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22. Mai 2012, 15:10:20
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Autor Thema: Darstellung von Ethyllithium - Fragen  (Gelesen 280 mal)
Butandiolmonoacrylat
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« am: 24. Januar 2012, 15:30:45 »

Hallo,

ich habe vor 3 Tagen etwas Chlorethan in wasserfreiem, eiskalten (Et)2O (10 mL) gelöst und ein Stück Lithium (Überschuss) zugegeben.
Das ganze, Luftdicht und unter Argon fest in einem Erlenmeyerkolben verschlossen, wurde langsam auf 50°C temperiert und die Temperatur im Wasserbad 2h gehalten. Man sah anfangs einen leichten Angriff gegenüber des Lithiums. Es fiel langsam weißes Pulver aus. Danach ließ ich nun den Kolben bei RT stehen (insgesamt 3d). Nun ist ein weißes Pulver suspendiert (vermutlich LiCl) und ein grauer Feststoff am Boden des Kolbens sowie der Rest des Lithiums und der Ether im Kolben. Die Lösung ist so milchig, dass schon eine geringe Schichtdicke keinerlei Transparenz aufweist. Kann jemand etwas über die Löslichkeit des Ethyllithiums im Ether sagen? Wenn ich den Kolben öffne und der Überdruck entweicht (Vermutlich rest Chlorethan und Butan von der Wurtz Reaktion), hab ich dann einen Feuerschweif zu erwarten? Ethyllithium sollte doch der graue Feststoff am Boden sein, oder irre ich mich da? Hat jemand Ideen zu weiteren Nebenprodukten, die hätten entstehen können?

Klar weiß ich, ich hätte mich vorher schlau machen sollen aber es ist ja nur ein Versuch im 10 mL Maßstab. Im Internet gibt es auch nicht all zu viele Infos über diese Verbindung. Interessant finde ich sie aber, da man aus ihr andere M-Organische Stoffe herstellen kann.

MfG
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« Antworten #1 am: 24. Januar 2012, 18:51:42 »

Hier ein Link zum MSDS http://www.sigmaaldrich.com/catalog/DisplayMSDSContent.do
Es ist als 4.2 eingestuft, es wird sich mit der Zeit langsam entzünden, aber nicht explosionsartig. Smiley
Normalerweise wird LiEOH doch durch Grigniard hergestellt, Grübeln soweit ich weiss es kann auch ein Gemisch wie Du vermutest entstanden sein  und Lithiumaklkylat, schau doch mal ob das Salz Cl enthält unschuldig.
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« Antworten #2 am: 24. Januar 2012, 19:58:28 »

Ok danke, werde dann den Versuch wagen und den Kolben vorsichtig öffnen Smiley
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« Antworten #3 am: 25. Januar 2012, 14:47:51 »

Journal of Organometallic Chemistry,  1977 ,  vol. 127,  p. 111

In diesem Paper wird das Ethyllithium aus einer 1,2 M benzolischen Lösung durch Abpumpen gewonnen, aus Cyclohexan umkristallisiert und sublimiert. Schmelzpunkt wird mit 95 °C angegeben; Farbe der Rohsubstanz aus der Benzol-Lösung wird mit gelb-braun angegeben.

Vielleicht bringt dich das weiter.

Reaxys gibt weiters folgende Löslichkeiten an:

Benzol 70 g / Liter (16 °C)
Pentan 7 - 10 g / Liter (18 - 20 °C)
Hexan 60 bzw. 95 g / Liter (18 bzw. 55 °C)

Daten sind aus:
Talalaewa; Kotscheschkow
Zhurnal Obshchei Khimii,   1953 ,  vol. 23,  p. 392;engl.Ausg.S.399
Bryce-Smith; Turner
Journal of the Chemical Society,   1953 ,  p. 861,865
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--> Wie immer sollte man die Daten aus dem Reaxys mit vorsicht verwenden!
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« Antworten #4 am: 25. Januar 2012, 19:10:09 »

Besser als gar keine Daten. Danke dir. Kolben ist übrigens noch geschlossen da ich so lange warten möchte, bis das Li nicht mehr an Volumen verliert.

MfG
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« Antworten #5 am: 30. Januar 2012, 00:01:21 »

Li-Salze suspendieren - im Gegensatz zu Natrium- und Kaliumsalzen - sehr gerne in Ether und THF.
Sogar LiCl ist erstaunlich gut in Ether löslich (nicht wirklich gut, aber immerhin sichtbar).
Deswegen arbeitet man auch in der Organik gerne mit LiAlH4 und nicht mit großtechnisch leichter herzustellenden NaAlH4.
LiAlH4 gibt in THF oder Ether auch keine klare Lösung, sondern bildet auch zum Teil ein Kolloid. So eine Trübung würde ich also zu erwarten.

Ich würde zur Aufarbeitung direkt den Ether abziehen und das Ethyllithium unter Vakuum destillieren bzw. sublimieren.

« Letzte Änderung: 30. Januar 2012, 00:12:41 von HardChemistryStudent » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #6 am: 30. Januar 2012, 10:22:52 »

Ich würde mit Hexan extrahieren, da geht Dir kein anorganisches Nebenprodukt (Salz) rein und du hast das Ethyllithium dann sauber.
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