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Autor Thema: Herstellung von Acethylaceton 123-54-6  (Gelesen 8142 mal)

Phil

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Herstellung von Acethylaceton 123-54-6
« am: 14. Mai 2011, 08:50:05 »
Versuch 1

Symbol   [GHS02][GHS06] 
Signal word   Danger 
Hazard statements   H226-H302-H311-H331 
Precautionary statements   P261-P280-P311 
Personal Protective Equipment   Eyeshields, Faceshields, full-face respirator (US), Gloves, multi-purpose combination respirator cartridge (US), type ABEK (EN14387) respirator filter 
Hazard Codes (Europe)   Xn 
Risk Statements (Europe)   10-20/21/22 
Safety Statements (Europe)   21-23-24/25 
RIDADR   UN 2310 3/PG 3 [ADR3][ADR6.1]
WGK Germany   1 
RTECS   SA1925000 
Flash Point(F)   100.4 °F 
Flash Point(C)   38 °C 

Herstellung  von Acethylaceton nach Organikum 21. S 544ff 26.03.11
0,5 mol Aceton = 29,04g eingesetzt 290,4g
1,0 mol Essigsaeureethylester 88,10g eingesetzt 881,0g
0,5 mol Natriumhydrid 12 g eingesetzt 120g
33% Essigsaeure 1000 ml
Natriumsulfat
Apparatur: 5L Reaktor mit Blasenzähler Rückflusskühler KPG Rührer Thermostat, Tropftrichter
Die Edukte wurden vorgängig über Molsieb 3 getrocknet.
Das Natriumhydrid wurde ohne Lösemittel zugegeben. Aceton und Ethylacetat wurden gemischt und als Mischung zugetropft. Es gab eine heftige Gasentwicklung die gut im Griff gehalten werden kann durch entsprechende Zugabe.
Nach 35 min. ist alles zugegeben. Die Temp bei der Zugabe betrug 54°C es gab aber keinen Rückfluss und die Gasentwicklung lässt nach und die Farbe wird rostig rot, alles ist gut rührbar.
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nach weiteren 30min beginnt der Rückfluss, Manteltemp. 88°C Produkt 65°C.
nach 15min werden nochmals 2,1g NaH zugegeben. Es reagiert heftig aber kontrolliert.
nach 30 min wird der Mantel auf 20°C gekühlt.
nach 20min. ist der Inhalt 30°C warm gebe nun 120g NaH dazu, heize wieder auf 85°C.
Die Zugabe kam aus folgender Überlegung: Das Hydrid war eine 50% Ölsuspension und schon etwas alt. Nun wird auch noch 400ml Cyclohexan zugegeben damit alles gut rühr bar bleibt.
nach weiteren 30min. wird wieder auf 85°C erwärmt. Es gab einen schwachen Rückfluss.
nach 15min. wird so gekühlt das der Rückfluss aufhört, dies ist nach 10 min. erreicht. nun wird alles mit einem kP. von <100°C abdest.
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Nach 1 Stunde ist der Mantel 120°C und der Inhalt 82°C es läuft nichts mehr rüber lasse erkalten.
Am andern Tag wird 33% Essigsäure die auf -20°C vorgekühlt ist zugegeben, der Reaktor selber war auf -20°C gekühlt. Es gab keine ungewöhnliche Reaktion, alles konnte gut kontrolliert werden. Insgesamt wurden 550ml Essigsäure verbraucht, die innerhalb 30min. zugegeben wurde. Lasse die Temp nun auf 0°C kommen.
Der PH ist noch hoch, deshalb wird noch einmal 300ml Essigsäure zugegeben. PH 5 Alles ist gut rühr bar. erwärme nun auf 20°C und alles geht in Lösung, es werden 2-Phasen gebildet
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und der PH beträgt 5,5
Lasse das ganze 3Tage stehen, und trenne die Phasen ab. Das ganze wird nochmals mit Wasser gewaschen und getrennt. Die Wässerige Lösung wird mit 3x400ml Ether gewaschen mit Natriumsulfat getrocknet und destilliert.
Bei der Fraktion entstanden Produkte die den Brechungsindex kaum erreichten, es gab 30g Produkt das einen annähernden Brechungsindex erhielt, nach einem GC war das Produkt nur 87% rein. Als Hauptfraktion kan man auch nichts benennen es gab sehr viele Produkte mit unterschiedlichen Siedepunkten die eher Ölenlich wahren.
Eine Diskussion zu diesem Thema findet hier statt http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,1228.0.html




« Letzte Änderung: 11. Januar 2014, 15:22:06 von Phil »
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Phil

