Eignen sich diese Katalysatoren nur für Hydrierung mit H2 unter Druck oder auch für andere Sachen?
Sprichst du hier von der Hydrierung bei der Synthese organischer Moleküle? Wenn ja, ich glaub nicht, dass platinierter Quarzwolle sich besonders gut dafür eignet (mir ist auf jeden Fall keine Vorschrift, in der platinierte Quarzwolle als Hydrierungskatalysator verwendet wird, bekannt). Mit anderen Trägermaterialien (wie Aktivkohle, Silikagel, etc.) erreicht man einfach eine viel größere Oberfläche.
Das Ostwaldverfahren ist eine Ausnahme; hier werden in der Industrie sehr feine Platin-Rhodium-Katalysatornetze (und nicht Platin auf irgend einem Trägermaterial) verwendet, weil der Katalysator hier besonders extremen Bedingungen standhalten muss und die Kontaktzeit nur sehr kurz sein darf. Hier ein paar schöne Fotos:
http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/25/heraeus/pt_als_katalysator/pt_als_kat.vlu/Page/vsc/de/ch/25/heraeus/pt_als_werkstoff/pt_werkstoff20.vscml.html Irgendwelche Anwendungsbeispiele?
Geht eher in den Bereich Schauexperimente/Didaktik würde ich sagen. (Entzündung von Wasserstoff; rein qualitative Ammoniakverbrennung; Methanol-Oxidation (besonders schön ist die oszillierende Variante mit dem Borsäureester)

)
Können sie ähnliche Pyrophor sein?
Mir ist auf jeden Fall noch nie pyrophorer Platinasbest (resp. platinierter Quarzwolle) begegnet. Eben eine Frage der Oberfläche (und des Trägermaterials!

).
Warum nimmt man gefährliches Hydazin wenn man Hydoxylamin (geht auch ein Salz davon?) oder Ascorbinsäure nehmen kann? Gibt es da Vorteile was die Katalysatoraktivität betrifft oder sonstige?
Geht vor allem schneller mit dem Hydazin würd ich sagen (raten).
So ein Ostwaldverfahren en miniature wäre der absolute Knaller. Ich weiß garnicht, ob jemand so etwas schon mal probiert hat und ob die Nebenreaktionen (wie Oxidation des Ammoniaks zu elementarem Stickstoff) in den Griff zu bekommen sind. Auf den weiteren Verlauf Deines Projekts bin ich sehr gespannt!
Hier mal eine kleine Anregung:
"Das Reagenzglas mit seitlichem Ansatz (1) wird mit 3 bis 4 Spatellöffel Natriumhydroxid, der Tropftrichter (2) etwa zur Hälfte mit einer konzentrierten Ammoniaklösung beschickt. Durch die zweite Bohrung im Gummistopfen führt ein rechtwinklig gebogenes Glasröhrchen (3). Zur Trocknung des Ammoniaks wird das U-Rohr (4) mit Natriumhydroxid gefüllt. In das an das U-Rohr anschließende Verbrennungsrohr (5) wird zwischen zwei Pfropfen aus Quarzglaswolle ein Platin-Rhodium-Netz (6) gebracht. über ein Glasröhrchen schließt sich an das Verbrennungsrohr eine Glaskugel (7) mit 4 Tuben an (Scheidtsche Kugel). Zwei Tuben werden mit Gummistopfen verschlossen. Auf die Glaskugel folgen 2 Gaswaschflaschen (8 ) und (9). Die Gaswaschflasche (8 ) ist zu etwa einem Drittel mit Wasser gefüllt, dem einige Tropfen Lackmus-Lösung zugesetzt sind, die Gaswaschflasche (9) ebenso hoch mit konzentrierter Natronlauge. Das Ableitungsrohr der Gaswaschflasche (9) schließt an eine Wasserstrahlpumpe (W) an.
Mit dem Bunsenbrenner wird das Platin-Rhodium-Netz bis zur Rotglut erhitzt, was etwa 30 s dauert. Dann entfernt man den Brenner und schaltet gleichzeitig die Wasserstrahlpumpe an. Aus dem Tropftrichter lässt man tropfenweise Ammoniaklösung in das Reagenzglas fließen. Das Ammoniak-Luft-Gemisch verbrennt nun am Katalysator zu rotbraunen nitrosen Gasen. (Das entstehende NO wird sofort durch den Luftsauerstoff zu NO2 weiteroxidiert.) Die dabei frei werdende Energie lässt den Katalysator hell aufleuchten. Wasserstrahlpumpe und Ammoniakentwicklung werden so eingestellt, dass der Katalysator eben noch glüht. (Der bei Versuchsbeginn auftretende weiße Rauch ist auf die Bildung von NH4NO2 zurückzuführen.)
[Statt des Gasentwicklers kann man auch einen Rundkolben (250 ml) mit 2 Tuben verwenden, dessen seitlicher Tubus mit einem durchbohrten Gummistopfen verschlossen ist, in dem ein mit Propantriol befeuchtetes Glasrohr leicht hin- und hergleiten kann. In diesen Kolben werden rund 50 ml konzentrierte Ammoniaklösung gegeben. Bei Versuchsbeginn sollte sich die Öffnung des Glasrohres etwa 1 cm über der Flüssigkeit befinden. Durch Veränderung des Abstands kann der Anteil des Ammoniaks in der angesaugten Luft verändert werden.]
Literatur: Flügel: "Die Chemie in Versuchen, Anorganische Chemie" (PHYWE-Schriftenreihe), Versuch 8.9. (verändert)"
Hier gibts auch noch ein Bild:
http://lpmfs.lpm.uni-sb.de/chemie/begleitmaterial/VersucheACh.pdfDas ganze jedoch mit guten Ausbeuten hinzubekommen, und vielleicht sogar brauchbare Mengen an Salpetersäure herzustellen dürfte jedoch eine große Herausforderung sein.
Ich hoffen ich hab nicht schon alles gesagt, was Butandiolmonoacrylat vielleicht noch dazu sagen wollte.
EDIT: Hab grad noch etwas schönes gefunden:
https://lp.uni-goettingen.de/get/text/1899In dieser Form kannte ich den Versuch noch gar nicht. Macht sicher Spaß!
