Phil
Globaler Moderator
   
Karma: 23
Beiträge: 869
Spezialist für ausgefallene Einfälle.
|
 |
« Antworten #3 am: 26. Februar 2011, 15:43:53 » |
|
Wer mit DMS und DES arbeitet sollte unbedingt verdünnte! NH3 Lösung parat haben, so ca. 5-10% und verschüttete wahre damit übergiessen oder btroffene Körperstellen genauso. Oder wie folgt: Augen: Nach Einwirkung von Dampf/Flüssigkeitspritzern unverzüglich:[80329] Auge unter Schutz des unverletzten Auges 10 Minuten unter fließendem Wasser bei weitgespreizten Lidern spülen. Sobald 2 %ige Natriumhydrogencarbonat-Lösung zur Verfügung steht, mit dieser Lösung ca. 15 min weiterspülen.[80329] Augenkontakt mit Dimethylsulfat (DMS) ist außerordentlich gefährlich, insbesondere weil die primäre Reizwirkung nur gering sein kann (Gefahr späterer schwerster Augenschäden).[99997] Möglichst umgehender Transport zum Augenarzt/in die Klinik.[99983] Nach Einwirkung von Dämpfen jedoch zunächst Maßnahmen zum Schutz vor inhalativer Intoxikation (s.u. "Atmungsorgane").[99999]
Haut: Betroffene Hautpartien 10 Minuten unter fließendem Wasser spülen. Benetzte Kleidung entfernen, dabei Selbstschutz beachten. Statt des Wasses sollte zur Spülung 2%ige Natriumhydrogen- carbonat-Lsg. verwendet werden, sobald diese verfügbar ist.[80329] Nachreinigung der Haut mit Wasser. Auch bei Beschwerdefreiheit muß mit verspätet einsetzenden lokalen und resorptiven Wirkungen gerechnet werden. Deshalb bereits während der o.a. Maßnahmen Transport in eine Klinik organisieren![99999]
Atmungsorgane: Verletzten unter Selbstschutz aus dem Gefahrenbereich an die frische Luft bringen. Verletzten ruhig lagern, vor Unterkühlung schützen. Ehestmöglich ein Glucocorticoid-Dosieraerosol zur Inhalation wiederholt tief einatmen lassen. Bei Atemnot Sauerstoff inhalieren lassen. Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung stabile Seitenlage. Bei Herzstillstand (fehlender Herzschlag, Pulslosigkeit) sofort Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen. Die Sicherung der vitalen Funktionen (schlagendes Herz und selbständige Atmung) hat Vorrang vor allen anderen Maßnahmen. Zwischenzeitlich in jedem Fall Arzt zum Unfallort rufen.[00022] DMS ist ein klassisches Beispiel für verspätet einsetzende Wirkung nach inhalativer Exposition. Mangelhafte Warnwirkung (fast fehlender Eigengeruch) und anfängliche Beschwerde- freiheit verleiten zur Unterschätzung der hohen Gefährdung.[99999]
Verschlucken: Mund ausspülen, Flüssigkeit wieder ausspucken. 50-100 g Aktivkohle in 500 ml Wasser oral verabreichen.[99997] Erbrechen nicht anregen. Bei spontanem Erbrechen Kopf des Betroffenen in Bauchlage tief halten, um Aspiration zu verhüten.[99999] Zwischenzeitlich Arzt zum Unfallort rufen.[99983]
Bei Methyliodid: Augen: Ist Iodmethan (IM) in die Augen gelangt:[05001] Auge unter Schutz des unverletzten Auges 10 Minuten unter fließendem Wasser bei weitgespreizten Lidern spülen. Für ärztliche Behandlung sorgen.
Haut: Benetzte Kleidung entfernen, dabei Selbstschutz beachten. Betroffene Hautpartien 10 Minuten unter fließendem Wasser spülen. Spülung mit 5%iger Natriumhydrogencarbonatlösung, die in Arbeitsplatznähe verfügbar sein sollte, ist zu bevorzugen. Auch einzelne Spritzer auf die Haut gleichartig entfernen.[07718] Für ärztliche Behandlung sorgen.
Atmungsorgane: Verletzten unter Selbstschutz aus dem Gefahrenbereich an die frische Luft bringen. Bei Atemnot Sauerstoff inhalieren lassen. Verletzten ruhig lagern, vor Unterkühlung schützen. Ehestmöglich ein Glucocorticoid-Dosieraerosol zur Inhalation wiederholt tief einatmen lassen. Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung stabile Seitenlage. Bei Atemstillstand Mund-zu-Nase-Beatmung, falls nicht durchführbar Mund-zu-Mund-Beatmung. Atemwege freihalten. In jedem Fall:[07638] Für ärztliche Behandlung sorgen.
Verschlucken: Sofort - bei erhaltenem Bewusstsein - reichlich Flüssigkeit (Wasser) trinken lassen. Medizinalkohle geben (3 Esslöffel Medizinalkohle in 1 Glas Wasser aufgeschlämmt). Mund ausspülen, Flüssigkeit wieder ausspucken. Erbrechen anregen. Keinesfalls Speiseöle, Rizinus, Milch oder Alkohol geben. Für ärztliche Behandlung sorgen. Bei provoziertem/ spontanem Erbrechen Kopf des Betroffenen in Bauchlage tief halten, um Eindringen von Mageninhalt in die Luftröhre zu verhüten.[99992]
|