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Autor Thema: Dimethlysulfit Synthese hat nicht funktioniert.  (Gelesen 803 mal)
Kaffeemaschine
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« am: 22. August 2010, 01:01:58 »

Bin gerade dabei etwas SOCl2 zu verballern.

Ich habe mehr oder weniger nach http://lambdasyn.org/synfiles/dimethylsulfit.htm versucht das gewünschte Produkt herzustellen.
Mit dem Unterschied dass ich keinen Inertgasstrom verwendet habe, dafür etwas länger, so 30min, habe sieden lassen und weder Kolonne noch Vakuum bei der Destillation angeschlossen hatte.
Meine Verhältnisse waren außerdem etwas anders.... ca. 100ml Thionylchlorid zu ca. 200ml Methanol.

Der Großteil ging bei 67-68°C über. Der Rest von ~40ml ging rückstandfrei bei 70°C über. Keine Spur von SOCl2 oder DMS... Bildet DMS mit MeOH ein Azeotrop, zersetzt es sich bei 68°C oder woran zur Hölle liegt das?


Anmerkung: Ich habe erst vor ein paar Tagen versucht SOCl2 mit MeOH reagieren zu lassen und mit dem in Methanol gelösten Produkt eine Methylierung von Phenol mit K2CO3 durchzuführen. Sobald ich K2CO3 zugab (zuletzt) trübte sich die Lösung schwefelgelb und ein fieser Schwefelgeruch (SOX) machte sich breit. Es gab nach 2 Tagen bei RT kein in der DC sichtbares Produkt (Xylol als Eluent, Ausgangsprodukt bewegte sich nicht, Produkt sollte relativ mobil sein), deshalb wollte ich nun das DMS vorher isolieren.
« Letzte Änderung: 22. August 2010, 03:11:35 von Kaffeemaschine » Beitrag melden   Gespeichert
Phil
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« Antworten #1 am: 22. August 2010, 09:25:49 »

Schau mal da http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,221.0.html
Achtung Du hast kein DMS (Dimethylsulfat) sondern ein Sulfit hergestellt, wie verlief die Reaktion?
Schreibe doch dein ganzes Protokoll, so können eventuelle Fehler gesehen werden.
Hattest Du  wirklich Thionylchlorid? Entstand bei der Zugabe schon SO2?
Du musstest nicht unbedingt mit Schutzgas arbeiten.
Der Siedepunkt von deinem Produkt währe eigentlich 38°C nach Lit.
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« Antworten #2 am: 22. August 2010, 14:01:15 »

Der Siedepunkt von deinem Produkt währe eigentlich 38°C nach Lit.
??? Quelle?
 laut Wiki hat es einen Kp von 127-128°C: http://de.wikipedia.org/wiki/Dimethylsulfit
Laut http://www.lambdasyn.org/synfiles/dimethylsulfit.htm geht das Dimethlysulfit auch nach Methanol über...
Chemspider sagt der Kp ist 126°C: http://www.chemspider.com/RecordView.aspx?rid=45f3489e-d719-4e47-ad81-f10198ee0669


Ich habe 100 ml SOCl2 vorgelegt, 200ml Methanol so fix hinzugefügt dass die Mischung ständig siedete (schätzungsweise 30min). Das reichlich entstehende HCl-Gas leitete ich durch einen Schlauch nach draußen. Kannn nicht sagen ob auch SOx entstanden ist. Das Gesamtvolumen schrumpfte von ca. 300 ml auf etwa 200 ml. Danach habe ich ca. 90 min rückflussiert und destilliert.

Inertgasstrom wollte ich nicht verwenden weil mein Kühler nicht effektiv genug gewesen wäre-
SOCl2 ist p.S. Ware von Merck und das Methanol ist aus einer Efoy-Patrone
« Letzte Änderung: 22. August 2010, 14:06:30 von Kaffeemaschine » Beitrag melden   Gespeichert
Phil
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« Antworten #3 am: 22. August 2010, 15:50:05 »

Du hast recht, das hätte mir auffallen müssen, ich schaute bei Fluka und hatte blöder weise bei Dimethylsulfide nachgesehen, anstelle Dimethylsulfite. So sieht man wie ein Buchstabe der falsch ist in der Chemie verheerende folgen haben kann. Tut mir leid für die falsche Info.

So weit ich gesehen habe, hast Du die Reaktion richtig durchgeführt. Kannst Du die Dichte und den Brechungsindex messen? Das gäbe einen schnellen Hinweis zu Deinem Produkt.
Im Vakuum destillieren hätte den Vorteil, die Gase HCl und SO2 ab zu ziehen. Der Kp. 68°C ist MeOH Ich denke nicht dass ein Azeotrop gebildet wurde. Das Schutzgas hätte die Aufgabe die Gase mit zu reissen.
« Letzte Änderung: 22. August 2010, 15:56:16 von Phil » Beitrag melden   Gespeichert

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« Antworten #4 am: 22. August 2010, 18:29:37 »

Das Destillat hat eine Dichte von 0,92 g/ml - es enthät noch jede Menge MeOH (Ist ja auch logisch ~1,4mol SOCl2 zu ~5mol MeOH also sollten da ja auch so grob überschlagen noch 90 ml MeOH drin sein). Sieht alles so aus als wenn das Dimethylsulfit einfach so vom MeOH mitgerissen wurde.

Das Produkt räuchert übrigens ordentlich an der Luft, riecht nach SOCl2 und bildet einen typischen Ammoniumchloridnebel mit NH3(g). Vielleicht habe ich dem Inertgasstrom zu wenig Bedeutung angemessen.

Vielleicht werde ich das HCl einfach mit Na2CO3 entfernen, filtrieren und erneut destillieren. Spricht was dagegen?
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Phil
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« Antworten #5 am: 22. August 2010, 18:33:50 »

Eventuell verseift das Produkt.
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« Antworten #6 am: 22. August 2010, 18:48:37 »

Neuigkeiten... heute beim Reinigen ist mir aufgefallen dass im Sumpfkolben eine Flüssigkeit doch etwas zurückgeblieben ist (~15ml)... bei Zugabe von Wasser sank dieses ÖL zu boden! Dimethylsulfit ist zwar unstabil in Wasser aber ich denke zurzeit an einen wässrige Aufarbeitung des ganzen.... 
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Phil
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« Antworten #7 am: 22. August 2010, 19:17:29 »

Das kannst Du schon machen, nimm kaltes Wasser schütte das ganze 3x aus, so geht MeOH und die Gase in Lösung. Du musst aber sofort mit Natriumsulfat trocknen  und im Vakuum destillieren. Du musst auch sehr schnell arbeiten um eine Hydrolyse zu verhindern.
Aber am einfachsten währe es wenn Du alles ohne Wasser im Vakuum destillieren würdest.
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