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  • 25. September 2017, 22:46:05

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Autor Thema: Heuteufels Channel  (Gelesen 14334 mal)

Heuteufel

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Heuteufels Channel
« am: 10. August 2013, 13:58:56 »
Ich habe jetzt einen Channel bei Youtube: http://www.youtube.com/user/Heuteufel

Da ich nur sehr unregelmässig Videos hochladen werde, werde ich in diesem Thread immer eine kurze Beschreibung mit Link posten, wenn es etwas Neues gibt.
Ich freue mich über jede Art von Verbesserungsvorschlägen (besonders bei fachlichen Ungereimtheiten bitte melden  ;-)) und Anmerkungen, Fragen,...

Fluoreszenz von Lucigenin: http://www.youtube.com/watch?v=9QNIs3l1RdU

Eine schöne Demonstration der Fluoreszenz von Lucigenin besteht darin in einem grossen Becherglas mit destilliertem Wasser, unter UV-Licht, etwas Lucigenin auf die Wasseroberfläche zu streuen. Die Kristalle erzeugen beim Absinken wunderschöne, lieblich grün leuchtende Schlieren. Nachteilig ist der grosse Verbrauch an Lucigenin (etwa 0,5 g bei einem 2 l Becherglas).

HCl-Generator: http://www.youtube.com/watch?v=PwDyRwc_FhI

Das Video zeigt eine Apparatur zur Entwicklung von Chlorwasserstoff, die einen sehr gleichmäßigen und gut einstellbaren HCl-Strom liefert. In dem Tropftrichter befindet sich 30 %-tige Salzsäure, die durch den hydrostatischen Druck (und Kapillarkräfte) über die Kapillare in die konzentrierte Schwefelsäure im Rundkolben eingepresst wird. Hierbei wird gasförmiger Chlorwasserstoff freigesetzt.
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Schnickschnack

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #1 am: 10. August 2013, 14:57:21 »
Zur HCl Maschine: Ich seh kein Druckausgleich am Tropftrichter, funktioniert das noch richtig wenn sich da Gegendruck aufbaut? Denn das soll ja wohl noch durch eine H2SO4 Waschflasche zum endgültigen trocknen und ich bevorzuge als Einleitungsgefäße schmale hohe und ne Fritte. Das drückt schon was gegen.

Wenn die Kapillare IN die Säure ginge - jetzt endet sie ÜBER ihr wenn ich mich nicht irre, dann würde wohl die H2SO4 per Hygroskopie (und Magie) die Salzsäure auch gegen erheblichen Druck ansaugen. Zmindest hats mir schon mal ne 5ml Spritze mit wässriger Lösung ratzfatz wegsaugt, oh, oh weh, die Erínnerung...

gruss

Phil

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #2 am: 10. August 2013, 15:17:24 »
Sieht alles nicht schlecht aus gut gemacht.  :-)
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Heuteufel

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #3 am: 10. August 2013, 21:18:26 »
Zitat
Zur HCl Maschine: Ich seh kein Druckausgleich am Tropftrichter, funktioniert das noch richtig wenn sich da Gegendruck aufbaut? Denn das soll ja wohl noch durch eine H2SO4 Waschflasche zum endgültigen trocknen und ich bevorzuge als Einleitungsgefäße schmale hohe und ne Fritte. Das drückt schon was gegen.

Wenn die Kapillare IN die Säure ginge - jetzt endet sie ÜBER ihr wenn ich mich nicht irre, dann würde wohl die H2SO4 per Hygroskopie (und Magie) die Salzsäure auch gegen erheblichen Druck ansaugen. Zmindest hats mir schon mal ne 5ml Spritze mit wässriger Lösung ratzfatz wegsaugt, oh, oh weh, die Erínnerung...
Doch, beim Tropftrichter handelt es sich um folgendes schnuckeliges Teil:

* tropftrichter.jpg
(135.26 KB . 1151x768 - angeschaut 398 Mal)

Das HCl wird oben abgeführt, dann geht es zur Waschflasche...

