt das jetzt erstmal das gesamte Lösungsmittel im Roti mit Vakum abzuziehen und anschließend in Wasser und Ether Lösen und trennen. Danach wird der Ether getrocknet und dank der Idee meines Profs HCl Gas eingeleitet wobei hoffentlich das Tropinon als hydrochlorid ausfällt.

@Kanonenfutter im Endefekt genau wie dein Vorschlag nur leider löst sich das benzil wenn auch sehr schlecht in Wasser
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #32 am: 20. November 2016, 09:11:11 »
Das Benzil soll sich auch gar nicht in Wasser lösen, es wird in dem organischen Lösungsmittel gelöst und kann dann abgetrennt werden. In der wässrigen Phase ist dann dein Tropinon x HCl. Das Lösungsmittelgemisch muss nicht unbedingt vollständig im Vakuum entfernt werden.

lab-equip

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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #33 am: 20. November 2016, 11:40:46 »
Etwas benzil verschleppe ich leider durch das arbeiten mit wasser immer. Wenn auch nur 0,5 mg/ml. Erklär mir bitte warum es nicht nötig ist das Lömi vollständig abzuziehen? Da das DMSO mein Produkt nicht frei gibt.
« Letzte Änderung: 20. November 2016, 11:54:10 von lab-equip »
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #34 am: 20. November 2016, 12:01:16 »

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Apparatur


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* lambda_20161018_111633.jpg
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Lösen von IBX in DMSO mit Cycloheptanon


* lambda_220161019_121723.jpg
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Nach 24 Stunden bei 80 °C


* lambda_20161025_104447.jpg
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Nach der Neutralisation mit Kaliumcarbonat und der Zugabe von Methylaminhydrochlorid


* lambda_2016-11-08 10.02.34.jpg
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soviel Diethylether zugeben bis sich eine kleine Phase bildet (verdünnen)


* lambda_2016-11-15 14.02.45.jpg
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Benzoesäure mit Natriumhydrogencarbonat neutralisieren
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #35 am: 22. November 2016, 18:30:03 »
9:00 - 16:00 am einengen am Roti gewesen, echt heftig und das ganze wenn ich glück habe sind 10 Gramm OMG
Ich hoffe jetzt einfach das nichts weiter reagiert hat und das ich nächste woche an das Tropinon komme. 5 Gramm Tropinon wurden auf jeden fall noch bestellt mal schauen wies weiter geht.
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #36 am: 13. Januar 2017, 09:57:18 »
Hallo, also ich habe bis jetzt das DMSO nicht von meinem Tropinon wegbekommen. Etwas frustrierend aber ich lass mir was einfallen.

Dafür konnte ich jetzt die Synthese von Bis(4-fluorphenyl)methanol nochmal durchführen. Die Bedingungen wurden etwas verändert. So wurde das 1-Brom-4-fluorbenzol bei Raumtemperatur zu dem Mg getropft und der Grignard einfach laufen gelassen. Nachdem alles zugetropft war, wurde noch eine Stunde im Wasserbad unter Rückfluss gekocht. Anschließend im NaCl-Eisbad runtergekühlt und in die kalte Lösung das 4-Fluorobenzaldehyd langsam zugetropft und wieder unter Rückfluss gekocht. Eis zugegeben, Niederschlag mit 1/2 konz. HCl aufgelöst, mit Ether extrahiert die Extrakte vereinigt und mit Natriumsulfit und Natriumhydrogencarbonat ausgeschüttelt danach mit CaCl getrocknet.

@Kanonenfutter danke für deinen Tipp aber ich wollte das jetzt einfach so probieren
« Letzte Änderung: 13. Januar 2017, 10:03:07 von lab-equip »
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #37 am: 18. Januar 2017, 12:46:32 »
so gibt wieder neue Fotos und ich glaube jetzt einen Weg zu haben wie ich das Tropinon aus meinem Syntheserückstand extrahiert bekomme. Nachdem ich das Tropinon bekommen habe und es zu 2-CMT umsetzten wollte habe ich laut Vorschrift mein Tropinon in Cyclohexan gelöst und es ist ein gleichfarbiger und ähnlich anzusehender Rückstand in der Flasche zurückgeblieben. Anschließend habe ich dann probiert mit einer flüssig-flüssig Extraktion (DMSO und Cyclohexan) das Tropinon zu extrahieren. Nachdem ich das Cyclohexan abrotiert habe erhielt ich 0,3 g eines gelblichen Stoffes der jetzt erst ins FTIR muss.
Das ganze hätten laut Ausbeuterechnung ca. 13 g sein sollen, deshalb wurde das DMSO abrotiert (was jetzt endlich funktionierte) und der Rückstand wird in Wasser aufgenommen und anschließend mit Cyclohexan erneut extrahiert.
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #38 am: 24. Januar 2017, 19:04:04 »
Hat jemand eine Idee wie ich das 2-CMT umkristallisieren kann? Bis jetzt ist es nur eine rote Flüssigkeit.
« Letzte Änderung: 16. März 2017, 17:15:32 von lab-equip »
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #39 am: 16. März 2017, 17:55:30 »
Jetzt komme ich mal wieder dazu ein kleines Update zu schreiben. Den schwarzen Rückstand habe ich in wenig Wasser wieder aufgenommen und habe in den Kolben etwas Cyclohexan gegeben, anschließend habe ich den Kolben einen Vormittag lang im Rotationsverdampfer drehen lassen. Das Cyclohexan verfärbte sich gelb und wurde anschließend mit Kaliumcarbonat getrocknet.

