Neue Ergebnisse zur Chloroformsynthese:
Nachdem ich Samstags unbedingt den Versuch mit den Schnelllöslichen Chlortabletten wiederholen musste, war das Ergebnis - vielleicht durch Zufall-
etwas aussagekräftiger. Ich hatte eine Chlortablette in NaOH-Lauge aufgelöst und danach die entsprechende Menge Aceton hinzugefügt. Es wurde warm
und nach dem Abkühlen riecht es tatsächlich nach Chloroform. Da sich jedoch kein Chloroform abgeschieden hat, beschloss ich trotz negativer Erfahrung das
Chloroform vorsichtig aus der gefilterten Lösung rauszudestillieren. Dabei zeigte sich, dass irgendetwas in der Lösung das Chloroform festhält und eine höhere Temperatur notwendig ist damit etwas passiert.
Nachdem etwas Destillat übergegangen ist, fängt plötzlich die Lösung an Gelb-bräunlich zu werden, schäumt

Kühlerüberlast und aus dem Ablluftschlauch den ich ins Freie gelegt hatte kommt durch die offene
Balkontür ätzender Heugeruch herein

alles abgedreht und das weite Gesucht.
Mit Unterdruck funktioniert das Destillieren auch nicht wirklich, vielleicht weil ich von Anfang an überhaupt zu wenig hergestellt hatte?
Hier ist die Lösung, Ultra einfach ohne Hypochloridlauge, wennauch etwas aufwendiger an den begehrten Stoff zu kommen:
Man nehme eine 1L-2L Weithalslasche und gebe 10Stk 20g schnelllösliche Chlortabletten hinein (

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Zubereitung mit Trichlorisocyanursäure).
Man "verschließe" die Flasche mit einem Glastrichter der die Verdunstung verhindert und fülle 0,6L Leitungswasser dazu.
Danach wartet man bis die Lösung gesättigt ist und die Chlortabletten sich kaum mehr lösen. Es wird nicht umgerührt !!.
Es bleibt ein Großteil ungelöst, wegen der Dämpfe muss man das Ganze natürlich draussen oder unter einem Abzug machen.
Bei ca. 10° Aussentemperatur und lauwarmer Lösung wird durch den Trichter ein Schlückchen Aceton gegeben und darauf
geachtet ob sich die Flasche stark erwärmt, bei mir hat sich die Lösung nur unwesentlich erwärmt.
Danach giesst man den Rest von 100ml Aceton durch den Trichter - die Lösung wird handwarm.
!!!Nicht umrühren!!!
Die Tabletten beginnen sich wieder zu lösen und die Lösung bleibt längere Zeit handwarm (~1h).
Wenn sich alles beruhigt hat (1,5-2h ab Start) füllt man auf 1Liter mit Wasser auf.
Durch das Hineingiessen wird die Reaktion fortgesetzt und die Lösung erwärmt sich wieder, allerdings nicht mehr so stark wie vorher.
Alle 15min schwenkt man die Lösung die mit etwas Erwärmung antwortet bis von den Tabletten kaum mehr etwas übrig ist.
Mann füllt den gesamten Inhalt in eine Braunglasflasche und schwemmt mit ~0,5L Wasser die alte Flasche aus - diese Lösung wird in die Braunglasflasche hinzugegeben.
Die Lösung riecht nach Chloroform, Aceton und noch etwas Chlor.
Über Nacht ist die Flasche mit leicht aufgeschraubter Kappe draussen gestanden und wurde in der Früh nach dem Aufstehen in das Wohnzimmer verfrachtet.
Beim Schütteln mit geschlossener Kappe baut sich kein Druck mehr auf. Der Acetongeruch ist vernachlässigbar und auch kaum Chlor mehr zu merken.
Es hat sich allerdings ein breiiger Niederschlag gebildet - jetzt wirds lustig:
Ich habe die Flüssigkeit mit der Nutsche filtriert und ziemlich viel flauschige Masse bekommen die sehr stark nach Chloroform riecht.
Jetzt ist auch klar wo das Chloroform hingekommen ist, ein nicht vernachlässigbarer Teil bindet sich an den Niederschlag - woraus auch immer der bestehen mag.
Die Konzentration des Chloroform ist bei einer ruhig stehenden Flasche oben am geringsten, im Niederschlag am höchsten.
Da sich Chloroform nicht im Wasser löst, lässt es sich nicht leicht durchspülen, es wird aber dennoch mitgerissen.
Die Filtratkuchen habe ich für die Nachbearbeitung in ein luftdichtes Gefäß gegeben und die Lösung die ebenfalls stark nach Chloroform riecht auf 2 1L Flaschen aufgeteilt.
In die Flaschen gibt man jetzt Löffel für Löffel Magnesiumsulfat (unrein als Dünger vom Bauhaus) und schüttelt damit sich das Salz verteilt und auflöst.
Ab einer gewissen Konzentration trübt sich die Lösung ein. Etwas Salz am Boden wird durch weiteres Schütteln gelöst und dann die Flasche ruhig gestellt.
Die Trübung beginnt sich nach Unten hin zu verdichten bis sich eine trübe Chloroformschicht unten abgesetzt hat.

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Den Filtratkuchen muss man ebenfalls mit viel Wasser ausschütteln um das dort gebundene Chloroform zu extrahieren.
Nach ausreichend langer Stehzeit saugt man das Chloroform unten ab und bereitet es wie üblich auf.
Ausbeute kann ich noch keine nennen weil sich noch nicht alles sauber abgesetzt hat.