Die Kapillare geht bis ganz zum Boden, in die Säure, sonst klappt das auch nicht. Das kann man erkennen, wenn man das Video beim Blubbern langsamer abspielt.
Ich würde trotzdem dazu raten, noch ein Uebergangsstück (resp. einen Luftkühler/Kolonne, oder sowas) zwischen Kolben und Tropftrichter einzubauen, weil bei der Apparatur im Video fliesst gegen Ende nicht mehr alles HCl in die Schwefelsäure.
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Heuteufel

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #4 am: 19. August 2013, 12:23:15 »
Aluminium reagiert mit Iod: http://www.youtube.com/watch?v=wOVFWezZOhs

12 g Iod werden mit 2 g Aluminiumpulver vermischt. Die Reaktion wird durch ein paar Tropfen Wasser gestartet. Iod und Aluminium reagieren in einer stark exothermen Reaktion zu Dialuminiumhexaiodid (Dimer von Aluminiumtriiodid). Überschüssiges Iod verdampft hierbei. Wenn die Reaktion vorbei ist, kann man noch einen hübschen Funkenregen erzeugen, indem man etwas Wasser in das heiße Reaktionsgemisch spritzt.


* aluminium iod.jpg
(85.25 KB . 1151x767 - angeschaut 367 Mal)


Chemolumineszenz von Lucigenin: http://www.youtube.com/watch?v=IJ_vBr9oijw

In ammoniakalkalischer - ethanolischer Lösung zeigt Lucigenin ein besonders intensives Leuchten. Vorschrift: Spatelspitze Lucigenin in 50 ml destilliertem Wasser lösen; 800 ml Ethanol und 100 ml 25 %-tige Ammoniak-Lösung hinzugeben - 10 ml 35 %-tige Wasserstoffperoxid-Lösung unter Rühren hinzugeben.

Flammende Aluminium-Vernichtung:
http://www.youtube.com/watch?v=LQ8w2fCV1Dc

In einen 300 ml Weithals-Erlenmeyerkolben gibt man 100 ml einer 1 molaren Kupfer(II)-chlorid-Lösung und 50 ml konzentrierte Salzsäure. Dann wirft man etwas geknüllte Alufolie in den Kolben (nicht zu wenig). Es setzt eine heftige Reaktion ein, und Wasserstoff entweicht. Dieser wird angezündet und brennt mit einer durch die Kupfer-Ionen blaugrün gefärbten Flamme, die jedoch rasch erlischt, weil bei der Reaktion auch viel Wasserdampf entsteht.

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Cuny

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #5 am: 20. August 2013, 10:11:58 »
Wow, den Aluminium-Iod Versuch kannte ich von Fotos, hab's nie live gesehen. Beeindruckend wie das abgeht. Toller Channel, geht mit der Zeit!

Danach war wohl Abzug Putzen angesagt. :-)

Heuteufel

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #6 am: 20. August 2013, 15:45:12 »
Danke für die positive Rückmeldung - freut mich!
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #7 am: 22. August 2013, 11:48:07 »
Piranhasäure: http://www.youtube.com/watch?v=ihcA1bWzaoo

Piranhasäure (Knabberwasser, Carosche Säure) eignet sich hervorragend um im Labor Glasgeräte von hartnäckigen organischen Verschmutzungen zu reinigen. Man stellt die Reinigungslösung her, indem man konzentrierte Schwefelsäure mit konzentrierter Wasserstoffperoxid-Lösung im Volumenverhältnis 3:1 mischt. Das Video zeigt am Beispiel eines Stück Stoffs von einem alten T-Shirt, wie stark die Piranha-Lösung organische Substanzen angreift.

Hinweise: Immer zuerst die Schwefelsäure vorlegen, und dann die Wasserstoffperoxid-Lösung unter Rühren und gegebenenfalls Kühlen langsam hinzugießen. Die Glasgeräte müssen vorgereinigt und frei von Lösungsmitteln sein. Man kann die Säure zusätzlich etwas erhitzen, um die Reinigungswirkung zu verstärken, man sollte es jedoch damit nicht übertreiben. Carosche Säure immer frisch herstellen, nie lagern. Zur Vernichtung: In ein großes Volumen Eiswasser gießen, mit Natronlauge alkalisch machen. Wenn die Gasentwicklung (Sauerstoff) nachgelassen hat, kann die Lösung kanalisiert werden.