Die so erhaltene Lösung wurde direkt in der Synthese für 2-CMT eingesetzt.

Die 2-CMT Synthese mit dem gekauften Tropinon möchte ich in ein paar Worten beschreiben. Das Dimethylcarbonat wurde mit NaH in Cyclohexan gelöst und vorgelegt. In diese unter Rückfluss kochende Lösung wurde dann Tropinon in Cyclohexan getropft. Nachdem alles zugegeben wurde versetzte man die Lösung mit etwas Methanol und kocht solange weiter bis das sprudeln aufhört. Anschließend versetzt man vorsichtig mit Wasser und trennt die Phasen, das Cyclohexan wird erneut mehrmals mit Wasser extrahiert und verworfen. Die wässrigen Extrakte vereinigt mit Ammoniumchlorid gesättigt und mit DCM extrahiert. Das DCM wird mit Kaliumcarbonat getrocknet und im Rotationsverdampfer entfernt.


 
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #40 am: 16. März 2017, 18:01:13 »
Zurück bleibt eine rote Flüssigkeit die über Nacht im Gefrierschrank kristallisiert.

Nachdem das Fläschchen über den Tag am Arbeitsplatz gestanden ist, hat sich wieder eine rote Flüssigkeit gebildet die ich mit DCM abgeschwemmt habe damit ich einen sauberen Feststoff für die Analytik bekomme.
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #41 am: 23. April 2017, 19:37:27 »
Und wie sieht es aus ? Was sagt die Analytik?

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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #42 am: 24. April 2017, 19:21:55 »
Bin gerade dabei das S-Enatiomer als Bitartrat zu separieren. Leider ist mir bei der ersten Umkristallisation mit Aceton/Wasser  auf Anhieb nahezu nichts ausgefallen wie komischer weiße bei jedem Schritt dieser Synthese. Nach einer Woche im Gefrierschrank sieht das ganze schon wieder anders aus. So wurden die Umkristallisationen zusammengeführt und in MeOH erneut umkristallisiert das Ergebnis sehe ich am Donnerstag. Ich hoffe auf sauberes farbloses S(-)-2CMT-bitartrate was sich für die Analytik eignet. Beziehungsweise die freie Base.
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #43 am: 27. April 2017, 15:30:06 »
Wie könnte es auch anders sein es ist nichts ausgefallen, heute morgen habe ich dann das MeOH abrotiert und einfach weiter gemacht. Sodalsg. drauf und mit DCM extrahiert mit Kaliumcarbonat getrocknet und wieder abrotiert. Ergebnis 3,8 g von irgendwas. (Auf jeden Fall riecht es gut.)

Ich würde aber nen Trick brauchen zum Reinigen mit der Säule. Ich packe die Säule mit Kieselgel. Wie kriege ich es hin das ich mein Produkt nicht verpasse. 
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Re: Unklare Arbeitschritte bei einer Mehrstufensynthese
« Antwort #44 am: 02. Mai 2017, 22:29:11 »
Hey,

bei einer Säulenchromatographie machst du es üblicherweise wie folgt: Je nach Säulenvolumen werden Fraktionen in Reagenzgläsern bis 250 ml Gläsern aufgefangen. Diese werden nachdem das gesamte Material eluiert ist bzw. währenddessen per Dünnschichtchromatographie untersucht. Dafür wird das gleiche Lösungsmittelgemisch (Eluent) benutzt mit dem du chromatographierst / in der Literatur angegeben ist. Nun kannst du auf der DC die Rf-Werte bestimmen und mit der Lit vergleichen.
Bitte nimm die Rf-Werte nicht als geschriebenes Gesetz, je nach Aktivität der DC-Platte können diese leicht variieren.
Bevor du das Rohgemisch auf die Säule aufträgst musst du dir sicher sein das du das vorherige Lösungsmittel (hier MeOH) vollständig entfernt hast, ansonsten kann es deine Trennung negativ beeinflussen.
Im Organiukm gibt es ein ganzes Kapitel über die Säulenchromatographie.