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  • 22. November 2017, 08:10:33

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Autor Thema: Magnesiumsulfat oder Doch Calciumchlorid für HCL-Trocknung?  (Gelesen 3050 mal)

flunzelord

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Ich will wasserfreies HCL erhalten. Ich habe gehört, dass das nur durch Schwefelsäure geht und man kann das Gas zusätzlich durch Calciumchlorid trocknen.

1.: Kann man auch Magnesiumsulfat verwenden? Das hätte ich schon vorrätig und müsste es nicht kaufen
2.: Warum nicht einfach die Salzsäure mit Magnesiumsulfat mischen? Müsste das Magnesiumsulfat nicht einfach durch Wasserentzug den Chlorwasserstoff freisetzen?

Wenn man genug verwendet, erhält man ja eigentlich dann HCl freies Magnesiumsulfat-Hydrat, welches unter ausreichend Hitze getrocknet werden kann. So würde ich mir teure Schwefelsäure sparen und könnte das Magnesiumsulfat ständig wiederverwenden.

Heuteufel

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Re: Magnesiumsulfat oder Doch Calciumchlorid für HCL-Trocknung?
« Antwort #1 am: 12. Juni 2015, 00:12:24 »
Schwefelsäure ist eine billige Industriechemikalie, also in technischer Reinheit so richtig billig.

Zu deiner Frage: http://www.bhbrand.de/downloads/v018.pdf  Schwefelsäure ist aber das beste und einfachste Trockenmittel.
Schau auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=PwDyRwc_FhI

"The higher impact projects tend not to be harder than lower impact projects. Just higher impact." - A commentator on the blog "In the pipeline"

flunzelord

  • Wasserstoff
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Re: Magnesiumsulfat oder Doch Calciumchlorid für HCL-Trocknung?
« Antwort #2 am: 12. Juni 2015, 01:21:32 »
Nur 2 Liter für 15€? Ich gehe ja mit, dass Schwefelsäure am besten dafür funktioniert und mir ist das absolut logisch erscheinend. Aber Recyceln? Dann habe ich verdünnte, für einiges unbrauchbare Schwefelsäure mit wenigen Prozenten.

Für sehr viele Experimente braucht man ausgerechnet Konzentrierte Schwefelsäure. Also entweder aufdestillieren unter hohem Verlust und Aufwand oder wegwerfen. Das finde ich nicht wirtschaftlich.

Ok, also mit sieden lassen von HCL klappt es schonmal. Warum kann man nicht einfach HCL-Säure auf Magnesiumsulfat tropfen lassen?

Und die wichtigste Frage: Ich habe gelesen, dass man aus Schwefelsäure und NaCl angeblich HCl gewinnen kann. Also gehe ich davon aus, dass HCl selbst nicht mit Magnesiumsulfat reagiert. Warum also nicht Magnesiumsulfat nehmen? Ich würde gerne darauf verzichten mir Calciumchlorid zu kaufen aus Kostengründen - Wäre eine weitere Chemikalie, wegen nur einem einzigen Verwendungszweck.


Noch ein dummer Gedanke: Warum HCl Säure nehmen? Wenn Schwefelsäure doch billig ist und Kochsalz fast kostenlos, kann man daraus ja eigentlich auch sehr effizient HCL gewinnen.

Salzsäure ist ja auch nicht gerade billig, dann enthält sie auch noch nur 37% Masseanteil HCL. Vorteil wäre, dass das HCl von Anfang an recht gut getrocknet sein müsste, da die Schwefelsäure selbst kein Wasser abgibt und würde sie genug Wasser enthalten, würde sie nicht das HCl freigeben. Außerdem ist das entstehende Natriumsulfat ja auch hygroskopisch.

So stelle ich mir das zumindest vor.

Heuteufel

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Re: Magnesiumsulfat oder Doch Calciumchlorid für HCL-Trocknung?
« Antwort #3 am: 19. Juni 2015, 22:46:56 »
Du machst dir zu viele unnötige Gedanken um die Theorie, und um Wirtschaflichkeit, und was weiß der Teufel sonst noch.  ;-) Das praktische Arbeiten im Labor lernt man indem man selbst Synthesen durchführt. Am besten ist es, man sucht sich zuerst eine detaillierte Synthesevorschrift aus, und versucht diese zu reproduzieren. Wenn man bis mehr Erfahrung hat, kann man Vorschriften abwandeln und sich selbst welche ausdenken. Die meisten Fragen, die du dir stellst, könntest du dir mit etwas Laborerfahrung selbst beantworten. Klingt vielleicht blöd, ist aber so. Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht.  [yo]
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