Synthese von Ethylbromid: http://www.youtube.com/watch?v=mpBN3UhEWbM

Das Video zeigt ein paar Eindrücke der Synthese von Ethylbromid aus Ethanol, Brom und rotem Phosphor.
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Mephisto

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #8 am: 22. August 2013, 18:17:46 »
Ich finde es wirklich klasse wie professionell Du Dein Hobby betreibst. Der selbstgebaute Abzug macht sich in den Videos sehr gut. Sieht besser aus als so mancher Forscherabzug.

Wenn ich zurückdenke, wie ich meine eigenen Experimente vor über 12 Jahren mit einem VHS-Camcorder probiert habe aufzunehmen und wie bescheiden das aussah, bin ich fast neidisch. :-)

Du hast so einen tollen Content auf dem Channel. Besorg Dir eine Knipse mit mindestens Half HD (720p). Selbst 100 € Fotokameras können Full HD (1080p) Videos aufnehmen. Dein Material ist es wert.
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #9 am: 22. August 2013, 22:03:18 »
An die Wand kommt noch ein Stativgitter und ne Schlenk-Line. Argonflasche und Oelschieberpumpe kommen ausserhalb vom Abzug. ...und dann wird es mal Zeit für etwas fortgeschrittenere Chemie im Heimlabor.  :-)

Zitat
Du hast so einen tollen Content auf dem Channel. Besorg Dir eine Knipse mit mindestens Half HD (720p). Selbst 100 € Fotokameras können Full HD (1080p) Videos aufnehmen. Dein Material ist es wert.
Werd es mir überlegen - die Kamera ist eigentlich ziemlich teuer, nur etwas alt. Full HD ...bin mir nicht ganz sicher, ob mein PC da mitmacht.  [denk]
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #10 am: 27. September 2013, 21:07:01 »
Farbenspiel mit Kaliummanganat: http://www.youtube.com/watch?v=i0j-iP9Wki4

Kaliummanganat (K2MnO4) ist nur in stark alkalischer Lösung beständig. In neutraler oder sauerer Lösung kommt es zur Disproportionierung. Im ersten Teil wurde eine alkalische Kaliummanganat-Lösung in ein großes Volumen Wasser getropft. Anfangs kann man gut die intensiv grüne Farbe der Manganat-Ionen (MnVIO42-) beobachten, die dann ins blaue und schlussendlich ins rot-violette übergeht. Die blaue Farbe wird möglicherweise durch intermediär gebildete Hypomanganat-Ionen (MnVO43-) verursacht, oder es ist eine Mischgfarbe. Es bilden sich schlussendlich violettes Permanganat (MnVIIO4-) und gelbbraunes Manganit (MnIVO44-). Braunstein (MnIVO2) kann auch in kleinen Mengen entstehen. Die rötliche Farbe, die man beobachten kann ist eine Mischfarbe zwischen violett und gelbbraun. Insgesamt sind also die Oxidationsstufen +4, +5, +6 und +7 das Mangans an der Reaktion beteiligt!
Im zweiten Teil wurde das Wasser leicht angesäuert: Die Disproportionierung erfolgt dann schneller und man kann keine blauen Schlieren mehr beobachten.
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #11 am: 17. März 2014, 16:01:01 »
Farbenzauber 1: http://www.youtube.com/watch?v=yPiSSSwsYgc&feature=youtu.be

Eine kleine Sammlung von altbekannten Schauexperimenten, bei denen sich alles um die Farbe dreht. Die Experimente sind zum größten Teil dem sehr empfehlenswerten Buch „Chemische Kabinettstücke: spektakuläre Experimente und geistreiche Zitate / H. W. Roesky; K. Möckel/ 1. Korrigierter Nachdruck -- 1996" entnommen. Kurze Rezepte zum Nachexperimentieren gibt es hier: http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,1390.msg10414/topicseen.html#msg10414.

