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Autor Thema: Sandmeyerreaktion an Acrylamid  (Gelesen 207 mal)
Caesiumhydroxid
Natrium
***

Karma: 1
Beiträge: 94


« am: 30. Oktober 2011, 16:00:40 »

Hallo,

ich hatte mir vorhin einmal Gedanken gemacht, ob man denn einfach Acrylclorid herstellen könnte, indem man Acrylamid mittels salpetriger Säure zum Diazoniumsalz umsetzt und anschließend mit Salzsäure und CuCl umsetzt - nun bin ich mir alles andere als sicher, ob das so funktioniert, da i. d. R. diese Reaktion an Aromaten durchgeführt werden, so findet man es zumindest in den gängigen Organik-Lehrbüchern.

Eine andere (theoretische?) Möglichkeit wäre vermutlich, Acrylamid mit Acetylchlorid umzusetzen, wobei ich mir nicht ganz im klaren bin, wie man die Produkte voneinander trennt - insofern wäre die Umsetzung von Acetylchlorid mit Acrylsäure sinnvoller, da Essigsäure ja leichter abgetrennt werden kann als ein Feststoff.
 
Eine Sandmeyerreaktion käme jedoch am einfachsten, und wenn mir jemand sagen könnte, ob das funktioniert, und wen nein, warum nicht, wäre ich schon zufrieden Smiley

Grüße
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Heuteufel
Rubidium
*****

Karma: 23
Beiträge: 375



« Antworten #1 am: 30. Oktober 2011, 19:05:23 »

Zitat
ich hatte mir vorhin einmal Gedanken gemacht, ob man denn einfach Acrylclorid herstellen könnte, indem man Acrylamid mittels salpetriger Säure zum Diazoniumsalz umsetzt und anschließend mit Salzsäure und CuCl umsetzt - nun bin ich mir alles andere als sicher, ob das so funktioniert, da i. d. R. diese Reaktion an Aromaten durchgeführt werden, so findet man es zumindest in den gängigen Organik-Lehrbüchern.
Diazonium-Salze aromatischer Amine sind aufgrund einer ausgezeichneten Resonanzstabilisierung, an der der aromatische Ring beteiligt ist, relativ stabil (siehe: http://www.organic-chemistry.org/namedreactions/diazotisation.shtm). Reaktionen über Diazonium-Verbindungen sind somit in der Regel nur im Falle aromatischer Amine sinnvoll. Das heisst jetzt aber noch nicht unbedingt, dass es nicht auch möglich wäre ein aliphatisches Amid zu diazotieren - nur wird das Ganze dann furchtbar instabil.

Bei der Sandmeyer-Reaktion wirds dann aber endgültig unmöglich. Die läuft nämlich über ein Aryl-Radikal.

Zitat
Eine andere (theoretische?) Möglichkeit wäre vermutlich, Acrylamid mit Acetylchlorid umzusetzen, wobei ich mir nicht ganz im klaren bin, wie man die Produkte voneinander trennt - insofern wäre die Umsetzung von Acetylchlorid mit Acrylsäure sinnvoller, da Essigsäure ja leichter abgetrennt werden kann als ein Feststoff.
Wie kommst du auf diese Idee? Grübeln

Was gehen würde wäre Acrylsäure + Thionylchlorid:
Zitat
Acryloyl chloride was synthesized by reacting acrylic acid with thionyl chloride. To a mixture of 40.1 mL of acrylic acid (0.6 M) along with 3 mL
of dimethylformamide and 5 g hydroquinone was added dropwise 46 mL of freshly distilled thionyl chloride, over a period of 3 h. After complete addition of thionyl chloride, the reaction mixture was maintained at 333 K for 6 h with continuous stirring. Pure acryloyl chloride was distilled out at 343 K. Polymerization of the acryloyl chloride was prevented by adding hydroquinone.
Quelle:http://repository.ias.ac.in/22148/1/344.pdf

Wenn du aber nicht zufällig Acrylsäure auf Lager hast, würde ich dir raten, dein Acrylsäurechlorid einfach zu kaufen; manchmal ist das halt einfach die beste Lösung. Zwinkern
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