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Autor Thema: Kampher aus Celluloid entfernen  (Gelesen 429 mal)
Dithmarscher
Kalium
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Beiträge: 192


« am: 25. Juli 2011, 01:20:24 »

Hallo,
ich experimentiere gerade mit Ambrotypie (Infos was das ist siehe z.B. http://www.stefansappert.com/collodion/making-of-ambrotypes/).
Dafür braucht man nebst Trägermatieral lediglich Kollodiumlack, Kaliumiodid und Silbernitrat.
Den Lack würde ich gerne aus Celluloid (Kollodium+Kampher) herstellen, welchen man z.B. in Form von Tischtennisbällen bekommen kann.
Wie kann ich den Kampher am leichtestet entfernen?
Ich dachte daran das Celluloid zu in Ethylacetat lösen und dann mit wässriger NaHSO3-Lsg auszuschütteln, und dann die organische Phase nach Waschung mit Wasser direkt mit Kaliumiodid und Silbernitrat zu suspendieren und aufzutragen.
Allerdings bin ich mir da nicht so sicher ob das in Ethylacetat so gut klappt. Ich weiß leider nicht was damals genau als Lösemittel fungierte, bzw. wie die Komponenten aufgetragen wurden.

Hat jemand von eucht bessere Vorschläge?

Mfg
« Letzte Änderung: 25. Juli 2011, 01:53:48 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
Stefan
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« Antworten #1 am: 25. Juli 2011, 23:35:21 »

Ich hatte früher mal einen gewissen Erfolg mit Ethanol (Spiritus) als Lösungsmittel, welches Kampfer, aber nicht NC löst.
Wenn man Celluloidschnipsel (von TT-Bällen) in Ethanol einlegt und öfter gründlich umrührt quellen sie nach einiger Zeit zu einiger weißen schleimigen Masse auf, lösen sich aber nicht. Gießt man den überstehenden Ethanol ab (ist glaube ich trüb, bin mir aber nicht sicher, ist zu lange her) hinterlässt er beim Verdampfen einen stark nach Kampfer riechenden Rückstand. Die schleimige Masse zieht man dann noch zwei- dreimal in gleicher Weise mit Ethanol aus bis der Extrakt beim Verdampfen kaum noch Rückstand hinterlässt, dann trocknet man sie aus. Sie brennt dann ganz anders als Celluloid, mit viel kleinerer und weniger stark leuchtender Flamme, und riecht beim Erhitzen auch nicht mehr nach Kampfer.

Nitrierte Watte aus eigener Herstellung hat einen entscheidenden Nachteil: ihre Lösung ist schon bei geringem NC- Gehalt sehr viskos und bildet keine brauchbaren Filme beim Eintrocknen, einfach weil der Feststoffgehalt der Lösung zu gering ist.
Um die Viskosität auf sinnvolle Werte zu senken wird industriell hergestellte NC nach dem Stabilkochen (100°C, einige 10h, in 0,5%iger H2SO4) noch zusätzlich unter Druck gekocht (ca. 150°C in Wasser). Dabei findet eine Verkürzung der mittleren Kettenlänge statt, was die Viskosität der Lösung stark senkt und ihren Einsatz zur Herstellung von Filmen und Celluloid erst möglich macht.

Zum Thema NC ziehst du am besten den Urbanski zu Rate, da steht alles ausführlichst drin, auch was die Zusammensetzung der Nitriersäure und die Löslichkeit der unterschiedlich nitrierten NC-Sorten in verschiedenen Lösungsmitteln angeht.
« Letzte Änderung: 25. Juli 2011, 23:38:52 von Stefan » Beitrag melden   Gespeichert
Phil
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« Antworten #2 am: 26. Juli 2011, 16:58:14 »

Schau mal da: http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,87.0.html
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