Ich habe mir diesmal besonders viel Zeit für das Video genommen. Ich hoffe, das erkennt man auch am Resultat.  ;-)

PS:
Zitat
http://www.youtube.com/watch?v=yPiSSSwsYgc&feature=youtu.be
Ich kann nichts dafür, das war Youtube!  :-X
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Mephisto

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #12 am: 17. März 2014, 19:21:01 »
;-D

Klasse Video! Das sind einige der schönsten nicht-pyrotechnischen Schauversuche aus "Chemische Kabinettstücke". Karma +1! Und danke für das Verlinken des LambdaForums in der Info. [yeah]

Da werden schöne Erinnerungen wach. Das Buch habe ich als Schüler im Jahr 1998 zufällig in einer Buchhandlung gefunden und war davon total begeistert. Auch heute im Internetzeitalter noch ein herausragendes Buch mit Informationen, die man nicht überall findet.
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #13 am: 19. März 2014, 19:18:49 »
Danke fürs Karma und das Lob!  :-)

Blaue und grüne Flammen: http://www.youtube.com/watch?v=4GBEuJTFV88

Kohlenstoffdisulfid verbrennt mit blauer Flamme und Borsäuretrimethylester mit einer charakteristischen grünen Flamme.

* csulfid.jpg
(70.58 KB . 1151x767 - angeschaut 335 Mal)


Ich hatte auch noch versucht, wie das Ganze mit Benzol aussieht. Die Flamme ist im Vergleich zu denen von Kohlenstoffdisulfid und Borsäuretrimethylester viel zu hell für das Video. Ausserdem war der Abzug am Ende komplett mit Ruß verdreckt und musste aufwendig gereinigt werden.  [autsch]

* benzol.jpg
(94.4 KB . 1151x767 - angeschaut 334 Mal)
 
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #14 am: 21. März 2014, 14:12:13 »
Absolutieren von Methanol: http://www.youtube.com/watch?v=CydvktC4cHA&feature=youtu.be

Ich brauchte etwas wasserfreien Methanol, und weil die Kamera noch im Labor rumlag beschloss ich kurzerhand ein kleines Video von der Trocknung zu machen. Nicht zu ernst nehmen. Eine richtige Anleitung zum Absolutieren von Ethanol oder Methanol gibt es hier: http://www.lambdasyn.org/synfiles/ethanol.htm.

Mal eine Frage: Ich muss für etwa eine Woche fort. Wenn ich das Methanol in einem Rundkolben mit gut gefettetem Schliff lagere, glaubt ihr, dass es nach dieser Woche noch immer wasserfrei ist - zumindest ausreichend für die Herstellung einer Methanolat-Lösung? Ich eigentlich schon, aber ich wollte mal andere Meinungen hören.
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Mephisto

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #15 am: 21. März 2014, 21:49:35 »
Deine Videos mit der Musikuntermalung sind immer schön anzusehen. [thumbsup]

Mal eine Frage: Ich muss für etwa eine Woche fort. Wenn ich das Methanol in einem Rundkolben mit gut gefettetem Schliff lagere, glaubt ihr, dass es nach dieser Woche noch immer wasserfrei ist - zumindest ausreichend für die Herstellung einer Methanolat-Lösung? Ich eigentlich schon, aber ich wollte mal andere Meinungen hören.

1. Fürs Methanolat muss das Methanol doch gar nicht super trocken sein. Ein Überschuss an Natrium zersetzt überschüssiges Wasser.
2. Lagern unter Argonatmosphäre wäre gut, um das LöMi wasserfrei zu halten.
3. Besser wäre ein leichter Argonüberdruck: Schlenkkolben mit Argonballon.
4. Die Zugabe von Molsieb würde das LöMi länger trocken halten.
5. Am besten ist es absolutierte Lösungsmittel gleich zu verwenden. Soll nicht oberlehrerhaft rüberkommen, ist aber ratsam.
6. Wenn Du mit Schlifffett arbeitest, wirst Du überall eine kleine Kontamination damit haben: u.a. Grease-Signal im NMR. Es gibt Alternativen: Teflon-Schliffhülsen und Septen.
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Phil

