Ich dachte mir nun, dass vielleicht die hohe Konzentration an gelöstem Diacetat die Löslichkeit des Tetraacetats entsprechend herabsetzt.
Falls das der Grund wäre, könnte man versuchen, zuerst die entsprechende Menge an Blei(II)-acetat in Eisessig / Acetanhydrid zu lösen und dann das PbO2 zuzugeben.
Ist keine dumme Idee, aber ich glaube nicht, dass das zutrifft. Im Brauer wird nämlich noch eine zweite, weniger reine Fraktion Blei(IV)-acetat gewonnen indem man das Diacetat mit Chlor oxidiert. Zusammenfassend werden folgende Gleichungen angegeben:
Pb
3O
4 + 8 CH
3COOH

Pb(CH
3COO)
4 + 2 Pb(CH
3COO)
2 + 4 H
2O
4 H
2O + 4 (CH
3CO)
2O

8 CH
3COOH
2 Pb(CH
3COO)
2 + Cl
2 
Pb(CH
3COO)
4 + PbCl
2 Die Crux dabei ist aber, dass die vorhandene Menge nicht ausreicht, um einen Fehlschlag zu riskieren und wie du ja bereits erwähnt hast, ist die Herstellung schwierig, wenn man keine Möglichkeit hat die Temperatur genau zu regulieren.
Ich glaube nicht, dass die thermische Umwandlung bei kleinen Mengen problematisch ist; ich werde es aber ausprobieren, und dir dann darüber berichten.
EDIT: Ich habe voller Zuversicht 6 g Bleidioxid in einem 100 ml Duran-Reagenzglas mit dem Brenner vorsichtig erhitzt. Es hat sich zu meiner Uberraschung überwiegend Blei(II)-oxid gebildet. Ich kann mir nur vorstellen, dass es daran lag, dass ich kein Porzellanschiffchen verwendet habe (habe keins), und somit die Wärmeübertragung zu direkt war, denn normalerweise funktionnieren die Versuche von Prof. Blume immer einwandfrei. Wenn ich einmal wirklich gut Zeit habe, werde ich die Methode aus dem Brauer probieren (die ist ziemlich aufwendig).