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Autor Thema: Fällung mit Bleiacetat  (Gelesen 357 mal)
Heuteufel
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« am: 28. Dezember 2011, 18:13:29 »

Hallo,

Ich führe gerade eine Extraktion von Cytisin durch. Die zerkleinerten Samen werden mit 60 %-tigem Ethanol mit einem Schuss Essigsäure gekocht, das Lösungsmittel abdestilliert, der Rückstand in Wasser gelöst und nun sollen aus dem Filtrat Farbstoffe mit Blei(II)-acetat gefällt werden. Problem: Ich habe nur Blei(II)-nitrat. Es wäre zwar auch kein grosser Aufwand das Acetat herzustellen, aber der Bequemlichkeit halber möchte ich das lieber umgehen.
Soll ich:

1) Mit Blei(II)-nitrat fällen?
2) Etwas Kaliumacetat hinzugeben und dann mit Blei(II)-nitrat fällen (wegen dem pH)?
3) Keins von beiden? Smiley

Nachher wird mit Kalilauge alkalisch gemacht und mit Chloroform extrahiert. Andere Vorschriften (nicht die, nach der ich arbeite) fällen vor diesem Schritt überschüssiges Blei mit H2S. Glaubt ihr, das bringt was, oder ist es nur unnütz Arbeit?   
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« Antworten #1 am: 29. Dezember 2011, 10:00:49 »

1) wird meiner Meinung nach nicht gehen, da hier keine Umlagerung stattfindet...
2) lagert sich her nicht ohnehin das Salz um?
3) scheint mir die richtige Lôsung. Erst das Salz umzulagern sprich Bleizucker herstellen, dann einsetzen.

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« Antworten #2 am: 29. Dezember 2011, 11:23:14 »

Heuteufel, aus was basiert denn die Fällung der Farbstoffe (Bildung von Komplexen etc.? Kann ich mir jedoch fast nicht vorstellen...)?

Zitat
1) wird meiner Meinung nach nicht gehen, da hier keine Umlagerung stattfindet...
2) lagert sich her nicht ohnehin das Salz um?
3) scheint mir die richtige Lösung. Erst das Salz umzulagern sprich Bleizucker herstellen, dann einsetzen.

Warum sollte Blei(II)-nitrat nicht funktionieren? Referenzen? Begründung?

Die Fällung soll in wässriger Lösung stattfinden, insofern ist das Anion, würde ich meinen, irrelevant, da das Salz - egal ob das Nitrat oder Acetat - dissoziiert ist, und Pb2+ befindet sich in beiden Fällen in der Lösung, und da diese auf Grund der zuvor zugegebenen Essigsäure sowieso schon sauer ist, sollte das Acetat am pH-Wert nicht viel ändern.

Meine Vermutung, keine Gewährleistung etc. Zwinkern
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« Antworten #3 am: 29. Dezember 2011, 22:19:45 »

Also so wie ich das sehe liegen die Farbstoffe (gehe nun von organischen Verbindungen aus) als Säuren, oder zumindestens Acetate vor. Dies ist ja durch die Zugabe der Essigsäure erreicht. Vielleicht währen hier nähere Infos nicht schlecht.

An Komplexe dachte ich bisher nicht bei der Fällung....




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« Antworten #4 am: 29. Dezember 2011, 22:55:37 »

...und selbst wenn die Farbstoffe als Bleisalz gefällt werden sollten, was spräche dann gegen die Verwendung des Nitrats?
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« Antworten #5 am: 30. Dezember 2011, 19:37:30 »

Nunja, Lit.-Stelle kann ich hierzu keine Nennen... Finde mom. leider die Unterlagen nicht (wird weitergesucht). Ich hab hier jedoch aus dem Praktikum was in Erinnerung das da die Nitrat-Ionen stören. Da ich des ja nur in "Erinnerung" hab hab ich auch geschrieben meiner Meinung nach Smiley.

Ich werd mich auf jedem Fall hier melden wenn ich des gefunden hab.

Aber was spricht denn dagegen da kurz Bleiacetat draus zu machen?

--> Bleinitrat heiß machen und schon hat man Bleioxid, des mit Essigsäure umsetzen und fertig.

Falls du des mitem Nitrat probierst lass mich bitte wissen obs geklappt hat. Interessiert mich jetzt schon.

Würd mich natürlich auch interessieren wenn jemand Lit. findet wos mit Bleinitrat gemacht wird.

mfg
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« Antworten #6 am: 03. Januar 2012, 09:59:34 »

Normalerweise werden mit Bleiacetat Gerbstoffe entfernt, steht dort dezidiert Farbstoffe?
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Heuteufel
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« Antworten #7 am: 03. Januar 2012, 17:28:25 »

Zitat
Normalerweise werden mit Bleiacetat Gerbstoffe entfernt, steht dort dezidiert Farbstoffe?
Ja-wortwörtlich:
Zitat
Das Filtrat wird zur Ausfällung des grössten Teiles des Farbstoffes mit Bleiacetat versetzt,...
Ich kenne das auch nur mit Gerbstoffen.

Zitat
Heuteufel, aus was basiert denn die Fällung der Farbstoffe (Bildung von Komplexen etc.? Kann ich mir jedoch fast nicht vorstellen...)?
Steht nirgens. Ich kann also auch nur mutmassen.

Zitat
und da diese auf Grund der zuvor zugegebenen Essigsäure sowieso schon sauer ist, sollte das Acetat am pH-Wert nicht viel ändern.
Zitat
60 %-tigem Ethanol mit einem Schuss Essigsäure gekocht, das Lösungsmittel abdestilliert
Aber du hast doch wahrscheinlich Recht. Würde der pH-Wert eine wichtige Rolle spielen, würde man sicherlich einen Puffer verwenden.

Zitat
Ich hab hier jedoch aus dem Praktikum was in Erinnerung das da die Nitrat-Ionen stören.
Würde mich interessieren.

Auf jeden Fall ist es eigenartig, dass bei Naturstoffextraktionen immer mit dem Acetat und nie mit dem Nitrat gefällt wird. Ich denke, ich werde mir einfach etwas Zeit nehmen und nach dieser schönen Methode (http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,43.0.html) Bleiacetat herstellen - ist nicht viel aufwändiger als die Umwandlung des Nitrats (ich würde übrigens über das Carbonat und nicht das Oxid gehen) dafür aber deutlich interessanter.

Und wenn ich schon dabei bin, das ganze schön langsam anzugehen, dann kann ich auch genauso gut noch überschüssiges Blei mit Schwefelwasserstoff fällen nicht, dass das im basischen entstehende Bleihydroxid noch Teile meines Produkts adsorbiert...   
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