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #16 am: 22. März 2014, 09:47:54 »
Ich würde das Produkt in eine Duranflasche mit dem roten Deckel verwenden, der hat eine Teflon Dichtung.
http://www.duran-group.com/de/produkte-loesungen/laborglas/produkte/verschluesse-zubehoer-fuer-laborglasflaschen/gl-45-verschluesse.html
« Letzte Änderung: 22. März 2014, 09:53:14 von Phil »
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #17 am: 22. März 2014, 19:26:01 »
Danke für die Antworten! Das deckt sich größtenteils mit meinen Vermutungen. Unter Argon, ein schönes Schlenkrohr mit Teflon-Hahn und etwas Molsieb - so mache ich das am liebsten an der Uni mit den Lösungsmitteln, die nicht an der Lösungsmitteltrocknungsanlage verfügbar sind. Ich arbeite daran, das auch in meinem kleinen Labor möglich zu machen. Optimal was möglichst geringen Gasaustausch angeht, sind Geräte mit Hochvakkum-Spindelventilen aus Teflon von der Firma NORMAG (http://www.glasapparate.de/index.php). Der Preis ist auch entsprechend.

Zitat
Es gibt Alternativen: Teflon-Schliffhülsen und Septen.
Ja, aber nicht verschließt einen Schliff so gasdicht, wie ein gut mit hochviskosem Schlifffett gefetteter Glasstopfen. So auf jeden Fall meine Überzeugung.  :-)

Zitat
5. Am besten ist es absolutierte Lösungsmittel gleich zu verwenden.
Könnte glatt von mir kommen, dieser Satz.  :-D

Zitat
Zitat einfügen
Ich würde das Produkt in eine Duranflasche mit dem roten Deckel verwenden, der hat eine Teflon Dichtung.
http://www.duran-group.com/de/produkte-loesungen/laborglas/produkte/verschluesse-zubehoer-fuer-laborglasflaschen/gl-45-verschluesse.html
Danke Phil, ich habe überall Deckel mit Teflon-Dichtung gesucht!
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Feli

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #18 am: 08. November 2014, 13:41:59 »
Schöner Channel hastn Abo. ;)

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #19 am: 11. November 2014, 22:38:09 »
Danke!  :-) Ich abonniere keine Channels - ich verschwende auch so schon zu viel Zeit mit nicht ganz so wichtigen Dingen. Aber wenn ich Channels abonnierewn würde, hätte ich jetzt deinen Channel auch abonniert.  ;-)
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Heuteufel

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #20 am: 05. April 2015, 15:13:47 »
Rauchende Salpetersäure - ein starkes Oxidationsmittel: https://www.youtube.com/watch?v=CnucLLt3qqY

In diesem Video wird demonstriert, dass rauchende Salpetersäure ein starkes Oxidationsmittel ist, welches unter Feuererscheinung, in einer heftigen Reaktion, mit vielen organischen Substanzen reagiert. Im ersten Versuch wird etwas Salpetersäure in einen Einmalhandschuh aus Nitrilkautschuk gegeben. Nach kurzer Zeit entweichen nitrose Gase und der Handschuh fängt an zu brennen. Im zweiten Versuch wird eine kleine Menge Terpentinöl in siedende, rauchende Salpetersäure, welche auf einem Dreifuß mit einem Bunsenbrenner erhitzt wird, eingespritzt. Nach einer kurzen Induktionszeit kommt schlagen Flammen mit einem fauchenden Geräusch aus dem Tiegel empor.

Die Reaktion mit dem Nitrilhandschuh:

* HNO3 handschuh 1.JPG
(101.26 KB . 1151x767 - angeschaut 238 Mal)


* HNO3 handschuh 2.JPG
(101.12 KB . 1151x767 - angeschaut 244 Mal)


* HNO3 handschuh 3.JPG
(111.8 KB . 1151x767 - angeschaut 240 Mal)


Dieses Foto ist erst nach der Reaktion mit Terpentin entstanden, aber es vermittelt trotzdem einen gewissen Eindruck von dem, was passiert ist.  ;-D

* HNO3 terpentin.JPG
(129.12 KB . 1151x767 - angeschaut 252 Mal)



 
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #21 am: 06. April 2015, 07:55:40 »
Ich glaube, das ist ein Grund keine rauchende Salpetersäure zu lagern ... :-o .

