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Autor Thema: Silber "bleichen"?  (Gelesen 479 mal)
Dithmarscher
Kalium
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« am: 05. Juli 2011, 15:33:03 »

Hallo,
ich investigiere gerade die Möglichkeit selber Dias zu entwickeln.
Dafür ist eine sogennaten "S/W Umkehrentwicklung" notwendig.
Dafür gibt es auch Rezepte im Internet.

Hier muss in einem Schritt aus dem Fotofilm elementares Silber herausgelöst werden, während Silberhalogenide und der Träger (vermutlich hauptsächlich Celluloseacetat) nicht angegriffen werden.

Dafür wird in den klassischen Rezepten Kaliumdichromat in verdünnter Schwefelsäure verwendet, was bekanntermaßen aber sehr giftig und Umweltschädlich ist.

In neueren Rezepten wird anstelle von Kaliumdichromat Kaliumpermanganat verwendet, das in Deutschland mitllerweile auch nicht mehr ohne weitere erhältlich ist.

Alternativ soll auch 10% Kupfersulfat in verd. H2SO4 gehen, allerdings soll dies den Träger "aufweichen".

Hat jemand noch eine Idee, wie man Ag0 auflösen kann, ohne dass AgBr/AgI und Celluloseacetat angegriffen werden?

Könnte vielleicht einfach nur verdünnte H2SO4 funktionieren, bloß bei längerer Standzeit?
Oder um die Reaktion zu beschleunigen andere leichter erhätliche Oxidationsmittel wie H2O2, Natriumpercarbonat oder Natriumpersulfat?

Wie gesagt, es soll nur Celluloseacetat und Silberhalogenide nicht angreifen, jedoch feinverteiltes schwarzes Silber auflösen.

Noch eine Idee von mir: Kupfer- und Zinkchlorid wandeln Ag0 soweit ich weiß in AgCl um. AgCl könnte man selektiv von AgBr und AgI aus dem Träger durch Zugabe von verdünnter Ammoniaklösung entfernen. Allerdings weiß ich nicht wie hoch die Konzentration von NH3 sein muss, damit sich der Komplex mit AgCl bildet.
« Letzte Änderung: 05. Juli 2011, 15:53:36 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
Hyperion
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Gaia's Nachwuchs


« Antworten #1 am: 07. Juli 2011, 23:25:10 »

Vielleicht einfach Salpetersaeure (verduennt) um das Ag aufzuloesen? Verduennt genug dass es die Zellulose nicht nitriert.... (was man auch als 'Aufweichung' verstehen koennte Smilie )
Die Silberhalogenide sollten in HNO3 unloeslich und inert sein, denn dieselben koennen mit NaCl/Br/I aus salpetersaurer AgNO3 Loesung gefaellt werden...
Ich wuerde einfach ein paar HNO3 Konzentrationen antesten...

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Dithmarscher
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« Antworten #2 am: 09. Juli 2011, 02:19:31 »

Ich habe auch schon daran gedacht.
Ich vermute allerdings, dass die Fotoemulsion (vermutlich Gelatine-Basis) die auf dem Celluloseacetat aufgetragen ist davon angegriffen wird, sobald die Konzentration über ~2% steigt und da wird das Silber glaube ich noch nicht nennenswert gelöst.

Allerdings habe ich eine neue Idee!
Eisen-, Zink- oder Kupfersulfat als Katalysator mit stark verdünnter H2O2+H2SO4

Theoretisch sollte das funktioneren.
Kupfer(II)sulfat + Silber --> Kupfer(I)sulfat + Silbersulfat
Kupfer(I)sulfat + Wasserstoffperoxid + Schwefelsäure --> Kupfer(II)sulfat + ...

Was haltet ihr davon?

PS:
H2SO4+H2O2 alleine habe ich inzwischen schon ausprobiert. Es sind hohe Konzentrationen notwendig, damit brauchbare Reaktiongeschwindigkeiten erreicht werden.  Die Fotoemulsion verfärbt sich leider und beginnt sich abzulösen/aufzuweichen bei höheren Konzentrationen.
Damit wird vermutlich Percarbonat und Persulfat auch nicht funktionieren.
« Letzte Änderung: 09. Juli 2011, 02:40:48 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
Dithmarscher
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« Antworten #3 am: 11. Juli 2011, 14:29:21 »

Habe inzwischen im Buch "ORWO Rezepte" die Zusammensetzung einiger komerzieller Entwickler gefunden.
In denen wurde zum Teil Kaliumdichromat, aber auch Eisen(III)sulfat und Kaliumhexacyanoferrat(III) angewendet als Oxidationsmittel in ~2% essigsauerer Lösung mit einigen Hilfsstoffen verwendet.

Interessant sind die Entwickler für Farbfilm, da die eher exotische Mittel wie u.a. 2-Phenylethylamin als Hauptbreagenzien verwenden.

PS: Kleine Frage nebenbei, muss gleich für 2 Wochen weg: Kann man Eisen(III)sulfat schnell mit "Hausmitteln" aus Eisen(III)chlorid herstellen?
« Letzte Änderung: 11. Juli 2011, 14:37:55 von Dithmarscher » Beitrag melden   Gespeichert
Phil
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« Antworten #4 am: 11. Juli 2011, 14:54:08 »

Rein theoretisch sollte es mit konz. Schwefelsäure gehen.
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Nicht die Gewalt einiger weniger ist gefährlich, sondern das Schweigen der Masse.
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« Antworten #5 am: 10. Dezember 2011, 19:17:40 »

Der "Träger" von Fotofilm besteht zwar aus Celluloseacetat, ist jedoch ist die fotoempfindliche Schicht darauf u.a. meistens aus spezieller "Fotogelatine".
Schwefelsäure, Salpetersäure usw. greifen das schon in moderat niedrigen Konzentration viel zu stark an, fallen also flach.

Kuper(II) und Eisen(III) werden nur zum Bleichen von Filmen eingesetzt, sind aber für die Umkehrentwicklung ungeeignet, da diese die Fotoemulsion bei längerer Benutzung ebenfalls weich machen. Eisen(III)sulfat könnte man übrigens einfacher als aus FeCl3 mit Hausmitteln aus Eisendünger (Eisen(II)-Sulfat) herstellen (mit H2O2 in schwelsaurer Lösung, etc.)

Es geht leider kein nicht exotischer Weg an Kaliumpermanganat- oder -dichromat vorbei

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