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22. Mai 2012, 14:05:35
News: Wie fügt man Reaktionspfeile und Sonderzeichen in Beiträge ein: Das und mehr in FAQ.
 
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Autor Thema: Synthese von Warfarin (Racemat)  (Gelesen 337 mal)
Heuteufel
Rubidium
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« am: 03. Januar 2012, 18:31:27 »

Synthese von Warfarin (Racemat)

Warfarin [81-81-2]

In der nachfolgenden Synthese wird der Vitamin K-Antagonist Warfarin durch Michael-Addition von 4-Hydroxycumarin (http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,1396.0.html) und Benzylidenaceton (http://www.lambdasyn.org/synfiles/benzylidenaceton.htm) herstellt.



Zur Reaktion:

Für die Reaktion kann folgender Mechanismus formuliert werden:

* Warfarin Mechanismus.gif (7.16 KB. 651x505 - angeschaut 56 Mal.)

Wie aus der Graphik ersichtlich handelt es sich bei der Reaktion um eine Michael-Addition zwischen dem 4-Hydroxycumarin als Michael-Donator und dem α,β-ungesättigten Benzylidenaceton als Michael-Akzeptor. Das Pyridin fungiert bei der Reaktion sowohl als Lösungsmittel, wie auch als Base (im Reaktionsmechanismus mit B: dargestellt).


Synthesevorschrift:


Je 0,1 Mol 4-Hydroxycumarin und Benzylidenaceton werden in ungefähr der dreifachen Menge ihres vereinigten Gewichts an Pyridin gelöst (die Reihenfolge in der dies geschieht ist unwichtig). Die Lösung wird für 24 Stunden unter Rückfluss gekocht, abkühlen gelassen und dann in das 15-fache ihres Volumens an Wasser gegossen. Die wässrige Lösung wird mit Salzsäure auf pH 2 angesäuert wodurch sich ein Öl abscheidet, welches über Nacht erstarrt. Dieser Feststoff wird abfiltriert und aus Ethanol umkristallisiert.
Man erhält weiße Kristalle, die bei etwa 161 °C schmelzen und gut in heißem Ethanol löslich sind; fast gar nicht aber in kaltem Wasser. In Basen löst sich das Produkt unter Bildung seines Salzes. Die Literaturausbeute beträgt ungefähr 40 % der Theorie.


Durchführung der Synthese:


Das Reaktionsgemisch nach 24 Stunden:

* Warfarin 1.JPG (76.42 KB. 1024x683 - angeschaut 14 Mal.)


Über Nacht hat sich die milchige Lösung geklärt und ein leicht gelblicher Feststoff ist ausgefallen:

* Warfarin 2.JPG (110.27 KB. 1024x683 - angeschaut 22 Mal.)



Verwendung:

Warfarin wird als Rodentizid verwendet; auch wenn dieser Einsatz aufgrund der Entwicklung effektiverer Wirkstoffe heutzutage nicht mehr so geläufig wie früher ist. In der Humanmedizin wird Warfarin als Antikoagulans eingesetzt. Seine blutgerinnungshemmende Wirkung, die man sich in der Medizin zunutze macht, um die Bildung von Blutgerinnseln zu vermeiden (oder zu behandeln), ist in hoher Dosierung für die tödliche Wirkung bei der Verwendung als Rattengift verantwortlich.


Quelle:

* Sittig, Marshall - Pharmaceutical Manufacturing Encyclopedia (2nd Volume; Seite 1590)

Primärliteratur:

* Merck Index 9852
* Kleeman & Engel p.950
* PDR pp. 545, 852, 1606
* OCDS Vol. 1 p. 331 (1977)
* I.N. p. 1015
* REM p. 827
* Stahmann, M.A., Ikawa, M. and Link, K.P.; U.S. Patent 2,427,578; September 16, 1947; assigned to Wisconsin Alumni Research Foundation
* Schroeder, C.H. and Link, K.P.; U.S. Patent 2,765,321; October 2, 1956; assigned to Wisconsin Alumni Research Foundation






Bemerkung:


Ich habe mittlerweile eine scheinbar viel ergiebigere und einfache Synthese für 4-Hydroxycumarin (und auch für Warfarin) entdeckt.
Sobald ich die Zeit gefunden habe diese durchzuführen werde ich meine Ergebnisse posten.
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« Letzte Änderung: 04. Januar 2012, 11:18:06 von Heuteufel » Beitrag melden   Gespeichert
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« Antworten #1 am: 03. Januar 2012, 21:30:04 »

Einmal mehr eine wirklich schöne Synthese von Dir, Heuteufel. Karma +1.

Die Literaturausbeute beträgt ungefähr 40 % der Theorie.

Wie hoch war sie bei Dir?

Quelle:
* Sittig, Marshall - Pharmaceutical Manufacturing Encyclopedia (2nd Volume; Seite 1590)

Kannst Da auch bitte die Anleitung um die Primärliteratur ergänzen, wenn sie im Marshall angegeben wird?

Nebenbei: Ich werde wahrscheinlich am Wochenende zwischen Synthese-Anleitungen und Synthese-Diskussion umräumen, sodass die 1A-Anleitungen wieder getrennt vorliegen. Also nicht wundern, wenn die Kommentare demnächst in einem separatem Thread landen.

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« Antworten #2 am: 04. Januar 2012, 11:36:02 »

Zitat
Kannst Da auch bitte die Anleitung um die Primärliteratur ergänzen, wenn sie im Marshall angegeben wird?
Wurde gemacht. Die letzte Quelle beschreibt die Synthese des Natriumsalzes. Da ich diese nicht durchgeführt habe, habe ich diese weggelassen. Wenn ich die Synthese von Warfarin ein zweites Mal durchführe werde ich auch noch ein paar Details (Synonyme, Historisches,...) hinzufügen.

Zitat
Einmal mehr eine wirklich schöne Synthese von Dir, Heuteufel. Karma +1.

Zu viel des Lobes. Zwinkern Eigentlich bin ich mit dem Resultat nicht sehr zufrieden und möchte daher auch noch weiter an der Synthese arbeiten. Ich wollte erst dieses Zwischenresultat gar nicht posten, und dachte mir dann, es wäre vielleicht doch nicht uninteressant.

Zitat
Wie hoch war sie bei Dir?
Ehem, eh, 13,4 % der Theorie - vor dem Umkristallisieren. Danach noch viel weniger - und das Produkt war immer noch nicht ganz weiss. Schmelzpunkt stimmte nur mit viel gutem Willen. Ich vermute, dass schon das 4-Hydroxycumarin stark verunreinigt war. Da stimmte der Schmelzpunkt zwar genau, aber Schmelzpunkte von so hochschmelzenden Stoffen sind oft etwas unsicher. Eigentlich hätte das Thermomoter est mit einem reinen Stoff, der auch um die Temperatur schmilzt eichen müssen, was ich aber leider damals nicht getan hatte.

Zitat
Nebenbei: Ich werde wahrscheinlich am Wochenende zwischen Synthese-Anleitungen und Synthese-Diskussion umräumen, sodass die 1A-Anleitungen wieder getrennt vorliegen. Also nicht wundern, wenn die Kommentare demnächst in einem separatem Thread landen.
Ich würde die Synthesen von 4-Hydroxycumarin und diese erstmal unter "Synthese Diskussionen" lassen, denn das sind nur erste Versuche. Die Entscheidung liegt natürlich ganz bei dir. Smiley         
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