Habe hier eh nur die ganz gut zu händelnde 65%ige HNO3, mit der sollte sowas wohl eher nicht, oder nicht ganz so heftig ablaufen, oder?

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #22 am: 06. April 2015, 08:33:46 »
Zitat
Ich glaube, das ist ein Grund keine rauchende Salpetersäure zu lagern ... schockiert .
Nein, aber es ist ein Grund, sich keine rauchende Salpetersäure in die Handschuhe zu schütten.  ;-)

Zitat
Habe hier eh nur die ganz gut zu händelnde 65%ige HNO3, mit der sollte sowas wohl eher nicht, oder nicht ganz so heftig ablaufen, oder?
Mit 65%iger HNO3 entzündet sich nichts. Wenn du dicke Schutzhandschuhe anhast, hast du genug Zeit, die auszuziehen, wenn du rauchende Salpetersäure drüber kippst. Auch ein Tropfen rauchende HNO3, der dir auf die Finger gerät, wird kein riesen Loch in deine Hand fressen, wenn du ihn schnell abspülst. Konzentrierte HF verzeiht da Fehler viel weniger. Auffallend ist, wie viel reaktiver heisse rauchende HNO3 im Vergleich zur kalten Säure ist.   
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #23 am: 06. April 2015, 08:48:30 »
Ok, ich mag die rauchende HNO3 nicht besonders ;-) , für meine Zwecke ist die 65%ige ausreichend. Die Stickoxide, welche andauernd ausgasen nerven immer etwas.

Auffallend ist, wie viel reaktiver heisse rauchende HNO3 im Vergleich zur kalten Säure ist.

Was kann die denn alles?

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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #24 am: 06. April 2015, 09:12:24 »
Rauchende Salpetersäure braucht man z.B. um 1-Chlor-2,4-Dinitrobenzol herzustellen - daraus kann man DNPH (Nachweisreagenz für Ketone und Aldehyde), DNPO (Chemilumineszenz-Reaktion in Leuchtstäben), Dinitroanilin (Azofarbstoffe) und Azulen (Ziegler-Hafner-Synthese) gewinnen; weiterhin kann man 3-Nitrophthalsäure (für Luminol) und viele andere wichtige Synthesebausteine mit Hilfe von rauchender Salpetersäure herstellen.

Zitat
Was kann die denn alles?
"Im zweiten Versuch wird eine kleine Menge Terpentinöl in siedende, rauchende Salpetersäure, welche auf einem Dreifuß mit einem Bunsenbrenner erhitzt wird, eingespritzt. "
Heisse Salpetersäure hätte den Handschuh im Bruchteil einer Sekunde in Flammen aufgehen lassen... Es ist übrigens wichtig, beim zweiten Versuch heisse HNO3 zu verwenden. Wenn man kalte Salpetersäure verwendet riskiert man, dass erst gar nichts passiert und sich ein explosives Gemisch bildet, das dann plötzlich hochgeht. Diesen zweiten Versuch hat man lieblings Chemielehrer übrigens immer in der Klasse gezeigt. So begeistert man junge Leute für Chemie.  ;-)   
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Re: Heuteufels Channel
« Antwort #25 am: 24. Dezember 2015, 23:53:09 »
Jedes Mal, wo ich mit LAH gearbeitet habe, habe ich mich gefragt, was wohl passiert, wenn man so einen Spatel voll LAH in Wasser schmeisst.  ;-D Ich bin mal dieser Frage nachgegangen und habe ein kleines Häufchen LAH mit Wasser aus einer Spritzflasche besprüht.
Hier das Ergebnis nach der Reaktion:

* LAH.jpg
(152.72 KB . 1151x765 - angeschaut 197 Mal)

Und hier der bei weitem spannendere Teil: Video der Reaktion
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