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #1 am: 14. Mai 2011, 09:10:21 »
Versuch 2
0,55mol Aceton 290,4 g
1,05mol Ethylacetat 881 g
0,55 mol NaH
2000ml Cyclohexan
33% Essigsaeure
Es wird die selbe Apparatur wie im Versuch 1 verwendet.
Alle Edukte wurden über Molsieb 3A getrocknet.
Das NaH wurde zusammen mit 1000ml Cyclohexan vorgelegt und das Gemisch von Aceton, Ethylacetat zugetropft bei einer Temp. von 75°C. Es entstand ein Brei der kauf mehr rühr bar ist, deshalb wird noch einmal 1000ml Cyclohexan zugegeben. die Farbe wird rostig rot.
als nach 15min 300ml der Mischung zugegeben wurde war alles sehr gut rühr bar.
Nach 30 min ist alles zugetropft, rühre  3Stunden unter Rückfluss weiter. Dann wird alles das den KP<100°C hat abdest. Total wurden 4100ml Produkt abdest.
Am Andern Tag wird auf 0°C gekühlt und wiederum 33% Essigsaeure zugegeben. Es geht ohne Probleme. Total werden 473g zugegeben inerhalb von 60min. die Mischung hat einen PH von 5
die Phasentrennung verläuft nicht so gut, darum wird 400ml Ether zugegeben, nun trennt sich alles sofort. Total wird wieder 3x mit 1000ml Ether gewaschen.
Die Ethermischung wird mit Natriumsulfat getrocknet und am Roti eingedampft der Rückstand wird Fraktionierend destilliert.
Bei diesem Versuch erhielt ich ein 40g Produkt mit einer Reinheit nach GC von 92%
Es gab auch wieder diverse Öle als Nebenprodukt, so dass man sagen kann es lohnt sich nicht das selber herzustellen.
 


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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #2 am: 14. Mai 2011, 20:50:33 »
Noch nicht aufgeben: Du kannst Acetylaceton rein darstellen, indem Du aus Deinem Produktgemisch das Acetylaceton als Kupfer(II)-acetylacetonat Cu(acac)2 fällst. Dazu gibst Du zum Produktgemisch einfach eine gesättigte Kupferacetat-Lösung, das feste Cu(acac)2 wird in der Kälte abgesaugt. Mittels verdünnter Schwefelsäure kannst Du dann das Acetylaceton aus dem Komplex befreien und mit Ether extrahieren. Anstatt der Destillation machst Du Dir also die Eigenschaft zu Nutze, dass Acetylaceton ein sehr guter Komplexbildner ist. Nachzulesen ist diese Vorgehensweise übrigens im Gattermann.
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Phil

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #3 am: 14. Mai 2011, 21:13:06 »
Danke für den Tip, in alten Büchern liest man noch oft von dieser Methode.
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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #4 am: 14. Mai 2011, 21:31:41 »
Danke für den Tip, in alten Büchern liest man noch oft von dieser Methode.

Und, willst Du es mit der Kupfer(II)-acetylacetonat-Methode probieren? Ich bin ja ein Fan von farbigen Metallkomplexen, also mach bitte wieder zahlreiche Fotos, wenn Du es versuchst ;-D
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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #5 am: 15. Mai 2011, 08:15:37 »
Ja ich denke schon das ich das machen werde, sobald ich wieder etwas Zeit habe. Fotos werde ich da ganz bestimmt machen. Zuerst muss ich aber noch das Kupferacetat machen.
Bisher scheute ich mich nach dieser Methode da sie wieder arbeits und Material intensiv ist.
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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #6 am: 09. Januar 2012, 21:15:25 »
Ich bin nochmal zufällig über den Thread gestolpert. Funktionierte die Fällung als Kupfer(II)-acetylacetonat bei Dir, Phil?
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Phil

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #7 am: 10. Januar 2012, 20:38:30 »
Ich habe noch keine Zeit genommen für das Projekt, brauche etwas Luft, werde es aber nachholen Mephisto.
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Aqua-regia

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #8 am: 07. April 2012, 16:10:55 »
Noch nicht aufgeben: Du kannst Acetylaceton rein darstellen, indem Du aus Deinem Produktgemisch das Acetylaceton als Kupfer(II)-acetylacetonat Cu(acac)2 fällst.

Geht es mit Cobalt(II)acetat auch? Ich brauche nämlich Co-acetylacetonat für Katalisatorzweck.

Mephisto

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #9 am: 08. April 2012, 20:56:30 »
Geht es mit Cobalt(II)acetat auch? Ich brauche nämlich Co-acetylacetonat für Katalisatorzweck.

Ja, schau mal in die Supporting Info (öffentlich zugänglich) des folgenden Artikels:

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ic100963r

"Cobalt(II) acetylacetonate dihydrate was synthesized by adding the solution of Hacac (5.00 g, 50 mmol) in 20 mL of EtOH to the solution of cobalt(II) acetate tetrahydrate (6.00 g, 24 mmol) in 150 mL of water. The mixture was stirred for 30 minutes, and the precipitate was filtered off, washed with 20 mL of water and EtOH, and dried under vacuum."
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Heuteufel

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Re: Herstellung von Acethylaceton
« Antwort #10 am: 28. Dezember 2012, 00:27:16 »
Synthese von Cobalt(II)-acetylacetonat Dihydrat: http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,1760.msg8922/topicseen.html#msg8922

@Aqua-regia: Was hast du mit dem Komplex vor?
"The higher impact projects tend not to be harder than lower impact projects. Just higher impact." - A commentator on the blog "In the pipeline"